Die Fans haben gefordert – und der FC Bayern hat geliefert. Rot-weiße-Trikots, so die von der Anhängerschaft des Rekordmeisters mantra-artig vorgetragene Forderung aus dem Mund des Fußball-Philosophen Samuel Osei Kuffour, sollen es bitte schön sein. Eigentlich keine allzu schwierige Aufgabenstellung – aber für die Designabteilung des Herstellers, die stellenweise mit ausgefallenen Mustern aufwartete, eben schon. Die Trikots der aktuellen Spielzeit sind zwar rot und weiß, sehen aber auch aus, als ob sich Laktoseintoleranz mit einem Liter Milchshake auf Ex zusammengetan haben.
Das nun vorgestellte Shirt der Münchner dürfte aber auch den strengsten Puristen aus der Südkurve zufriedenstellen: Ein recht reduziertes Shirt in – na ja, Rot und Weiß eben – ist es, in dem die Münchner in der kommenden Spielzeit um Tore und Titel antreten werden. So weit, so gut.
Der Kakadu ist beim FC Bayern immer dabei
Ein Detail am neuen FCB-Shirt ist dann aber doch etwas besonders: Wer möchte, kann sich auf das Trikot neben dem Meister-Badge auf der Schulter auch ein Kakadu-Logo für die Brust anfertigen lassen. Zur Erinnerung: Die Kakadu-Büste, die die Bayern-Spieler nach einer Feier im Käfer-Restaurant kurzerhand in den aktiven Besitz der FCB-Kabine übergehen ließen, ist seit knapp einem Jahr bei jeder Titelfeier mit dabei.
Das wiederum ist ein gefundenes Fressen für die Marketing-Abteilung der Bayern. Denn wer will, kann sich seither mit der kompletten Kakadu-Kollektion ausstatten: Es gibt Meistershirt mit dem Vogel, Tassen, einen Pullover – und nun die Krönung auf dem Trikot.
Im offiziellen Spielbetrieb kommt der Kakadu zwar nicht zum Einsatz, aber sei‘s drum. Sehr wahrscheinlich wird der Kakadu aber Vorbild für andere Klubs sein, ihre Wappenbilder aufs Shirt zu nehmen. Das Kaschperle aus der Puppenkiste gehört längst aufs Shirt des FC Augsburg. Eigentlich ist auch die Geschichte von Eintracht Braunschweig untrennbar mit einem Kräuterlikör verbunden – warum also nicht eine Pulle Jägermeister aufs Trikot heben? Spätestens seit den Aufstiegsfeiern in Gelsenkirchen könnte eine Bierbüchse auf dem Schalke-Trikot Platz haben. Und wie war das mit dem Hamburger SV und dem Dino gleich nochmal? Alternativ können sich auch eine Reihe von gestrandeten Traditionsklubs in unteren Ligen (Schöne Grüße nach Giesing) einen schlafenden Riesen aufs Trikot sticken lassen.
Das alles hat natürlich seinen Preis. Der Kakadu-Aufnäher der Bayern schlägt mit zehn Euro doppelt so teuer zu Buche wie der Meister-Badge, für den nur läppische fünf Euro fällig werden. Wer richtig investiert, kann aber eben stolz zeigen, dass er einen Vogel hat – auf dem Trikot, versteht sich.
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