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FC Bayern: Kompanys Rede gegen Rassismus dominiert das Geschehen

FC Bayern

Vincent Kompanys Rede gegen Rassismus überstrahlt alles

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    Vincent Kompany äußerte sich zur Rassismus-Debatte um Vinicius Junior - und überstrahlte damit auch den 3:2-Sieg der Bayern gegen Frankfurt.
    Vincent Kompany äußerte sich zur Rassismus-Debatte um Vinicius Junior - und überstrahlte damit auch den 3:2-Sieg der Bayern gegen Frankfurt. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Am Ende war zwar nicht alles, aber vieles wie immer: Dank eines Doppelpacks von Harry Kane (20., 68.), der vor dem Spiel für seine 500 Karrieretore geehrt wurde, und Aleksandar Pavlovic (16.) gewann der FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt mit 3:2. An einem gewöhnlichen Spieltag hätte sich die Diskussion danach vielleicht daran entzündet, dass den Bayern eine 3:0-Führung nach 69 äußerst dominanten Minuten gerade so reichte, um nach den späten Gegentoren von Jonathan Burkardt (77.) und Arnaud Kalimuendo (86.) den Sieg über die Zeit zu retten. Ex-Bayern-Spieler Mario Götze, der wie die anderen beiden Torschützen eingewechselt worden war, hatte in der Schlussphase den Ausgleich auf dem Fuß. Wäre auch eine Pointe gewesen. Auch dass ausgerechnet Kane, der Stürmer im eigenen Strafraum, infolge eines Fouls die Aufholjagd der Hessen einleitete – ein interessanter Aspekt. Eigentlich. Letztlich war aber eben nicht alles wie immer. Das Plädoyer von Bayern-Trainer Vincent Kompany gegen Rassismus überstrahlte die Szenerie in der Münchner Arena.

    Kompany hatte am Freitag Stellung bezogen zu dem, was sich unter der Woche beim Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid ereignet hatte. Real-Stürmer Vinicius Jr. soll nach seinem Torjubel von Lissabons Gianluca Prestianni als Affe beschimpft worden sein. Der Argentinier in Diensten Lissabons hatte sich in der Szene das Trikot vor den Mund gehalten und bestreitet den Vorwurf, während Vinicius Jr. und Real-Stümer Kylian Mbappé sagten, mehrfach die rassistische Beschimpfung gehört zu haben.

    Christian Streich über Kompany: „Er hat uns gezeigt, wie es gehen kann“

    Kompany war auf der Spieltags-Pressekonferenz dazu befragt worden und hatte in einer zwölf Minuten langen Stellungnahme dazu ausführlich Stellung bezogen. Der Bayern-Coach, dessen Vater aus dem Kongo stammt, war selbst während seiner Spielerkarriere immer wieder das Ziel von rassistischen Angriffen gewesen. Kompany hatte zwar davon gesprochen, dass Benfica-Coach Jose Mourinho, der seinen Spieler verteidigt hatte, einen Fehler gemacht habe, schlug aber versöhnliche Töne in alle Richtungen an. Ziel sei es, so Kompany, einen Raum zu schaffen, in dem jemand für sein Fehlverhalten um Entschuldigung bitten kann, ohne öffentlich vernichtet zu werden.

    Christian Streich, der am Samstag erstmals als Experte für den Sender Sky arbeitete, war von der Stellungnahme begeistert, mehr als das. „Großartig“ sei das gewesen. „Er hat uns genau gezeigt, wie es gehen kann. Mir hat es vollständig die Füße weggezogen.“ Kompanys Leistung sei es, klare Worte gewählt zu haben und dennoch allen die Türen aufgehalten zu haben. „Genau danach, was Vincent Kompany gesagt hat, müssen wir gehen, damit wir Lösungen finden.“

    Die New York Times titelt: „Hast du zugehört, José Mourinho?“

    Streich ist eine von vielen begeisterten Stimmen. Medien rund um den Globus berichten über die „zwölf wichtigsten Minuten der Saison“, wie das Hamburger Abendblatt schrieb. Die BBC berichtete, ebenso die New York Times. Das US-Blatt griff das Statement des Fußballtrainers aus Deutschland auf und fragte in Richtung des Benfica-Trainers: „Hast du zugehört, José Mourinho?“

    Tatsächlich ist davon auszugehen, dass die Nachricht aus Deutschland den Portugiesen erreicht hat. Der 63-Jährige antwortete nach dem 3:0-Ligasieg gegen AVS aus Vila das Aves am Samstag aber ausweichend. Die Sportzeitung Record zitierte den Coach dahingehend, dass er sich nicht äußern möchte: „Ich wiederhole, dass es für alle schwierig war, aber ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, inwiefern es schwierig war. Es war für alle schwierig.“

    Bayern-Verteidiger Alphonso Davies fällt mit Muskelfaserriss aus

    Kompany selbst wollte sich nach dem neuerlichen Sieg seiner Mannschaft, die nun acht Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Dortmund hat, nicht weiter äußern. „Es war für mich ein ganz spontaner Moment. Dieses Gefühl hatte ich am Freitag und ich hatte es wahrscheinlich schon oft in meinem Leben. Und es wird wahrscheinlich auch noch so sein in Zukunft. Aber ich glaube nicht, dass wir etwas gewinnen, wenn ich das jetzt noch in den nächsten zwei, drei, vier, fünf Tagen immer wiederhole.“ Und weiter: „Ich hoffe, dass die Tür offen bleibt, damit wir alle aus dieser Situation wachsen und nicht nur einen Streit haben zwischen Personen, die ihren Standpunkt verteidigen wollen.“

    Rein sportlich gab es für die Bayern am Sonntag einen kleinen Wermutstropfen: Bei Alphonso Davies, der verletzungsbedingt nach fünf Minuten in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden musste, besteht nun Klarheit. Der Linksverteidiger erlitt in dem Spiel einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel. Der Kanadier wird dem Rekordmeister in den kommenden Wochen fehlen.

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