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FC Bayern München

06.08.2019

Davies, Singh, Arp: Diese Bayern-Talente könnten den Durchbruch schaffen

Die jungen Wilden des FC Bayern: Sarpreet Singh feiert beim Audi-Cup mit Torschütze Alphonso Davies und Renato Sanches (von links).
Bild: Sven Hoppe, dpa

Plus Der Kader des FC Bayern ist immer noch relativ dünn - umso größer ist die Chance für einige Talente. Wer es bei den Münchner packen könnte.

Sarpreet Singh, Alphonso Davies, Ryan Johansson - beim FC Bayern waren in der Vorbereitung Namen zu lesen, mit denen nicht jeder Fan sofort etwas anzufangen weiß. Ob Trainer Niko Kovac den Spieler aus der zweiten und dritten Reihe auch nach dem Pflichtspielstart so viel Spielpraxis verschaffen wird wie zum Beispiel beim Audi-Cup, darf zwar bezweifelt werden.

Weil der Bundesligakader des deutschen Meisters aber weiterhin nur 17 Feldspieler umfasst und damit der mit Abstand kleinste aller Bundesligisten ist, steigen die Chancen für die Ersatz- und Jugendspieler des Meisters auf weitere Einsätze. Wir verraten, wer in der kommenden Saison den Sprung schaffen könnte.

Sarpreet Singh

Der Neuseeländer spielt erst seit Juli für den deutschen Rekordmeister, der 20-Jährige kam von Wellington Phoenix nach München. Eigentlich ist der offensive Mittelfeldspieler, der auch auf den Flügeln spielen kann, für die zweite Mannschaft der Bayern in der 3. Liga eingeplant - das könnte sich nach den Eindrücken, die Bayern-Coach Niko Kovac von Singh gewonnen hat, aber ändern. Denn vor allem auf der USA-Reise und beim Audi-Cup machte der Offensivspieler von sich reden. Beim Supercup-Spiel gegen Borussia Dortmund stand Singh im Kader, auch wenn er nicht zum Einsatz kam.

Sarpreet Singh (rechts) ist einer der Gewinner der Vorbereitung des FC Bayern.
Bild: Sven Hoppe, dpa

Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen den Borussia Dortmund stellte Niko Kovac dem Spieler, der auch den indischen Pass hat, ein Lob aus: "Er war für die zweite Mannschaft vorgesehen. Ich betone das ´war´." Der Entwicklungssprung, den Singh in den wenigen Wochen beim FC Bayern gemacht hat, beeindruckt den Coach: "Er ist weiter als der eine oder andere in der zweiten Mannschaft." Auch wenn Singh Spielpraxis vornehmlich in der zweiten Mannschaft bei Sebastian Hoeneß sammeln soll, bleibt er eine heiße Aktie.

Prognose: Singh wird ab und an im Kader stehen. Zu mehr könnte es in dieser Saison nur dann reichen, wenn Bayern Personalprobleme anhalten.

Alphonso Davies

Alphonso Davies drehte beim FC Bayern richtig auf.
Bild: Lennart Preiss, Witters

Der Kanadier Alphonso Davies - genannt Phonzy - ist längst kein Geheimtipp mehr. Der 18-jährige Linksaußen, der zu Beginn des Jahres von Vancouver zum FC Bayern kam, durfte in der Rückrunde noch von Franck Ribéry und Arjen Robben lernen - in der neuen Spielzeit darf gerne mehr dazu kommen. Rund zehn Millionen Euro investierten die Münchner in den Außenbahnspieler - Geld, das sich nun zu amortisieren zu scheint.

Davies profitiert zwar wie Singh von der dünnen Personaldecke des FCB, konnte aber in der Vorbereitung aber auch mit einer taktischen Flexibilität auftrumpfen und lief auch als Linksverteidiger auf - so etwa beim Audi-Cup gegen Tottenham. Später rückte er eine Reihe weiter ins Mittelfeld vor. Der in Ghana geborene Profi zeigte eine starke Leistung - nicht nur wegen seines starken Tors  aus 20 Metern und seiner Vorlage für Arp. Blumen für seine Leistung gab es ebenfalls von seinem Trainer. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Er wird in diesem Jahr eine gute Entwicklung nehmen", war sich der Coach sicher. 

Tatsächlich hat Davies nach anfänglichen Problemen eine sichtliche Entwicklung genommen, wirkt auf dem Platz deutlich souveräner als noch nach der Ankunft aus der US-Liga MLS. Der Beleg für seine gestiegene Wertschätzung: Davies war der erste Spieler, den Niko Kovac beim Supercup gegen den Borussia Dortmund eingewechselt hatte.

Prognose: Davies spielt gut und ist auf einer Position zuhause, auf der den Bayern chronisch der Schuh drückt. Er wird in dieser Saison zu einem festen Bestandteil des Bayern-Kaders.

Fiete Arp

Wie Davies gehört der Mittelstürmer Arp auch zu den 17 Feldspielern, die der FC Bayern in seinem Profi-Kader stehen hat. Der Hamburger, der im Sommer von der Elbe an die Isar gewechselt war, gilt als großes Talent. Den Nachweis, dass er es im Profi-Fußball packen kann, blieb er aber bislang schuldig. In der vergangenen Saison gelang ihm in 17 Spielen für den HSV nur ein Tor. Beim FC Bayern gilt Arp als hoffnungsvolle Aktie, die mittel- bis langfristig ein Thema für die Startelf sein kann.

Hat bislang einen guten Eindruck gemacht: Fiete Arp mit dem FC Bayern München auf USA-Reise.
Bild: Matthias Balk (dpa)

Arp machte mit einem Tor beim Audi-Cup und bei der US-Tour auf sich aufmerksam und gilt charakterlich als sehr gefestigt. So verlegte er seinen Trainingsstart eigenhändig nach vorne und startete mit der Drittligamannschaft in die Vorbereitung - das kam bei den Bossen gut an. Ob Trainer Niko Kovac dem 19-Jährigen kurzfristig aber auch in Bundesligaspielen mehr als eine Nebenrolle zutraut, gilt zum jetzigen Stand aber als eher unwahrscheinlich. Der Coach sieht den Stürmer als Investition in die Zukunft, wie er erklärte: "Wenn Sie Aktien kaufen, denken Sie auch, vielleicht gehen die mal hoch. Das ist das, was viele Klubs machen. Man muss frühzeitig ran, um sich diese Talente, diese guten Spieler für wenig Geld zu sichern."

Prognose: Diese Saison wird für Arp ein Lehrjahr. Sollte Robert Lewandowski tatsächlich zu ersetzen sein, wird die Wahl eher auf Müller fallen.

Ryan Johansson

Ryan Johansson gilt beim FC Bayern als hoffnungsvolles Talent.
Bild: Lennart Preiss, Witters

Für den 18-Jährigen spricht seine enorme Flexibilität: Der luxemburgische U21-Nationalspieler kann sowohl im zentralen als auch im rechten Mittelfeld und auf der rechten Abwehrseite spielen. So abwechslungsreich seine taktischen Einsatzmöglichkeiten sind, so vielschichtig ist auch Johanssons Herkunft: Der Sohn eines Schweden und einer Irin kam vergangenes Jahr von der Jugend des FC Metz aus Frankreich zum FC Bayern.

Seine Lieblingsposition ist aber die im zentralen Mittelfeld - dort lief Johansson auch im Finales des Audi Cups auf. Von Beginn an. Dass man beim FC Bayern große Stücke auf den Kicker hält, war schon im vergangenen Jahr zu sehen. Schon damals war Johansson auf der USA-Reise dabei. Auch 2019 war er mit von der Partie. Beim Supercup gegen den Borussia Dortmund stand er erneut im Kader.

Prognose: Johansson hat für sein Alter schon viel Erfahrung, dazu kommt seine enorme Flexibilität. Sollte die Not groß werden, könnte man den Luxemburger in der Bundesliga sehen. Normalerweise wird er aber in der U19 und der 3. Liga zum Einsatz kommen.

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