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FC Bayern
21.08.2021

Der FC Bayern befindet sich gegen den 1. FC Köln auf Rekordjagd

Robert Lewandowski ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Bayern in jedem ihrer 73 vergangenen Pflichtspiele getroffen haben.
Foto: Federico Gambarini, dpa

Treffen die Bayern auch gegen Köln, brechen sie den nächsten Rekord. Die Arbeitseinstellung seiner Mannschaft beeindruckt Trainer Julian Nagelsmann.

Vor sieben Jahren trieb Matthias Sammer die Diskussion auf die Spitze. Der Mann mit den ehemals feuerroten Haaren machte seinem Spitznamen "Motzki" immerhin phasenweise noch Ehre und nervte als Angestellter des FC Bayern die Münchner Angestellten mit seiner Jeden-Stein-umdrehen-jeden-Tag-besser-werden-Attitüde. Unter Sammer aber entwickelten sich die Bayern zum Seriensieger. Sammer berät mittlerweile die Dortmunder, es gewinnen aber immer noch die Münchner. Der mittlerweile 53-Jährige wählte jedenfalls im März 2014 Worte, die der Konkurrenz eher weniger gefielen. Nachdem die Meisterschaft frühzeitig entschieden war, weil die damalige Guardiola-Elf allen enteilt war, rüffelte Sammer die Konkurrenz, weil diese die Langeweile an der Spitze beklagt hatte. "Wird denn woanders auch jeden Tag akribisch trainiert, als würde es kein Morgen geben? Das tägliche Training, die tägliche Ansprache ist das Produkt einer Entwicklung. Und die hat der eine oder andere Klub in Deutschland nicht", provozierte er sämtliche anderen Klubs, die ganz offensichtlich nur ein wenig an ihrer Arbeitsauffassung werkeln müssten.

In Dortmund konnte Sammer diesen Arbeitsethos offenbar noch nicht etablieren, sechs Mal in Folge verlor der BVB nun schon gegen die Münchner. Möglicherweise hat die Siegesserie der Bayern aber auch doch mit den größeren finanziellen Mitteln zu tun.

Julian Nagelsmann lobt die Einstellung seiner Mannschaft

Allerdings scheint auch der neue Trainer des Starensembles angetan von der Einstellung der Mannschaft. Julian Nagelsmann wirkte nicht überrascht, als er von der freitäglichen Übungseinheit erzählte, aber eben doch nachhaltig beeindruckt. "Das Training heute war außergewöhnlich gut. Sie haben unfassbar viel Gas gegeben. Es macht richtig viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten." Dabei wirkten seine Spieler vor einer Woche noch angeschlagen. Nach dem 1:1 gegen Gladbach sah manch einer die Chance gekommen, die Vorherrschaft der Münchner zu beenden.

Das imposante 3:1 im Supercup gegen Dortmund aber deutete nun in eine Richtung, die Serien-Meisterschaft Nummer zehn erwarten lässt. Wille, Einsatz und Einstellung sind eben auch individuelle Fähigkeiten – die in München offensichtlich im Übermaß vereint sind.

Tun mit ihrer Spendenaktion «We kick Corona» Gutes: Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka.
Foto: Alexander Hassenstein, dpa

Das wird wahrscheinlich auch so bleiben. So mehren sich die Zeichen, dass Leon Goretzka und Joshua Kimmich, ihre bis 2022 beziehungsweise 2023 laufenden Verträge bald verlängern werden. „Ich glaube, dass wir da Schritte vorankommen“, sagt Nagelsmann, der sich selbst als einen möglichen Grund sieht, weshalb es bislang noch nicht zu den Unterschriften gekommen ist. „Es ist doch ganz normal, dass die Spieler schauen wollen, ob der neue Trainer Quatsch redet.“

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Am Sonntag bietet sich die Möglichkeit, das Mittelfeld-Duo ein weiteres Mal von seiner Qualität zu überzeugen, wenn die Münchner zu Hause auf den 1. FC Köln treffen (17.30 Uhr, DAZN). Es ist das erste Pflichtheimspiel seit eineinhalb Jahren, in dem die Münchner vor einer signifikanten Anzahl an Fans spielen dürfen. 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sind in der Allianz-Arena vorerst erlaubt.

FC Bayern letztmals 2020 ohne eigenes Tor

Sie alle könnten Zeugen eines Rekordes werden. Den Münchnern gelang es, in jedem der vergangenen 73 Pflichtspiele ein Tor zu erzielen. Damit stellten die Münchner den Rekord Real Madrids ein, das 2016/17 mit einer ebenso langen Serie den Rekord für Europas Topligen aufstellte. Letztmals blieben die Bayern im Februar 2020 ohne eigenen Treffer. Beim 0:0 gegen RB Leipzig coachte Nagelsmann noch den Gegner.

Dass den Kölnern am Sonntag Ähnliches gelingt, ist unwahrscheinlich – selbst wenn Nagelsmann die Mannschaft von Steffen Baumgart überaus wohlwollend beurteilt. Diese habe einen mutigen Ansatz und schlage die Bälle nicht nur auf das Beste hoffend aus der eigenen Defensive nach vorne.

Kölns Trainer Steffen Baumgart will auch in München mutig spielen lassen.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

Der Kölner Coach bestätigt die Beobachtungen seinen Kontrahenten. Er wolle seine Mannschaft mutig auftreten lassen. "Wir wollen hoch anlaufen. Ich verändere meinen Spielstil nicht, nur weil vielleicht David gegen Goliath spielt." Kurzfristig sind sogar Gegentore im langfristigen Plan eingepreist. "Wir wollen uns weiterentwickeln. Klar, das Ergebnis kann auch böse ausgehen. Aber auch daraus würden wir dann lernen."

In der Vergangenheit machten sich die Münchner oftmals einen Spaß daraus, allzu forschen Gegnern die Illusion auf Zählbares zu geben – um ihnen dann mehrfach zu beweisen, warum sie in den 73 vergangenen Spielen immer getroffen haben.

Manuel Neuer fällt gegen den 1. FC Köln aus

Manuel Neuer wird eine Neu-Aufführung des Stücks diesmal wohl aus der Zuschauerperspektive beobachten. Seine Kapselverletzung am Knöchel lässt einen Einsatz am Sonntag unwahrscheinlich erscheinen. „Das ist zwar eine Pillepalle-Verletzung, aber wenn man damit pillepalle umgeht, kann das dramatisch werden“, ordnete Nagelsmann die Dimension der Verletzung allgemein verständlich ein.

An verständlichen Botschaften hat es bei den Bayern noch nie gemangelt. Nagelsmann darf sich in diesem Zusammenhang in direkter Linie zu Uli Hoeneß sehen. Oder eben Matthias Sammer.

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