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FC Bayern
30.09.2021

Der FC Bayern erhebt die Pflicht zur Kunstform

Eric Maxim Choupo-Moting (re.) stellte gegen die chancenlose Gäste den Endstand her.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern wird beim 5:0-Sieg gegen Dynamo Kiew kaum gefordert. Die Münchner nutzen ihre Überlegenheit zu einigen spielerischen Sehenswürdigkeiten.

Es gibt gewisse Tätigkeiten im Haushalt, die zwar erledigt werden müssen, aber ein wenig Aufschub vertragen. Wenn die Geschirrspülmaschine nicht sofort nach der Beendigung ihres säubernden Dienstes ausgeräumt wird, lassen sich benutzte Teller eine Zeit lang im Spülbecken stapeln. Das Ausräumen mag zu den Pflichtaufgaben im Sinne eines gedeihlichen Zusammenlebens gehören, aber kaum eine Pflicht, deren Erfüllung sich nicht ein wenig hinauszögern ließe. Möglicherweise ist diese Einstellung einer der Gründe, warum sich Millionen deutscher Männer statt eines Bayerntrikots Tag für Tag ein Hemd überstreifen.

Die Münchner nämlich haben die prompte Erledigung ihrer Pflichten zu einer Kunstform erhoben. Zur wirklichen Herausforderung taugen dem Serienmeister die wenigsten Gegner. Er ist schlicht zu überlegen. Das hinderte ihn früher freilich nicht, Almosen in Form unnötiger Niederlagen oder zumindest spannender Spiele unter dem Fußballvolk zu verteilen. Mittlerweile aber nehmen sie sich jedes Gegners mit kompromissloser Geflissentlichkeit an.

Der FC Bayern sorgt gegen Kiew in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse

Am Mittwoch entledigten sich die Bayern der Ukrainer von Dynamo Kiew mit derartiger Zielstrebigkeit, dass sich schämen muss, wer das Ausräumen der Spülmaschine als lästige Pflicht vernachlässigt. Nach dem 5:0-Erfolg stehen die Münchner mit sechs Punkten aus zwei Spielen an der Spitze ihrer Champions-League-Gruppe. Dabei stellten die Münchner schon früh die Zeichen auf einen spannungsarmen Abend. Robert Lewandowski verwandelte in der 12. Minute einen Handelfmeter zur 1:0 Führung, 15 Minuten später ließ der Stürmer nach einem feinen Pass von Thomas Müller den zweiten Treffer folgen. Der Torjäger hat somit seine Trefferflaute überwunden, die der 3:1-Sieg am vergangenen Freitag in Fürth für ihn bedeutet haben musste. Schließlich durfte er zuvor in jedem Pflichtspiel der Saison die Glückwünsche seiner Mannschaftskollegen entgegennehmen.

Leroy Sané setzte wenig später noch einen Schuss an den Pfosten, was zu einem lange nicht gehörten Raunen in der Allianz-Arena sorgte. Schließlich spielten die Münchner in der Champions League letztmals im Dezember 2019 im eigenen Stadion vor Fans. Damals gewannen sie 3:1 gegen Tottenham. Gegen Kiew durften 25 000 Fans dem launigen Treiben auf dem Rasen zuschauen. Der Großteil von ihnen bedachte Manuel Neuer mit Applaus, als der kurz vor der Pause einen Schuss von Carlos de Pena über die Latte lenkte, ehe er im Kreuzeck landete. Es war eine der wenigen Chancen der Ukrainer. Ansonsten dominierten die Bayern das Geschehen scheinbar mühelos. Die Pflicht beiläufig aussehen zu lassen, ist allerdings Kennzeichen wahrer Könnerschaft.

Die Münchner spielten sich derart oft durch sehenswerte Kombination in die Nähe des gegnerischen Tores, dass Freunde des schönen Spiels vergnügt zuschauen konnten. Mit einem fulminanten Schuss Serge Gnabrys unter die Latte fand die Überlegenheit schließlich auch Einfluss auf das Ergebnis (68.). Den schönsten Treffer des Tages aber ließ schließlich Sané folgen, dessen Schuss vom linken Flügel Keeper Heorhiy Bushchan   nur noch überrascht hinterher fliegen konnte (74.). Für den Schlusspunkt sorgte schließlich der eingewechselte Eric-Maxim Choupo-Moting mit einem platzierten Kopfball (87.).

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Am Sonntag wartet mit der Frankfurter Eintracht der nächste Gegner der Kategorie „Pflichtaufgabe“. Die Münchner scheinen Spaß daran gefunden zu haben.

FC Bayern Neuer – Süle, Upamecano, Lucas Hernandez, Davies (69. Pavard) – Kimmich, Goretzka (79. Sabitzer) – Gnabry (69. Musiala), Th. Müller, L. Sané (79. Sarr) – Lewandowski (79. Choupo-Moting) Dynamo Kiew Buschtschan – Tymtschik (46. Kedziora), Sabarny, Schabanow, Mykolenko – Zygankow (70. Karawajew), Sidortschuk, Andrijewskyi, De Pena – Garmasch (70. Suprjaga), Schaparenko (46. Schepelew)

Tore 1:0 Lewandowski (12./Handelfmeter), 2:0 Lewandowski (27.), 3:0 Gnabry (68.), 4:0 L. Sané (74.), 5:0 Choupo-Moting (87.) Schiedsrichter Marco Guida (Italien) Zuschauer 25.000

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