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FC Bayern
22.08.2021

FC Bayern holt ersten Bundesligasieg der Saison mit 3:2-Erfolg gegen den 1. FC Köln

Bayerns Serge Gnabry trifft zum 3:2.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern tut sich gegen den 1. FC Köln schwer. Vor dem Spiel würdigte Ehrenpräsident Uli Hoeneß seinen langjährigen Weggefährten Gerd Müller.

Endlich wieder Gänsehautgefühl beim FC Bayern: nicht nur dass beim 3:2 (0:0)-Bundesligasieg gegen den 1. FC Köln erstmals seit eineinhalb Jahren wieder mehr als 20.000 Zuschauer und Zuschauerinnen in der Münchner Arena für die so lange vermissten Fan-Akustik sorgten, auch das Gedenken an den verstorbenen Gerd Müller in Bildern und Worten berührte die Gemüter. In anderer Weise aufwühlend dann das, was die Gastgeber kurze Zeit später auf den Rasen brachten. Das hatte mit Blick auf das 3:1-Supercup-Feuerwerk gegen Borussia Dortmund anfangs noch reichlich Luft nach oben. Erst spät gingen die Bayern durch Tore von Lewandowski (50.) und Gnabry (5.) in Führung, kassierten aber prompt im Gegenzug den Ausgleich durch Modeste (60.) und Uth (62.). Einem Hammerabschluss von Doppeltorschütze Gnabry (71.) hatten es die Münchner letztendlich zu verdanken, dass sie ihren ersten Bundesliga-Sieg der Saison einfuhren.

FC Bayern startet überraschend mit Manuel Neuer gegen 1. FC Köln

Eingestimmt auf die Partie wurden die Fans mit den großen Szenen des vor einer Woche verstorbenen Rekordtorschützen und Bayern-Legende Gerd Müller. Im Gedenken an ihn stand dieser erste Münchner Heimspieltag der Saison. „Er hat sich nie groß gemacht, aber er war einer der Größten der Fußballgeschichte und hinterlässt uns sein Vermächtnis“, würdigte Bayern-Präsident Herbert Hainer den einstigen „Bomber der Nation“. Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß richtete direkte Worte an seinen Freund Gerd Müller, der „den Bayern das Siegen beigebracht hat“. „Durch Dich und Deine Freude ist das Mia san Mia des FC Bayern entstanden, um das uns die ganze Welt beneidet.“ Bei der Gedenkminute brandete anhaltender Applaus auf – auch bei den Spielern beider Klubs, die sich am Mittelkreis versammelt hatten.

Bayerns Torwart Manuel Neuer in Aktion gegen Anthony Modeste von Köln.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Und zu diesen gehörte überraschenderweise auch Stammtorhüter und FCB-Kapitän Manuel Neuer. Er war von seiner „Pillepalle“-Verletzung, wie Trainer Nagelsmann den unglücklichen Schlag auf das Sprunggelenk aus dem Supercup betitelt hatte, gerade rechtzeitig genesen, um es doch noch in die Startelf zu schaffen. Anders als Kingsley Coman, der weiterhin an einer Muskelverletzung laboriert. Der vom HSV zurückgekehrte Neuer-Ersatz Sven Ulreich hatte sich also umsonst Hoffnungen gemacht, gleich am zweiten Spieltag der neuen Saison zum Einsatz zu kommen. Dafür setzte Trainer Julian Nagelsmann in der Abwehr auf ein neues Gesicht. Statt Jozo Stanic kam Tanguy Nianzou auf der rechten Seite zum Einsatz.

Selbst FC-Bayern-Weltfußballer Lewandowski hat einen schlechten Tag

Der FC Bayern bestimmte das Geschehen und hatte kaum Mühe, den Wirkungskreis der Kölner Offensive um Modeste, Florian Kainz und Mark Uth einzudämmen. Was schwerer wog: auch sie selbst kamen nicht zum Torabschluss, vergaben gute Möglichkeiten durch Thomas Müller (8.), dem Robert Lewandowski aufgelegt hatte, oder Leroy Sané, der nach einem lässigen Dribbling durch den Kölner Strafraum abzog, aber knapp am Gestänge vorbeizielte. In ähnlich ungestörter Manier durchquerte wenig später Niklas Süle den Kölner Sechzehner, seinen Drehschuss konnte Timo Horn aber gerade noch abwehren (24.). Das 0:0 zur Pause hatte auch deshalb Bestand, weil sich Köln offensiv zu zögerlich anstellte, aber mit allem Einsatz verteidigte. Coach Steffen Baumgart konnte an der Seitenlinie gar nicht genug toben und hätte seine Schützlinge am liebsten eigenhändig nach vorne getragen.

Sané verschluderte ständig den Ball

Anschaulichstes Beispiel für die Inkonsequenz auf Münchner Seite: Leroy Sané. Erst holte er sich Szenenapplaus für seine engagierte Abwehrarbeit ab, dann verschluderte er immer wieder den Ball unbedrängt an den Gegner. Bitter für ihn: als er nach der Halbzeitpause durch Jamal Musiala ersetzt wurde, brandete großer Beifall auf. Nagelsmann bewies mit seiner Auswechslung so oder so sein goldenes Händchen, denn schon fünf Minuten nach Wiederanpfiff bediente der 18-jährige Musiala derart präzise den heranstürmenden Lewandowski, dass der nur den Fuß hinhalten musste und die lange verdiente 1:0-Führung eintüten konnte (50.). Damit hat Lewandowski einen weiteren Rekord geknackt: der FC Bayern ist nun saisonübergreifender Rekordhalter mit durchgehendem Torerfolg in den letzten 74 Spielen in Folge. Bisher lag hier Real Madrid vorn mit 173 Toren in der Saison 2016/17.

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Und wie das so ist - ähnlich einer Ketchup-Flasche, wo erst nichts kommt und dann alles auf einmal – ging es nun Schlag auf Schlag. In der 59. Minute erhöhte Serge Gnabry auf Vorlage von Müller zum 2:0. Köln schlug postwendend zurück: Nur eine Minute später wuchtete Modeste den Ball per Kopf zum Anschlusstreffer an Neuer vorbei und zwei Minuten später jagte Mark Uth durch die Reihen der unvorsichtig gewordenen Münchner und schoss das 2:2 (62.). Das letzte Wort hatten allerdings wieder die Bayern in Person von Serge Gnabry. Diesen schickte Joshua Kimmich auf die Reise und Gnabry zog aus vollem Lauf ab, so dass FC-Keeper Horn nur noch ins Leere griff (71.).

Die Bayern verwehrten Köln wie in den 14 Bundesliga-Duellen zuvor die drei Punkte und dürfen sich gleich auf ihre nächste Aufgabe vorbereiten: das Pokal-Nachholspiel am Mittwoch beim Fünftligisten Bremer SV.

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