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München

27.09.2016

FC Bayern kehrt mit neuem Rasen zur Natur zurück

Der FC Bayern kehrt vom Hybridrasen zum Naturrasen zurück. (Symbolfoto)
Bild: Sven Hoppe, dpa

Der FC Bayern kehrt vom Hybridrasen zum Naturrasen zurück. Denn der sah zuletzt schlecht aus. Haben ihn die Greenkeeper am Ende falsch behandelt?

Ackergleich, bräunlich gefärbt, sandig und mit Kratern übersät – so präsentierte sich jüngst der Rasen in der Münchner Allianz Arena. Als Thomas Müller nach der Begegnung mit Hertha BSC meinte, andere Vereine hätten ein „besseres Geläuf“, beschönigte der Bayern-Spieler. Vielmehr lagen Vergleiche mit einem Bolzplatz nahe. Grund ist ein Pilzbefall.

Stadioneigentümer FC Bayern reagierte. Er erneuert seit Montag den Rasen. Dies allein ist wenig ungewöhnlich, moderne Fußballarenen lassen mit ihren steilen, überdachten Tribünen wenig Tageslicht und Luftzirkulation zu, zudem beeinflussen Witterung und die Länge der Spielpausen die Dauer. Rollrasenexperte Günther Schwab, mit Firmensitz nahe Schrobenhausen, erklärt, kein Klub sei davor gefeit, irgendwann das Grün auszutauschen. „Wie lange ein Rasen hält, bleibt immer ein Risikospiel.“

FC Bayern kehrt vom Hybridrasen zurück zum Naturrasen

Für Brisanz sorgt, dass sich der Rasen in München zuletzt aus künstlichen und natürlichen Halmen zusammensetzte: ein sogenannter Hybridrasen. Das Lager der Experten ist geteilt. Ein Befürworter ist FCA-Manager Stefan Reuter, der vor seiner FCA-Tätigkeit für eine Agentur durch Europa reiste und eben jenes Rasenmodell anpries. Reuter hebt Haltbarkeit, Stabilität und Wasserdurchlässigkeit hervor. Andererseits verweisen Kritiker wie Schwab auf die hohen Kosten von rund 350.000 Euro. Statt auf Hybrid zu setzen, könne man dreimal das Naturprodukt tauschen, meint er. Außerdem sei die Entsorgung als Sondermüll teuer. Die Materialien nach dem Abtragen zu trennen, sei unmöglich, so Schwab.

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Einen Hybridrasen auszutauschen, ist aufwendig. Er wird angesät und gedeiht wie übliches Gartengewächs. Daher fräst der FC Bayern die Spielfläche nur bis zu den Wurzeln ab und legt den neuen, natürlichen Rollrasen darauf. Schließlich soll am Samstag gegen Köln auf sattem Gras gekickt werden.

Haben die Greenkeeper den Rasen falsch behandelt?

Premier-League- oder Footballklubs vertrauen weltweit auf Hybridrasen. Weil der FC Bayern eine große Bühne bietet, droht dem niederländischen Hybridrasen-Hersteller Desso Sports Systems ein Imageverlust. Er installiert die Kunststofffasern und die Drainage. Desso-Geschäftsführer Marc Vercammen gab daher in der Süddeutschen Zeitung dem FC Bayern die Schuld.

Denkbar sei, so Vercammen, der Platz sei von den Greenkeepern falsch behandelt worden. „Hätten wir Fehler gemacht, wäre der Rasen nicht einer der besten in der Bundesliga gewesen.“ Doch die Szene ist beunruhigt. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich auch der FCA bei Desso erkundigt haben. In der WWK-Arena wird seit Saisonbeginn auf Hybridrasen gespielt.

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