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Hansi Flick zeigt, wofür ein Trainer verantwortlich ist

Hansi Flick zeigt, wofür ein Trainer verantwortlich ist
Kommentar Von Tilmann Mehl
10.11.2019

Niko Kovac übergab die Verantwortung gerne an die Spieler. Hans Flick zeigt, dass ein Trainer mehr Einfluss auf das Spiel nehmen kann - und soll.

Trainer sind nicht zwingend für Erfolg oder Misserfolg ihrer Mannschaften verantwortlich. Pfosten oder Tor, Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, ein Stürmer, der schlecht geschlafen hat: kann kein Trainer etwas dafür.

Sehr wohl verantwortlich ist der Coach hingegen für die Strategie seines Teams. Niko Kovac beispielsweise vertraute auf die individuelle Klasse seiner Spieler und verlangte zusätzlich Einsatz und Willen. Auf ähnliche Weise hat Zinédine Zidane mit Real Madrid dreimal in Folge die Champions League gewonnen. Zidane hatte Cristiano Ronaldo.

Flick gab beim FC Bayern eine Taktik vor

Die ersten Tage von Hans Flick als Trainer der Münchner stärken das Traineramt. Während Kovac in seinen letzten Wochen in München ausschließlich seine Spieler für die gehemmten Auftritte in die Pflicht nahm, verordnete Flick ihnen eine Taktik, die als Katalysator für einen couragierten Auftritt gedient hat.

Den Dortmundern hingegen steht der schmerzhafte Prozess möglicherweise in Kürze bevor, sich von einem Trainer zu trennen, der auch und vor allem wegen seiner Fachkompetenz geschätzt wird. Lucien Favre verfügt über einen Kader, der auf spektakuläres Angriffsspiel ausgelegt ist. Bis auf wenige Ausnahmen aber spielt die Borussia risikoarmen Verwaltungsfußball.

Zeigt mehr Emotionen an der Seitenlinie: Dortmunds Trainer Lucien Favre.
Bild: Bernd Thissen/dpa

Derzeit ist völlig unklar, wie sich der BVB aus der Misere befreien will

Möglich, dass Favre gerne anderen Fußball sehen möchte. Seine öffentlichen Analysen aber beschränkt er auf wenige inhaltsleere Worte. Als emotionaler Anführer einer Mannschaft ist er bei all seinen Vereinen nicht aufgefallen. Dementsprechend ist vollkommen unklar, wie sich die Borussen aus der derzeitigen Misere befreien wollen. Das Prinzip Hoffnung nämlich ist meist eine wenig erfolgsfördernde Strategie. Eher ließe sich auf Tor statt Pfosten, Schiriglück und einen ausgeschlafenen Stürmer setzen.

Von einem Trainer in der Bundesliga aber darf mehr erwartet werden. Eine Spielidee ist nicht nette Zugabe, sondern Grundvoraussetzung. Ob diese dann zu Siegen führt, ist von vielen Faktoren abhängig. Sie macht den Erfolg aber wahrscheinlicher.

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