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Kommentar
30.11.2021

Messis Wahl zum Weltfußballer geht schon in Ordnung

Die Wahl von Lionel Messi zum Weltfußballer ist umstritten - falsch aber ist sie nicht.
Foto: Christophe Ena/AP/dpa

Persönlichkeits-Wahlen gehen Fakten gerne aus dem Weg. Das erhöht das Aufregungspotenzial ungemein. Sich aber nun an der Wahl Messis zum Weltfußballer abzuarbeiten, ist schon reichlich komisch.

Es muss dann schon der Griff ins höchste Regal sein. "Skandal-Wahl" titelt die Bild. Es hat sich aber nicht irgendein südamerikanischer Despot in Fantasieuniform nach einem Witz-Votum zum Regierungschef einer Bananenrepublik erklärt, sondern Lionel Messi hat schlicht die Wahl zum besten Fußballer der Welt gewonnen. Wenngleich sein Anzug an eine Fantasieuniform erinnerte.

Doch nicht nur der Boulevard zürnt ob der Ungerechtigkeit, dass sich nicht Robert Lewandowski Gewinner des Balllon d'Or nennen darf. Natürlich findet es der FC Bayern auch dezent doof, dass ihr Stürmer den Preis nicht gewonnen hat.

Die Fans der Münchner sehen Lewandowski natürlich auch weit vor Lionel Messi, der zwar schon ein ganz guter Kicker sei, aber im vergangenen Jahr nicht an Robert Lewandowski ranreiche. Medien und Anhänger machen sich die Argumentation enttäuschter Eltern zu eigen, deren Kind bei der Wahl zum Klassensprecher nur Zweiter geworden ist.

Robert Lewandowski hätte den Preis verdient - Messi aber auch

Selbstverständlich hätte auch Robert Lewandowski den Preis verdient gehabt. Ein Preis, der übrigens gar nicht so außergewöhnlich ist, schließlich veranstaltet nächsten Januar die Fifa auch noch Fest mit allerlei Auszeichnung für die Besten der Besten.

Diesmal hatte das Magazin France Football zur Wahl gebeten. Die 41 Saisontore Lewandowskis sind eine historische Leistung. Er hat zudem beständig in den internationalen Wettbewerben getroffen und mit Polen eine passable Europameisterschaft gespielt. Aber er spielt eben in einem nationalen Wettbewerb ohne Wettbewerb. Die deutsche Meisterschaft dürfte die internationalen Journalisten bei ihrer Wahl kaum imponiert haben. Gleiches gilt für die Klub-Weltmeisterschaft oder den deutschen Supercup.

Lionel Messi hat auch Außergewöhnliche geschafft

Messi hat den spanischen Pokal gewonnen. Aber um nationale Trophäen geht es bei dieser Wahl nur am Rande. Der argentinische Ausnahmekönner hat seinem Land die erste Copa América seit 28 Jahren beschert. Die Konintentalmeisterschaft ist das südamerikanische Pendant zur Europameisterschaft. Messi wurde Torschützenkönig des Turniers. Er lieferte die meisten Vorlagen zu Toren. Er war der beste Spieler der Copa América.

Sich diese Fakten nicht zu vergegenwärtigen und es zumindest zu erwägen, Messi könnte zurecht als Weltfußballer geehrt worden sein, zeigt einen arg eingeschränkten Blick auf den Fußball. Messi ist nicht der alles überstrahlende Wunderkicker früherer Tage. Er ist nicht der selbstverständliche Gewinner dieser Auszeichnung. Er ist aber auch kein unverdienter Sieger. Um es so schlicht wie möglich zu halten: Diese Wahl ist schon in Ordnung.

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