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FC Bayern

08.05.2015

Magier Guardiola hat an Zauber verloren

Pep Guardiola muss sich nach dem 0:3 in Barcelona kritische Fragen gefallen lassen.
Bild: Alberto Estevez (dpa)

Pep Guardiola galt Zeit als der gewiefeste Taktiker unter den Fußballtrainern auf diesem Planeten. Spätestens seit dem 0:3 in Barcelona wird auch der Spanier kritisch hinterfragt.

Nach allem, was man über Fußball im Allgemeinen und Lionel Messi im Besonderen weiß, wird das Finale der Champions League ohne den FC Bayern stattfinden. Ein 0:3 gegen den FC Barcelona ist von diesen Bayern nicht aufzuholen, nicht ohne Robben und Ribéry, ja, wahrscheinlich nicht einmal mit ihnen. Immerhin aber lenkt der Ausfall der beiden auf die Vorstellung, wie es gelaufen wäre, hätte Barça auf Messi und Neymar verzichten müssen, während Suárez mit Gesichtsmaske aufgelaufen wäre. Jetzt freilich ist nicht einmal sicher, ob es den Bayern helfen würde, trüge das famose Trio Augenbinden.

Es gibt Bayern-Anhänger, die sich in ihrer Verzweiflung an Porto klammern. Das 1:3, das die Münchner im Rückspiel mit einer Energieleistung getilgt haben. Gegen Barça aber reicht Energie allein nicht. Nicht einmal verbunden mit einem Haufen Glück. Manches Ergebnis lässt sich so lange drehen, bis sich für das Rückspiel noch eine Mini-Hoffnung destillieren lässt. Dieses 0:3 nicht. Es ist die pure Wahrheit. Die Münchner haben bekommen, was sie verdient haben.

Guardiola hat sich verzockt

Wem es an individueller Klasse gebricht, der versucht es mit Strategie. Pep Guardiola ist ein Meister auf diesem Feld. Experimentierfreudig bis zur vollständigen Verwirrung des Gegners. In Barcelona hat er sich verzockt. Messi & Co. mit einer Dreierkette und zwei vorgelagerten Abräumern zu bändigen, das Spiel in die Hälfte des Gastgebers zu tragen, ist gescheit, mutig, aber gescheitert. Der Rückbau während des Spiels, die OP am offenen Herzen, schob den Anfang vom Ende nur hinaus. Guardiola konnte der Mannschaft nicht helfen. Er ist mit ihr an Grenzen gestoßen. Der Magier hat Zauber verloren.

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Der Rekordmeister steuert nun, gemessen an seinen Ansprüchen und Möglichkeiten, auf ein fades Saisonfinale zu. Das Pokalfinale ist verpasst und nun wohl auch das Champions-League-Endspiel. Die gewonnene Meisterschaft ist Standard – und irgendwie fast schon wieder vergessen.

Der Umbruch, der angesichts der zahlreichen Wir-um-die-30-Akteure Lahm, Schweinsteiger, Robben, Ribéry, Alonso auf zentralen Position des Spiels stattfinden muss, könnte früher kommen, als die Betroffenen vermuten. Und Mario Götze ist den Bayern noch immer ein Rätsel. Ihre Geduld, es zu lösen, schwindet in Wochen wie diesen. Nun stehen am Samstag auch noch die Augsburger vor der Tür, über die der FC Bayern vergangene Saison bereits einmal gestolpert ist.

Eine weitere Pleite wäre die vierte in Serie. Danach das Rückspiel gegen Barça. Madre mía!

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