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Rummenigge und Klopp zeigen: Die Zeit der Demut ist vorbei

Kommentar Von Tilmann Mehl
07.02.2021

Mit den Tiraden in Richtung der Behörden zeigen sowohl Karl-Heinz Rummenigge als auch Jürgen Klopp, dass sie sich ihrer Privilegien nicht mehr bewusst sind.

Der erste Ärger war verständlich. Es ist ärgerlich, ungeplant am Flughafen übernachten zu müssen. Es macht als Pauschaltourist keinen Spaß und auch nichts als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern. Deswegen war den ersten Tiraden von Karl-Heinz Rummenigge in Richtung der Behörden nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Dass der nicht direkt betroffene Uli Hoeneß die Vorgänge aus der Entfernung als „Skandal ohne Ende“ kritisierte, ist schon befremdlicher. Es handelte sich ja am Ende nur um einen Flug von Berlin nach Doha, um an einem Wettbewerb von eher nachrangiger Bedeutung teilzunehmen. Weil die Frage um Starterlaubnis mit dem einsetzenden Nachtflugverbot kollidierte, mussten die Bayern länger am Flughafen bleiben als ihnen lieb war.

FC Bayern in Doha: Der Weltpokal ist vor allem wirtschaftlich interessant

Ein Skandal? Nur, wenn man die Maßstäbe ansetzt, die Rummenigge öffentlich machte, als er endlich in der Sonne angekommen war. Schließlich würden die die Münchner "als deutscher Verein für unser Land" antreten und ein möglicher Titelgewinn "würde der Bundesliga und damit auch unserem Land nicht schlecht zu Gesicht stehen". In einigen Teilen der Gesellschaft wird es als gesichtsgebender betrachtet, wie mit einer Pandemie umgegangen wird. Die Anreise zu einem wirtschaftlich lukrativen Stelldichein in Doha wird unverständlicherweise kaum beachtet.

Jürgen Klopp versteht nicht recht, warum seine Mannschaft nicht nach Leipzig fliegen darf.
Bild: Lino Mirgeler, dpa

An Rummenigge lässt sich beispielhaft betrachten, wie die vergangenes Jahr groß angekündigte Demut sich langsam zu verflüchtigen droht. Jürgen Klopp steht dem Münchner nur in wenig nach. Der Trainer des FC Liverpool wunderte sich lautstark, weshalb es für seine Mannschaft denn keine Ausnahmeregelung gebe, um zum Champions-League-Auswärtsspiel in Leipzig anzutreten. Einfache Antwort: Weil es eine Einreisesperre für Flüge aus Großbritannien gibt.

Müssen die Leipziger wirklich für ihr Heimspiel verreisen?

Fraglich ist auch das Vorgehen der Leipziger Verantwortlichen. Sie haben sich auf die Suche nach einem alternativen Spielort gemacht. Es gibt vernünftige Gründe für eine Einreisesperre aus England. Ebenso vernünftig ist, die Mobilität weitestgehend zu reduzieren. Was machen also die Leipziger: Verlegen ihr Heimspiel nach Budapest– auf dass auch sie fliegen müssen. Die Entscheidung wird als alternativlos präsentiert. Schließlich würde eine Spielabsage von der Uefa sanktioniert.

Die Vertreter des Profifußballs scheinen sich an ihre Privilegien derart gewöhnt zu haben, dass sie diese gar nicht mehr als solche wahrnehmen. Demut ist schnell vergänglich.

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07.02.2021

Dass Rolex-Kalle eine peinliche Figur ist, ist ja nun keine Neuigkeit. Und über Knast-Uli ist auch alles Wissenswerte bekannt. Wahrlich Aushängeschilder des deutschen Fußballs.

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07.02.2021

Corona und die “G’schichten” der Funktionäre und Profis haben bei eins bewirkt. Fußball ist nicht mehr ich Wichtigste Nebensache der Welt. Es interessiert mich zum Glück nicht mehr, wer gewinnt, wer Meister wird oder wie die Mannschaft gespielt hat. Das Leben hat deutlich wichtigere Dinge und allein sich über die “Trumps” Hoeneß sind Rummingge zu ärgern ist Vergeudung von Lebenszeit und Energie.

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07.02.2021

Was erlauben Rummenigge ?!

Nein - der FC Bayern repräsentiert nicht die Bundesrepublik Deutschland und muß daher zu jeder Zeit - auch während eines Nachtflugverbots in die weite Welt fliegen dürfen !

Noch dazu jetzt , während der immer noch Wirtschaft und Gesellschaft brutalst unter Druck setzenden Corona Krise - in welcher gerade dem Profifußball Vorteile verschafft und Sondergenehmigungen erteilt wurden , auf welche andere , weitaus wichtigere gesellschaftliche Sparten seit einem Jahr zwangsweise verzichten müssen .

Vollkommen unverständlich ist auch das Flugziel : Catar ! Ausgerechnet Catar !

Ist das nicht das islamisvhe Land , welche seit Jahrwn als Hauptsponsor und Finanzier islamistischer Terrorgruppen wie DAESH/IS , Boko Haram , Al Quiada , Islamiacher Jihad und vieler Terroristen mehr ?

Ist das nicht das Land , das sich die Wolkenkratzer in Doha von zehntausende Sklavenarbeitern hat errichten lassen , ohne diesen Arbeitern den gerechten Lohn auszuzahlen und ohne die notwendige Sicherheit auf den Baustellen zu organisieren , sodass wohl dort hunderte bei Unfällen ums Leben kamen ?

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07.02.2021

Im Gegensatz zu vielen anderen sich selbst lobenden "Fußball-Erfolgs-Clowns" hat Klopp bei Liverpool weder eine erfolgsversprechende Mannschaft noch ein reiches Erbe übernommen, deshalb ist er der ALLERBESCHTE und noch dazu in England - Respekt!

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07.02.2021

Rummenigge und Hoeneß sind für mich die größten Clowns im Profisport. Immer wieder zeigen deren Handeln und Verhalten, dass sie den Bezug zum Leben außerhalb des Profi-Fussball verloren haben. Demut ist ihnen wohl schon lange abhandengekommen und in den letzten Wochen wurde sich wohl eher aus PR-Gründen als aus Ernsthaftigkeit darauf bezogen.

Generell wurde für mich der Profi-Fussball während der aktuellen Pandemie sowieso entzaubert. Die Spiele vor leeren Rängen sind bzgl. Spannung am Nullpunkt angelangt. Da kann jeder Kreisliga-Kick mithalten. Wobei in der Kreisliga die Spieler vermutlich mit deutlicher mehr Leidenschaft für ihren Verein spielen. Es wird deutlich wie wichtig Fans und Ultras für den Profi-Fussball sind, denn sie machen für mich 90 Prozent der Stimmung aus, die ein Profi-Fussballspiel unter normalen Umständen zu bieten hat.

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07.02.2021

Werter Hr. Mehl,
die Vorlage wurde pefekt verwertet.

Die Pandemie treibt einen weiteren Keil durch die Gesellschaft. West vs Ost, Nord vs Süd, Reich vs Arm, Bildungsnah vs Bildungsfern und nun also Promi vs Normalo.
Mit welcher Arroganz von Fussballprofis auf Ihre Privilegien bestanden wird und das ganze zum "Wohle des Volkes" ausgegeben wird, hätte man vor ein paar Wochen nur dem amerikanischen Oberhaupt zugetraut. Offensichtlich wollen Hr. Höneß und Hr. Rummenigge den freien Posten als Fake-News-Spezialisten beerben.

Beispiele wie sehr sich der Profi-Fußball und seine Angehörigen vom Normalbürger uns seinen Einschränkungen entfernt hat, gibt es im Tagesrythmus:
- Familie Ronaldo zum Urlaub in den VAE
- Fr. Hummels zum Geschäftstrip in der Sonne Arabiens
- immer sauber getrimmt Haare und Bärte bei den Profis
- die Flugreise von Tolisos Tatoospezialist
- die positiv befundeten ukrainischen Nationalspieler, denen von Behördenseite zugestanden wurde, dass sie keinen Kontakt zur restlichen Nationalmannschaft hätten
- der Gehaltspoker von Hr. Alaba
- regelmässige Corona-Tests (vermutlich mehr als jeder Pfleger oder Arzt bekommt)
- und nun Hr. Klopp, Hr. Rummenigge und Hr. Höneß
Was bleibt dem Bürger und evtl Fussballfan
- Fussballbundesliga am Samstag Abend
- Pfleger und Ärzte kämpfen in Altersheimen und Krankenhäuser um das Leben von Patienten bis zum Knock-Down- für Kekse vom Verkehrsminister
- Tausende Gewerbetreibende stehen vor den Scherben Ihre Existenz
- was weitere Tausende in die Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit treiben wird
-Familien kämpfen mit Homeschooling, Home-Kindergardening und Homeoffice

Der Normalo wird seit 3 1/2 Monaten aus dem Vereinssport, Fitnessstudio oder Hallenbad ausgesperrt. Wäre doch mal schön, wenn sich Hr. Klopp, Hr. Rummenigge und Hr. Höneß ein Beispiel an Felix Neureuther nehmen würden. Der hat erkannt, dass unsere Kinder zur "No-Sports-Generation" mutieren und geht das Thema aktiv an. Hr. Klopp, Hr. Rummenigge, Hr. Höneß, Thomas Müller, David Alaba, Jo Kimmich: nutzt Eurer Popularität, um den Kinder-/Jugend und Vereinssport wieder auf die Füße zu helfen. Um Konzepte zu erarbeiten, dass Breitensport so schnell als möglich wieder stattfinden kann. Dass Kinder nicht dem Bildschirm verfallen, sondern wieder Vorbilder im Sport haben.
Hr. Rummenigge, Hr. Höneß seit wenigstens in einem Punkt ehrlich - ändert den Vereinsslogan
"Mia san Mia UND Dia san Dia".
Dann ist wenigstens klar auf welche Seite der Fan und Normalbürger steht.
Mit freundlichen Grüßen
eine ehemaliger FC Bayern Fan

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