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Warum der Abschied von Thiago so schmerzt

Kommentar Von Tilmann Mehl
18.09.2020

Thiago wurde von einigen Experten als "Schönspieler" bezeichnet. Dabei vergaßen sie, wie effektiv der Spanier agierte - und dazu auch noch schön spielte.

Lange Zeit begleitete Thiago der Vorwurf des Stammtischs, er sei einfach nicht effektiv genug. Sein Spiel möge zwar schön anzuschauen sein, in den wirklich maßgeblichen Statistiken aber würde sich zeigen, dass Thiagos Können vor allem auf Effekthascherei ausgelegt sei. Tatsächlich schießt der Spanier weder besonders viele Tore noch legt er sie vor.

Thiago aber ist Defensivspieler – möglicherweise der technisch beste der Welt. Seine Aufgabe in München war es, im Spielaufbau den Ball in Räume zu bringen, aus denen seine Mitspieler gefährlich in Richtung Tor agieren konnten. Er erdribbelte sich Freiräume oder fand sie mit Außenristpässen. Eleganz, die ihm zum Nachteil gereichte, wenn ihm Schönspielerei vorgeworfen wurde. Sein Spiel ist bezaubernd, aber immer zielgerichtet.

Thiago war Bayerns wichtigster Spieler im Pressing

Zudem war es zu großen Teilen Thiago zu verdanken, dass das Münchner Pressing nicht viel häufiger ins Leere lief. Keinem Spieler sind in der vergangenen Champions-League-Saison mehr Balleroberungen gelungen als Thiago. Statistisch gesehen, ist er mit 60 Prozent gewonnenen Zweikämpfen einer der robustesten Bayern im Duell Mann gegen Mann.

Thiagos Bedeutung für das Spiel der Münchner ist nicht hoch genug anzusetzen. Sein Abschied aber wird nicht nur der Mannschaft wehtun. Er schmerzt auch all jene, die eine Vorliebe für Eleganz haben.

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Im Falle Thiagos: für effektive Eleganz.

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