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Nachwuchsfußball

02.05.2020

Weniger Leistungsdruck: FC Bayern meldet Nachwuchsmannschaften ab

Der FC Bayern München strukturiert seinen Nachwuchsbereich um.
Bild: Andreas Gebert, dpa

Der FC Bayern München stellt den Spielbetrieb zweier Nachwuchsmannschaften ein. Den Nachwuchskickern soll dadurch der Leistungsdruck genommen werden.

Weg vom Leistungsdruck - das passt eigentlich nicht zu einem Verein wie dem FC Bayern München. Für die jüngsten Nachwuchskicker soll aber nun genau dieses Motto gelten. Denn wie der Verein am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab, soll der Grundlagenbereich der Nachwuchsabteilung umstrukturiert werden.

Konkret wollen die Verantwortlichen mit der U9 und der U10 die jüngsten Nachwuchsmannschaften schrittweise aus dem Spielbetrieb nehmen. Die U9, der ältere F-Jugend-Jahrgang, wird demnach schon zur Saison 2021/2022 nicht mehr an den Start gehen. Ein Jahr darauf folgt mit der U10 der jüngere E-Jugend-Jahrgang. Die fußballerische Ausbildung am FC Bayern Campus soll in Zukunft erst mit der U11 starten.

Weniger Leistungsdruck beim FC Bayern für junge Nachwuchsfußballer

Die Entscheidung überrascht insofern, als Spielerwechsel schon im Nachwuchsbereich zur Tagesordnung gehören. Große Klubs wollen sich die besten Talente möglichst früh sichern. Der Münchner Merkur berichtete erst im vergangenen Jahr über Spieler im Grundschulalter, die vom FT Gern zum FC Bayern München wechselten.

Solche Kindertransfers soll es beim FC Bayern in dieser Form nicht mehr geben: "Der FC Bayern ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerade für die ganz jungen Fußballer im Raum München und den angrenzenden Regionen bewusst. Den Kindern soll es mit diesem Schritt ermöglicht werden, sich länger ohne Leistungsdruck und ohne zusätzlichen zeitlichen Aufwand in ihrem gewohnten Umfeld des Heimatvereins entwickeln zu können", erklärt Holger Seitz, stellvertretender sportlicher Leiter am FC Bayern Campus.

Wohnen die Nachwuchstalente nicht in unmittelbarer Nähe zum großen Klub, stellen solche Wechsel Kinder und ihre Familien nämlich nicht selten vor große Herausforderungen: Denn entweder werden die Kinder schon früh von ihren Familien getrennt und ziehen in Internate oder sie müssen zusammen mit ihren Eltern Schule, Anfahrt und mehrmaliges Training in der Woche selbst koordinieren. Für Freizeit und Freunde abseits des Fußballplatzes bleibt dann oft wenig Zeit.

Kinder sollen auch andere Sportarten ausprobieren

Dem will man beim FC Bayern jetzt wohl Rechnung tragen: "Wir wollen mit diesem Schritt mehr Gestaltungsmöglichkeit in der Freizeit der ganz jungen Kinder erreichen, dass sie auch die Möglichkeit haben, andere Sportarten auszuprobieren. Langzeitstudien haben ergeben, dass das Erlernen unterschiedlicher sportlicher Fertigkeiten und Fähigkeiten positiven Einfluss auf das fußballerische Leistungsvermögen jedes einzelnen haben kann", erklärt Peter Wenninger, sportlicher Leiter U9-U15 beim FC Bayern München.

So ganz vom Radar der Bayern sollen die Kinder aber nicht verschwinden: Wie der Verein mitteilt, sollen ab der Saison 2020/21 zusätzlich zu den Trainingseinheiten in den Heimatvereinen regelmäßig Förderkader-Trainingseinheiten im Altersbereich U7 und U8 auf dem FC Bayern Campus stattfinden. Diese Maßnahme soll in den kommenden Jahren schrittweise auf vier weitere Standorte in der Region München sowie die jeweiligen U9- und U10-Jahrgänge erweitert werden.

Alle Neuigkeiten zum FC Bayern lesen Sie in unserem News-Blog.

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