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FCB gegen BVB

08.11.2019

Wie der BVB seine Horrorbilanz gegen die Bayern aufbessern will

Gleich fünf Mal jubelten die Bayern im April. Der Erfolg war einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Meisterschaft. Derzeit aber sind die Münchner von spielerischer Leichtigkeit weit entfernt.
Bild: Matthias Balk, dpa

Die Bayern demütigten Dortmund bei den vergangenen Aufeinandertreffen. Diesmal aber wählt der BVB einen anderen Ansatz – und die Münchner wohl auch

Der Mentalitätsdebatte haben sich die Dortmunder geschickt entzogen. Nachdem die Borussen vor einem Monat noch gleichmütig Punkt um Punkt verschenkten, finden sie mittlerweile Gefallen daran, sich selbst aus schwierigsten Situationen zu befreien.

In Gladbach wissen sie immer noch nicht, wie sie die überlegen geführte Pokalpartie samt 1:0-Führung noch aus der Hand geben konnten – am Ende jubelten die Dortmunder über ein 2:1. Gegen Inter Mailand lag die Mannschaft von Lucien Favre gar 0:2 zurück, ging aber mit einem 3:2-Erfolg vom Feld und dementsprechend forsch in das Spiel am Samstag beim FC Bayern (18.30 Uhr, Sky).

BVB-Sportdirektor Zorc will "Männerfußball" von seiner Mannschaft sehen

Sportdirektor Michael Zorc hat beispielsweise keinerlei Lust, sich über taktische Kniffe Gedanken zu machen. "Wir müssen Männerfußball spielen, wir müssen Kerle sein", lautet die einzige Forderung. Offenbar unterscheidet sich seine Definition von Männerfußball arg von dem praktisch Erlebten. Männerfußball zeichnet sich demnach nicht durch das zweiminütige Liegenbleiben nach zarten Berührungen und ständiges Intervenieren beim Schiedsrichter aus. Sondern: Einsatz.

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BVB-Sportdirektor Michael Zorc fordert ein anderes Auftreten als bei den letzten fünf Gastspielen bei Bayern.
Bild: Guido Kirchner/dpa

Den ließen die Dortmunder bei ihren vergangenen vier Ligaauftritten in München tatsächlich zeitweise vermissen: 1:5, 1:4, 0:6, 0:5. "Horrorbilanz", fasst Zorc die Demütigungen zusammen. Diesmal freilich soll alles besser werden. Weil sich die Münchner nach mauen Leistungen und dem darin begründeten Trainerwechsel in der Findungsphase befinden, darf der Gast tatsächlich hoffen, ohne ramponiertes Selbstvertrauen aus der Allianz-Arena entlassen zu werden.

Bayern-Trainer Flick ist sich sicher: Sein Team wird "alles raushauen"

Blockt alle Fragen zu seiner Zukunft ab: Münchens Interimstrainer Hansi Flick.
Bild: Sven Hoppe/dpa

Bayerns Interimszwischenvielleicht-Lösung Hans Flick wiederum versteht sich selbstverständlich auch auf markige Worte. Er hat Niko Kovac bei der Arbeit beobachten dürfen. Der legte mehr Wert auf Intensität denn auf taktische Raffinesse. Flick ist sich demnach sicher, dass seine Mannschaft "alles raushauen" werde. Das wiederum könnte dazu führen, dass der Coach auch weiterhin auf der Bayern-Bank sitzt.

Am Mittwoch haben die Münchner Arsène Wenger abgesagt. Zuvor richteten bereits Erik ten Hag und Thomas Tuchel aus, dass sie zumindest während der laufenden Saison nicht gedenken, zum FC Bayern zu wechseln. Am wahrscheinlichsten ist nun, dass Flick bis zum Saisonende übernimmt – und zur neuen Saison ein namhafter Kandidat übernimmt. Das Tagesgeschäft aber schien den Machern in den vergangenen Jahren wichtiger als eine langfristige Strategie. Daher könnte eine empfindliche Niederlage gegen den BVB auch für ein abermaliges Nachdenken sorgen.

Derartige Eventualitäten haben derzeit keinen Platz in Flicks Gedankenwelt: "Das Spiel gegen Dortmund ist die Ziellinie. Da wollen wir durchgehen mit einem Sieg. Das ist das, was mich antreibt, das ist das, was die Spieler antreibt." Was danach kommt, wird ausgeblendet.

Unwahrscheinlich, dass der Trainer der Kampf-und-Willen-Rhetorik einen Kreativexzess folgen lässt. Wie schon gegen Piräus werden Thiago und Philippe Coutinho den Anpfiff wohl auf der Bank verfolgen. "Uns hat gutgetan, dass wir uns auf die Defensive konzentriert haben", ist Flick zufrieden mit der Leistung beim 2:0 gegen Piräus. In der Offensive sei freilich "noch Luft nach oben". Zu ändern aber ist das nicht "von heute auf morgen".

Männerfußball, alles raushauen, auf die Defensive konzentrieren – und mittendrin mit Favre und Flick zwei Trainer, deren ursprüngliches Anliegen ist, sehenswerten Offensivfußball zu spielen. Dazu noch eine vorgelagerte Mentalitätsdebatte und andernorts ein Trainerwechsel. Die Dortmunder werden ein besseres Ergebnis als in den Vorjahren einfahren. Schöner anzuschauen wird es nicht zwingend.

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