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FC Bayern München
11.04.2022

Der FC Bayern gegen Villarreal: Mit der Kraft der Telefonzentrale

Für Bayern-Trainer Julian Nagelsmann geht es gegen Villarreal um den Einzug ins Halbfinale und um die Bewertung der kompletten Saison.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Vor dem Spiel gegen Villarreal will Bayern-Trainer Nagelsmann seine kriselnden Stars in Gesprächen starkreden. Auf einen Nationalspieler muss er aber verzichten.

Bedeutend viel mehr als in den jüngsten Tagen, befand Bayerns Trainer Julian Nagelsmann, könne er nicht mehr mit seinen Spielern sprechen: "Sonst bin ich wie bei einer Telefonzentrale." Vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League am Dienstag gegen den FC Villarreal (21 Uhr, Amazon Prime) scheinen sich gleich mehrere Leistungsträger eine Leistungskrise genommen zu haben.

Damit die Formtiefs der Herren Kimmich, Müller oder Sané rechtzeitig zum Anpfiff am Dienstag ein Ende nehmen, stand bei Nagelsmann Seelenmassage auf dem Programm. Dass aber etwa Leroy Sané, der am Samstag gegen den FC Augsburg noch recht unwirsch auf seine Auswechslung reagiert hatte, am Montag mit bester Laune am Trainingsbetrieb teilnahm, will Nagelsmann nicht auf sich zurückführen: "Dann müsste eigentlich jeder gut gelaunt aus der Kabine kommen, nein. So schnell, wie er in den Frust hereinkommt, so schnell kommt er auch wieder heraus."

Die Chancenverwertung Villarreals lässt die Bayern-Chancen bestehen

Ob an den kommenden Tagen nun generell gute oder schlechte Laune beim FC Bayern herrscht, wird im Wesentlichen vom Ausgang des Spiels gegen die Spanier abhängen. Scheitert der Rekordmeister im Viertelfinale der Champions League, würde der gesamten Saison ein Makel anhaften. Dass der FCB nach dem 0:1 im Hinspiel überhaupt noch eine realistische Chance auf den Einzug ins Halbfinale hat, ist vor allem der fahrlässigen Chancenverwertung Villarreals zuzuschreiben.

Das sieht auch Kapitän Manuel Neuer so, der "von der besten Niederlage, die wir haben konnten", spricht. Zugleich betont Neuer nach zwei recht durchwachsenen Auftritten der Bayern in Villarreal und beim Heimspiel gegen den FC Augsburg am Samstag die Stärke seiner Mannschaft: "Mit uns ist nicht zu spaßen, wenn wir so ein Spiel wie in Villarreal verloren haben. Das wurmt uns natürlich."

Auch sein Trainer reagiert auf die Vorhalte, wonach der FCB mit der Höhe der Hinspielniederlage noch gut bedient war, recht angesäuert: "Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass Villarreal zu wenig Tore gemacht hat." Die Chancen, dass der FC Bayern noch mal eine derartige Leistung abliefert, sei äußerst unwahrscheinlich. An die Spanier gerichtet, fügte Nagelsmann an: "Sie haben einen Fehler gemacht: Sie haben uns damit am Leben gelassen. Und diesen Fehler wollen wir bestrafen."

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Niklas Süle hatte beim 1:0 in der Bundesliga gegen den FC Augsburg wegen leichten Fiebers gefehlt.
Foto: Matthias Balk/dpa

Niklas Süle fällt beim FC Bayern wegen einer Grippe aus

Nicht mithelfen dabei kann Nationalverteidiger Niklas Süle. Ihn setzt eine Grippe außer Kraft. Schon gegen den FCA am Samstag hatte er deswegen passen müssen. Zu früh kommt das Spiel zudem für Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting, der zuerst wegen einer Corona-Infektion, später mit Knieproblemen fehlte. Ansonsten sind alle Bayern-Profis körperlich fit – ein Umstand, der in früheren Spielzeiten zu diesem wichtigen Zeitpunkt auch schon mal deutlich anders aussah.

Für Villarreal ist es eines der wichtigsten Spiele der Vereinshistorie

Wer auch immer auflaufen wird, wird gegen eine relativ ausgeruhte Mannschaft von der spanischen Ostküste treffen. Beim 1:1 gegen Bilbao am Wochenende rotierte Trainer Unai Emery auf elf Positionen im Vergleich zum Sieg gegen die Bayern unter der Woche. Einer, der in München wohl wieder in die Startelf rücken wird, ist Stürmer Gerard Moreno. Motivationsprobleme scheinen ihn und seine Mitspieler nicht zu plagen, schließlich stellt die Partie "eines der wichtigsten Spiele in der Geschichte von Villarreal" dar, wie er versicherte. Letztmals stand Villarreal in der Saison 2005/06 im Halbfinale der Königsklasse. Obwohl sein Team die vergangenen drei Auswärtsspiele in der Champions League gewonnen habe, sei der FC Bayern der Favorit.

Als solchen betrachtet sich auch nach wie vor der FC Bayern, der in diesen Tagen seine eigene Stärke betont. Nach den vielen Gesprächen und den Ankündigungen brennen seine Spieler darauf, den Beleg dafür auf dem Feld zu liefern, wie Nagelsmann sagte: "Jetzt waren die Spieler zwei, drei Tage an der Leine, nicht mal eine Langlaufleine, sondern eine sehr kurze – jetzt muss ich nur noch diese silberne Schnalle aufmachen und dann müssen sie laufen."

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