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Formel 1: Gibt Lewis Hamilton bei Ferrari auf?

Formel 1

Gibt Lewis Hamilton bei Ferrari auf?

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    Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton erlebt ernüchternde Zeiten bei Ferrari.
    Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton erlebt ernüchternde Zeiten bei Ferrari. Foto: Denes Erdos, dpa

    Lewis Hamilton zieht sich zurück. Zumindest zeitweise. Die Formel 1 pausiert für wenige Wochen, ehe es Ende August in Zandvoort weitergeht. Ruhe vor Teil zwei der Saison also. Besonders Hamilton braucht diese kurze Zeit des Verschnaufens. „Ich werde die Zeit nutzen, die Batterien wieder aufzuladen und stärker zurückzukommen“, sagte der Brite. Viel schlechter ginge es ja auch gar nicht.

    Hamilton ist Rekordweltmeister. Sieben Titel hat er gewonnen, was ihn auf eine Stufe mit Michael Schumacher stellt. Nur bei Ferrari kommt der 40-Jährige nicht in Fahrt. Ganz im Gegenteil. Die Situation frustriert den Briten so sehr, dass er am vergangenen Wochenende in Ungarn nach der Qualifikation sogar davon geredet hatte, dass es wohl das beste sein könnte, ihn auszutauschen. Weil er so viel schlechter als Teamkollege Charles Leclerc fahre.

    151 Punkte hat Leclerc bisher gesammelt, Hamilton gerade mal 109. In den Qualifikationsduellen steht es 10:4 für Leclerc. Zahlen, die den Rekordweltmeister schmerzen. Also sagte er am Samstag: „Es bin immer wieder ich. Ich bin nutzlos, absolut nutzlos. Das Team hat kein Problem. Das sieht man ja daran, dass das andere Auto auf der Pole-Position steht. Es scheint, als wenn wir einfach den Fahrer austauschen müssen.“ Weil er es sei, der die Leistung nicht abrufe.

    Hamilton kommt mit seinem Dienstwagen nicht zurecht

    Worte, die einer heftigen Emotion entsprangen. Am Sonntag nach dem Rennen, das mit Rang zwölf und der nächsten Enttäuschung endete, sprach er davon, keinesfalls aufgeben zu wollen. „Schreibt mich noch nicht ab“, meinte er. Zu denken aber gibt eine andere Aussage: „Wenn man ein Gefühl hat, hat man ein Gefühl. Im Hintergrund laufen viele Dinge ab, die gar nicht gut sind.“

    Hamilton kommt mit seinem Dienstwagen nicht zurecht. Genauer gesagt mit dem hinteren Teil, dem Heck. Das Bremsen fällt ihm schwer, auch das Einlenken. Weil das Auto so unruhig ist. Bestens zu sehen in der Qualifikation von Spa, als ihm ein spektakulärer Dreher passierte. Ungewöhnlich für Hamilton.

    Momente allerdings, die Sebastian Vettel ebenfalls kennt. Auch der viermalige Weltmeister kam nach dem Wechsel zu Ferrari mit seinem Rennwagen nicht mehr zurecht. Auch er klagte über ein nervöses Heck. Anders soll es gewesen sein, als er kurzzeitig mal Leclercs Dienstwagen fahren durfte. Ein ganz anderes Auto soll das gewesen sein, soll Vettel gesagt haben.

    Ein Problem, das nun auch Hamilton hat? Wird womöglich Leclerc, der Ferrari-Zögling, dem Rekordweltmeister vorgezogen? Eigentlich kann sich die Scuderia nicht leisten, nur auf ein Auto zu bauen. Der Teamerfolg würde damit massiv gefährdet. Womöglich muss sich Hamilton tatsächlich anpassen und mit seinem Fahrstil den Erforderlichkeiten des Ferrari entsprechen. Keine leichte Aufgabe für einen 40-Jährigen.

    Mit dem Wechsel zu Ferrari hatte sich Hamilton einen Traum erfüllt. Wie viele Rennfahrer wollte er unbedingt für die Scuderia fahren. Wie viele andere Rennfahrer aber schafft auch er es nicht, das italienische Traditionsteam wieder zu einem dauerhaften WM-Anwärter zu formen. Zu inkonstant sind die Leistungen.

    Ferrari-Teamchef ist von Hamilton weiterhin überzeugt

    Die Zukunft von Hamilton scheint ungewiss. Wenngleich Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur sicher sei, dass der Brite nicht aufgeben werde. „Ich verstehe die Reaktion von Lewis. Er ist sehr fordernd mit dem Team, mit sich selbst, mit allen. Er wird zurückkommen und er wird wieder mitkämpfen“, sagte der Franzose.

    Bernie Ecclestone dagegen ist überzeugt, dass ein rasches Karriereende für Hamilton die beste Lösung sei. „Er würde sich selbst betrügen, wenn er weitermacht. Er sollte jetzt aufhören“, sagte der 94-jährige Ex-Formel-1-Chef der britischen Zeitung Daily Mail und fügte an: „Wenn ich ihn betreuen würde, würde ich jetzt direkt mit Ferrari verhandeln und sagen: ‚Wenn Sie jemanden haben, der Lewis ersetzt, wird er zurücktreten.‘“

    Bernie Ecclestone ist überzeugt, dass ein Karriereende für Lewis Hamilton das Beste wäre.
    Bernie Ecclestone ist überzeugt, dass ein Karriereende für Lewis Hamilton das Beste wäre. Foto: Max Slovencik, dpa

    Hamilton sei müde. Weil er schon so lange in der Formel 1 dabei sei. Er brauche eine Pause. Die wenigen Wochen bis zum nächsten Rennen in den Niederlanden dürfte Ecclestone damit nicht gemeint haben. Ihm ging es um einen Neuanfang für Hamilton. Raus aus der Formel 1 also, aufhören mit der Königsklasse. Hamilton aber ist ein Kämpfer. Mit so vielen Enttäuschungen wird er sich kaum verabschieden wollen. Er hat noch eine Rechnung offen. Mit sich selbst – aber auch mit Ferrari.

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