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Fußball-EM 2024: Italien und Spanien im Duell: Vorentscheidung in der "Todesgruppe"

Fußball-EM 2024

Italien und Spanien im Duell: Vorentscheidung in der "Todesgruppe"

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    Die Spanier sind mit einem souveränen Sieg in die Europameisterschaft gestartet.
    Die Spanier sind mit einem souveränen Sieg in die Europameisterschaft gestartet. Foto: Valeria Witters

    Die Golfer nehmen die drei Plätze am Öschberghof in Beschlag. Nur ein paar Hundert Meter weiter, in Sichtweite des Fünf-Sterne-Resorts, hat die spanische Mannschaft im Donaueschinger Stadtteil Aasen während der Fußball-Europameisterschaft ihre Trainingsanlage. Dort fällt einem sofort das aufgestellte große Bild der Spieler auf, die sich umarmen und einen Kreis bilden. Der Slogan kann angesichts des Motivs nicht verwundern: "Somos Equipo" steht darauf – Wir sind ein Team. 

    Wenn man die Aussagen der Spieler verfolgt, fällt sofort auf, dass dieses Motto von der Realität gedeckt wird. Hier präsentiert sich kein Team, das von Einzel-Interessen geleitet wird. Sondern eine Mannschaft, die an einem Strang zieht. Hätten sich die Spanier doch nach ihrer Auftakt-Machtdemonstration gegen Kroatien durchaus im eigenen Glanz sonnen können. Wenigstens ein wenig. Doch von Übermut oder Kampfansage an die Konkurrenz ist am Dienstag nichts zu spüren. 

    Top-Favorit? Die Spanier verweisen auf Deutschland

    "Das war gut für uns", sagt Mittelfeldspieler Martin Zubimendi kurz und knapp über den 3:0-Erfolg, um im gleichen Atemzug hinzuzufügen: "Aber es herrscht bei uns keine Euphorie." Dies sei nur ein einziges Match gewesen. Nur der Anfang. Der erste Schritt auf dem Weg zum großen Ziel: Dem vierten EM-Titel nach 1964, 2008 und 2012. Als Top-Favorit sehen sich die Iberer nicht und verweisen auf die deutsche Elf. Die Favoritenrolle anderen zu überlassen, ist ein probates Mittel, um den Druck weiterzureichen. Doch das eigene Licht stellt man auch nicht unter den Scheffel. "Wir gehören zur Gruppe der Titelanwärter", sagt der Akteur von Real Sociedad San Sebastian. 

    Unter den Titelkandidaten wird auch immer Italien aufgelistet. Am Donnerstag (21 Uhr) kommt es zum mit Spannung erwarteten Duell des Ex-Champions mit dem Titelverteidiger. Beim spanischen Gegner muss Coach Luciano Spalletti seinen Mannen erst mal den Schlendrian austreiben, der den mühsamen 2:1-Auftaktsieg gegen Albanien um ein Haar verhindert hätte. "Manchmal gefallen wir uns zu sehr", schreibt der Maestro den Azzurri (übersetzt: die Blauen) ins Stammbuch. Der auf Disziplin auch abseits des Platzes achtende Trainer, der mit dem SSC Neapel vor einem Jahr italienischer Meister wurde, hat bei der Nationalelf den nach Saudi-Arabien abgewanderten Europameister-Coach Roberto Mancini beerbt. 

    Die Spanier lassen sich von den italienischen Schwächen im ersten Spiel nicht täuschen. Die Akteure der Furia Roja (rote Furie) wissen, was sie in der "Todesgruppe", wie ihr Nationaltrainer Luis de la Fuente vor dem Turnier gesagt hatte, vom Kontrahenten zu erwarten haben. "Sie sind sehr ernstzunehmen, offensiv wie defensiv. Auch weil sie mit wechselnden Systemen arbeiten", beschreibt Zubimendis Mittelfeld-Kollege Rodri die italienischen Stärken. 

    Damit sie nicht ihr Spiel aufziehen können, muss der 27-Jährige wie schon so oft zum großen Bollwerk im defensiven Mittelfeld werden und die italienischen Offensivspieler um Kapitän Nicolo Barella einbremsen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wird er sich auch ins spanische Angriffsspiel einschalten. Dass er Tore schießen kann, hat er vor einem Jahr im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand bewiesen, als er mit seinem Treffer Manchester City zum Pokal-Triumph schoss. Die Spanier wissen, was sie an Rodri haben. Zubimendi: "Er ist der beste Spieler der Welt auf seiner Position." Rodri spricht lieber über das nächste Spiel als über sich und gibt die Devise vor: "Das Wichtigste ist, dass wir auf uns schauen und unseren Job machen."

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