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Special One vor Rückkehr: José Mourinho übernimmt Real Madrid

Fußball

Rührende Verklärung: José Mourinho steht vor Rückkehr zu Real Madrid

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    José Mourinho kehrt wahrscheinlich zu Real Madrid zurück.
    José Mourinho kehrt wahrscheinlich zu Real Madrid zurück. Foto: Khalil Hamra/AP, dpa

    Wer nicht zu Verklärungen neigt und mit seinem Dasein im Hier und Jetzt vollumfänglich zufrieden ist, hat die höchste Stufe persönlichen Glücks erreicht. Wahrscheinlich hat man es aber auch mit einem selbstzufriedenen Dummkopf zu tun. Zwar war früher nicht alles besser, manches aber schon. Den alten Zeiten nachzuhängen, ist allzu menschlich. Und ein Zeichen von Intelligenz. Aus der Vergangenheit zu lernen, bedeutet, die Zukunft zu gestalten. Steht so oder so ähnlich in Wahlprogrammen und an Museumswänden. Vergessen schon beim Umblättern oder dem Betreten des Souvenirshops.

    Viele Trends beruhen auf einer Mischung aus Verklärung und Vergesslichkeit. Bekanntestes Beispiel: Schulterpolster. Werden im Zehnjahresrhythmus in Fast-Fashion-Artikel genäht. Und wenig später als modischer Fehltritt anerkannt. Dann vergehen wieder zehn Jahre. Auch der Fußball unterliegt Trends. Freunde der Patina haben hier ihre Heimat. Früher, als noch anständige Zweikämpfe geführt wurden und die Straßenfußballer mit ihren Tricksereien begeisterten, hach. Dabei war das Früher auch von zerborstenen Schienbeinen geprägt und von Verteidigern, deren koordinative Überforderung bei jedem gegnerischen Hüftwackler augenscheinlich wurde.

    Carlo Ancelotti hat die Madrilenen mit Verständnis überschüttet

    Auch im Fußball kommt alles wieder. Die Dreierkette ist nichts anderes als die Modernisierung des Liberos. Der Mittelstürmer wich der falschen Neun, ehe dem einschädelnden Mann in der Spitze vor allem die Germanen nachweinten. Auch die Art der Mannschaftsführung folgt einer Pendelbewegung zwischen den Polen Strenge und Sanftmut. In Madrid haben sie immer noch mit den Ausläufern des Spielerverstehers Carlo Ancelotti zu kämpfen. Der überschüttete seine Mannschaft mit einer gewinnbringenden Mischung aus Vertrauen und Verständnis. Ein davon übersättigter Vinicius Junior ward fortan nicht mehr in ein gedeihliches Miteinander einzubinden.

    Die Schlussfolgerung von Reals allmächtigem Präsidenten Florentino Perez ist verständlich. Er wird wohl einen Trainer verpflichten, dessen pädagogischen Leitlinien aus der Zeit gefallen schienen. Spanische Medien berichten, dass José Mourinho den Haufen verhaltensinteressanter Individuen in der kommenden Saison wieder zu einer Einheit formen soll. Der Portugiese feierte letztmals 2015 eine Meisterschaft (mit dem FC Chelsea). Seine Methoden gelten als antiquiert. Mourinho ist das Schulterpolster unter den Trainern. Real beschwört mit ihm die Vergangenheit. Das ist rührend. Und vielleicht sogar erfolgreich.

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