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Gruda, Kone, Anselmino und Naderi: Das war der Deadline Day im Fußball

Fußball

Wildes vom Transfermarkt: Das war der Deadline-Day

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    Gestatten: Brajan Gruda. Der Ex-Mainzer ist der wertvollste Spieler, der in diesem Winter in die Bundesliga gewechselt ist – zur Freude von Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer.
    Gestatten: Brajan Gruda. Der Ex-Mainzer ist der wertvollste Spieler, der in diesem Winter in die Bundesliga gewechselt ist – zur Freude von Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer. Foto: RB Leipzig

    Die irrste Geschichte dieses am Montag zu Ende gegangenen Transferfensters ist eine, bei der kein Geld für Ablösesummen geflossen ist. Sie dreht sich um Aarón Anselmino. Der 20-jährige Argentinier war bis Saisonende vom FC Chelsea an Borussia Dortmund ausgeliehen – eigentlich. Ende Januar überlegte es sich Chelsea anders, brach die Leihe ab und beorderte den Innenverteidiger zurück in die britische Hauptstadt. In Dortmund, wo der Juniorennationalspieler einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen hatte, war die Überraschung groß.

    Aarón Anselmino gab bei Borussia Dortmund nur ein kurzes Gastspiel.
    Aarón Anselmino gab bei Borussia Dortmund nur ein kurzes Gastspiel. Foto: Bernd Thissen, dpa

    Auch Anselmino, der in zehn Pflichtspielen für den BVB sein Potential angedeutet hatte, wäre wohl gerne noch eine Weile geblieben. In einem Abschiedsvideo, das Dortmund über die sozialen Kanäle verbreitete, wischte sich der Argentinier immer wieder eine Träne aus den Augen. Wer nun dachte, dass Chelsea sportlich fest mit Anselmino plant, sah sich wenige Tage später schon wieder getäuscht: Nach einem Zwischenstopp in London ging es für das Talent erneut auf Leihbasis zu einem neuen Klub: Am letzten Tag des Transferfensters bekam Racing Straßburg den Zuschlag für ihn.

    So ganz fremd sind sich Straßburg und Chelsea jedoch nicht, beide Klubs gehören zum Konsortium BlueCo von Chelsea-Besitzer Todd Boehly. Bei Straßburg wiederum brachen die Londoner das Leihgeschäft von Mamadou Sarr ab. Den 20-Jährigen hatten die Blues im Sommer für 14 Millionen Euro von Straßburg verpflichtet, ihn aber sofort wieder an die Franzosen verliehen. Nun sollte Straßburg immerhin eine Kompensation erhalten – und die heißt eben Aarón Anselmino.

    Der teuerste Winter-Transfer: Antoine Semenyo kam für 72 Millionen Euro zu Manchester City.
    Der teuerste Winter-Transfer: Antoine Semenyo kam für 72 Millionen Euro zu Manchester City. Foto: Dave Thompson/AP/dpa

    Die englischen Klubs gaben sich vergleichsweise bescheiden

    Die Vorgänge beim FC Chelsea, der seit Jahren auf eine extreme Fluktuation samt vieler Leihgeschäfte in seinem Kader setzt, erinnern an Vorgänge im US-Sport, in dem Spieler nicht mehr als menschliche Verschiebemasse sind. Finanziell tat sich in den Top-Ligen diesmal aber gar nicht so viel. In England ging es verhältnismäßig ruhig zu. Den teuersten Transfer am letzten Transfertag tätigte mit Crystal Palace auch keiner der Schwergewichte. 50 Millionen Euro gab das Team von Oliver Glasner für Jörgen Strand Larsen von den Wolverhampton Wanderers aus, was für englische Verhältnisse eher bescheiden wirkt.

    Den teuersten Transfer im gesamten Winterfenster tätigte das traditionell spendierfreudige Manchester City mit Chef-Einkäufer Pep Guardiola. 72 Millionen Euro überwiesen die Citizens für den ghanaischen Stürmer Antoine Semenyo an Bournemouth. Insgesamt gaben die Klubs aus der Premier League insgesamt „nur“ 450 Millionen Euro für neue Spieler aus. Der eingangs erwähnte FC Chelsea sowie Manchester United und Liverpool gaben sogar gar kein Geld für neue Spieler aus.

    Der teuerste Bundesligaspieler dieses Winters: 17 Millionen Euro zahlte RB Leipzig für Abdoul Kone.
    Der teuerste Bundesligaspieler dieses Winters: 17 Millionen Euro zahlte RB Leipzig für Abdoul Kone. Foto: IMAGO / Icon Sport

    In der Bundesliga gab der VfL Wolfsburg am meisten aus

    Auch in der Bundesliga vermisst man die großen Wintertransfers. Insgesamt haben die deutschen Klubs lediglich knapp über 100 Millionen Euro ausgegeben, wobei mit Wolfsburg, Leipzig und Frankfurt drei Klubs für drei Viertel der Investitionssumme sorgten. Die Bayern hingegen gaben gar kein Geld aus. Am spendierfreudigsten zeigte sich mit dem VfL Wolfsburg ein Kellerkind der Tabelle: 25 Millionen Euro steckten die Niedersachsen in neue Spieler, darunter jeweils 9,5 Millionen Euro in den japanischen Angreifer Kento Shiogai aus Nijmegen und den ghanaischen Innenverteidiger Jonas Adjetey vom FC Basel. Der mit 17 Millionen Euro teuerste Neuzugang der Liga spielt in Leipzig und dürfte zumindest jetzt noch kaum jemanden etwas sagen: Abdoul Kone. Der 20-jährige Juniorennationalspieler Frankreichs kam von Stade Reims aus der zweiten französischen Liga und gilt, na klar, als riesiges Talent. Der Transfer soll eine Art Vorgriff auf die neue Spielzeit sein.

    Leipzig gilt so manchem Beobachter als der Gewinner des Winter-Transferfensters. Denn der nach Marktwert wertvollste Spieler landete ebenfalls bei den Sachsen: U21-Nationalspieler Brajan Gruda kommt leihweise aus Brighton zu RB. Der 21-Jährige stand vor der EM 2024 auch schon im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann, ohne aber in der A-Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen zu sein. Der Marktwert des Ex-Mainzers wird auf 28 Millionen Euro taxiert.

    Was die Masse angeht, waren Frankfurt, Mainz, Wolfsburg, der HSV und Augsburg mit jeweils fünf Neuen am aktivsten. Aber auch hier geht der Trend dahin, dass manche Deals ein Vorgriff auf den Sommer sind, wenn die großen Geschäfte getätigt werden. Einen Ablöserekord vermeldete hingegen die 3. Liga: Dort wechselte Stürmer Ryan Naderi für 5,5 Millionen Euro von Hansa Rostock zu den Glasgow Rangers. Der 22-Jährige hatte in 18 Spielen acht Treffer erzielt und fünf vorbereitet – und ist der teuerste Hansa-Abgang aller Zeiten. Es gibt sie doch noch, die Transferrekorde.

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