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Foto: Walter Brugger
Foto: Walter Brugger

David Anzenhofer (links) und Sascha Mölders lieferten sich intensive Zweikämpfe. Wohl auch verbal.

Fußball
24.11.2022

Wurde Sascha Mölders ausfallend? Verband wird wohl nicht ermitteln

Von Robert Götz

Plus Ex-FCA-Profi Sascha Mölders, der jetzt für den TSV Landsberg spielt, soll einen Gegner beleidigt haben. Geklärt werden dürfte der Vorfall nicht mehr.

Dass Sascha Mölders als Fußballspieler zu den rustikaleren seiner Art gehört, ist unbestritten. Egal, ob in der Bundesliga beim FC Augsburg oder in der 3. Liga beim TSV 1860 München, der Kultstürmer arbeitete Fußball. Das macht er auch jetzt noch als Spielertrainer beim Bayernligisten TSV Landsberg so. Genauso deftig war und ist seine Wortwahl. Der 37-jährige Mölders, in Essen mitten im Ruhrpott geboren, nimmt kein Blatt vor dem Mund, sagt oft, was er denkt. Auch auf dem Spielfeld.

Jetzt soll er beim Gastspiel beim FC Gundelfingen, das Landsberg mit 0:1 verlor, seinen Gegenspieler David Anzenhofer beleidigt haben. Wie in einer Aufzeichnung des Spiels auf der Streaming-Plattform sporttotal.tv gut zu hören ist, beleidigt nach knapp einer halben Stunde Spielzeit vor einem Einwurf der Landsberger ein Spieler seinen Kontrahenten mit den Worten: „Bist du schwul, oder was ist das denn?” Das ist damit wohl auch im Stadion deutlich zu vernehmen gewesen. Schiedsrichter Dr. Quirin Demlehner (Eggenfelden) unterbricht die Partie, holt Mölders und Anzenhofer, die zuvor beide im Mittelfeld dicht nebeneinander gestanden waren, zu sich her und ermahnt die beiden Kontrahenten. Wer genau die Worte über den Platz rief, ist auf dem Video aber nicht eindeutig zu erkennen.

Sascha Mölders bestreitet Aussage, Gegenspieler ist sich sicher, dass sie gefallen ist

Für David Anzenhofer gibt es da nichts zu deuteln. Gegenüber dem Landsberger Tagblatt sagte der Spieler des FC Gundelfingen: „Diese Aussage ist definitiv gefallen, ich stand direkt daneben und Mölders hat sie so laut gerufen, dass sie das ganze Stadion gehört hat.“ Fußball sei ein Kontaktsport, sagte Anzenhofer weiter, und Sascha Mölders sei einer der besten Spieler der Liga. „Daher war ich beim Einwurf eng am Mann, dann hat er mich lautstark gefragt, ob ich schwul bin.“ Gestört habe ihn das persönlich nicht, sagt der 28-jährige Anzenhofer. „Insgesamt ist die Aktion auch nur unnötig.“ Abwehrspieler Anzenhofer und Mölders lieferten sich das ganze Spiel über packende Zweikämpfe und nach dem Disput und den gelben Karten gab es auch keinen weiteren Vorfälle mehr.

Sascha Mölders bestritt hingegen gegenüber dem Landsberger Tagblatt die verbale Entgleisung. „Ich habe überhaupt nichts von schwul gesagt. Das kann man nicht schreiben, das ist eine Lüge“, wird Mölders zitiert. Am Mittwoch wollte sich der ehemalige FCA-Profi, der mit seiner Familie in Mering lebt, gegenüber unserer Redaktion nicht mehr äußern. Öffentlich wollte auch der Schiedsrichter keine Stellungnahme abgeben.

Es wird wohl auch keine weiteren Ermittlungen durch den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) geben. Fabian Frühwirt, Pressesprecher des Verbandes, erklärt: „Es gibt keinen Sonderbericht des Schiedsrichters und Stand heute auch keine Anzeige eines Beteiligten oder eines Dritten. Darum wird nicht ermittelt. Das sind die Fakten.“

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