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Leere Hände, hängende Köpfe

09.03.2009

FC Ingolstadt verliert trotz guter Leistung gegen die Löwen

Es war wie so oft schon in dieser Rückrunde. Ingolstadts Manager Harald Gärtner stürmte nach dem Schlusspfiff mit zusammen gepressten Lippen in die Katakomben des Tuja-Stadions. Die Spieler des Zweitligisten schlichen mit hängenden Köpfen hinterher. Draußen feierten die Gästefans mit ihrer Mannschaft.

Ingolstadt - Es war wie so oft schon in dieser Rückrunde. Ingolstadts Manager Harald Gärtner stürmte nach dem Schlusspfiff mit zusammen gepressten Lippen in die Katakomben des Tuja-Stadions. Die Spieler des Zweitligisten schlichen mit hängenden Köpfen hinterher.

Draußen feierten die Gästefans mit ihrer Mannschaft. Nach der gestrigen 2:3-Heimspielniederlage gegen den TSV 1860 München stellte sich der FCI-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Jackwerth als einer der ersten den Fragen der wartenden Journaille.

Endlich habe die Mannschaft "Gras gefressen", sagte er. Und: "So ein Spiel musst du nicht verlieren. Wenn wir weiter so spielen, dann werden wir auch wieder gewinnen." Gleich mehrere Rechnungen hatte Jackwerth unter der Woche in verschiedenen Medien aufgemacht. Fünf Punkte aus den nächsten drei Spielen hatte er in der Neuburger Rundschau gefordert. Zu lesen war aber auch, dass vier Punkte aus den kommenden zwei Partien Pflicht seien.

FC Ingolstadt verliert trotz guter Leistung gegen die Löwen

"Es ist doch klar, dass man mit solchen Aussagen die Mannschaft motivieren und anstacheln will. Ich habe eine Reaktion erwartet und die habe ich gesehen." Dabei ist zumindest die Rechnung mit vier Punkten aus den Spielen gegen die Löwen und gegen Rostock (am kommenden Sonntag) mit der gestrigen Niederlage geplatzt. Thorsten Fink attestierte Jackwerth trotzdem, gute Arbeit zu leisten. "Der Trainer gibt alles. Die Mannschaft lebt, es gibt bei uns keine Diskussion um den Trainer."

Denkzettel für einige Spieler

Stattdessen wurden gestern einige Personalentscheidungen Finks diskutiert. Ersin Demir zum Beispiel, mit sieben Treffern der bislang erfolgreichste Torjäger der Schanzer, stand nicht einmal im Kader. Fink zog ihm den 19-jährigen Neuzugang Ivan Santini vor (Fink: "Ivan gibt im Training alles, ich hatte ein gutes Gefühl mit ihm."), der gegen die Löwen erstmals im Kader stand und in der Schlussphase prompt auch eingewechselt wurde. Jackwerth: "Der Trainer hat Maßnahmen ergriffen, einige Spieler auf die Tribüne gesetzt und ihnen einen Denkzettel verpasst."

Als Denkzettel für Demir wollte Fink seine Entscheidung allerdings nicht verstanden wissen. "Ich gehe nach der Trainingsleistung. In unserer Situation kann man sich nicht nur vorne rein stellen und abwarten. Da muss man auch nach hinten arbeiten."

Dieses Attribut erfüllt derzeit ganz offensichtlich am ehesten der zu Saisonbeginn noch geschmähte Steffen Wohlfarth. An der Seite von Vratislav Lokvenc ist er momentan gesetzt und erzielte gestern auch seinen ersten Zweitligatreffer. Freuen konnte er sich darüber aber nicht: "Am Ende bringt uns das nichts, weil wir das Spiel in wenigen Minuten aus der Hand gegeben haben."

Mit der Niederlage bleiben die Schanzer weiterhin im Tabellenkeller hängen, verbesserten sich aber aufgrund des besseren Torverhältnisses zumindest auf Platz 15. Grund ist die 0:3-Niederlage des punktgleichen VfL Osnabrück in Koblenz. "Wir sind nach wie vor in der Situation, dass wir alles selbst entscheiden können. Wir haben noch sechs Heimspiele. Davon müssen wir vier gewinnen und auswärts noch den ein oder anderen Punkt holen, dann werden wir nicht absteigen. Davon bin ich überzeugt", sagte Fink in dessen Mannschaft unter der Woche ein Magen-Darm-Virus grassierte.

Sechs Spieler seien davon betroffen gewesen. Kapitän Stefan Leitl lag auch gestern noch krank im Bett. Ihn ersetzte Daniel Jungwirth, der vor allem in der ersten Halbzeit stark spielte. Einen seiner schönen Pässe in die Tiefe hatte Wohlfarth zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung genutzt, während Jungwirth den ersten Treffer der Schanzer per Foulelfmeter gleich selbst besorgt hatte.

Wieder mit leeren Händen

Auf der anderen Seite allerdings wirkte die Abwehr der Schanzer nicht immer sattelfest. "Zwei Gegentore haben wir zu einfach hergeschenkt", sagte Fink. Beim Siegtreffer der Löwen durch Lars Bender beispielsweise war Matthias Schwarz viel zu weit von seinem Gegenspieler entfernt.

Einmal mehr standen die Schanzer wegen solcher Fehler gestern Nachmittag mit leeren Händen da und schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine. Wer genau hinsah, sah nur eine etwas diffuse Gestalt erhobenen Hauptes in die Kabine des FC Ingolstadt schweben: Es war das Abstiegsgespenst.

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