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TSV 1860 München
02.06.2015

Torsten Fröhling: Auf St. Pauli nannten sie ihn „Kiez-Grätsche“

1860-Trainer Torsten Fröhling sieht sich in der Verantwortung.
Foto: Andreas Gebert (dpa)

Das „Nordlicht“ Torsten Fröhling kam zu seinem Job wie die Jungfrau zum Kind. Nun könnte er zum Retter des Traditionsvereins TSV 1860 München werden. Ein Porträt.

Torsten Fröhling mag es gern entspannt. Im Auto fahren und dabei den „Boss“ hören. Die CD „Live in Dublin“ aus dem Jahr 2007 von Bruce Springsteen „läuft dann rauf und runter. Damit lässt es sich gut fahren“, wie er sagt. Doch momentan ist die Lage für ihn alles andere als entspannt. Die Lage ist eher dramatisch. Am Dienstag im „Alles oder nichts“- Spiel muss er die Münchner Löwen vor dem Absturz in die dritte Liga retten.

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Dabei wird es in dieser Partie vermutlich nicht nur um die Zukunft des Traditionsvereins TSV 1860 München gehen, sondern auch um seine eigene. Mit einem Sieg gegen Holstein Kiel würden die „Blauen“ auch in der kommenden Saison in der 2. Fußball-Bundesliga spielen, und seine Chancen, dort weiterhin auf der Trainerbank zu sitzen, würden deutlich steigen.

Fröhling war bei den Löwen nicht als Retter eingeplant

Dabei war er vom Verein nie und nimmer als „Retter“ eingeplant – Fröhling kam zu diesem Job wie die Jungfrau zum Kind. Bis 2013 coachte der 48-Jährige die U-17-Junioren des Hamburger SV. Als dort sein Vertrag nicht verlängert wurde, kam ein Angebot aus München. Das war laut Fröhling so mickrig, dass er meinte, „er müsse noch Geld mitbringen“, aber andererseits wollte er weiter im Job bleiben.

Doch bereits auf der Autofahrt nach München wurde der verheiratete Vater von Paul, 13, und Emily, 8, befördert. Denn nach der Entlassung von Profi-Trainer Ricardo Moniz musste der U-21-Coach Markus von Ahlen die erste Mannschaft übernehmen und Fröhling stieg zum Chef der Regionalliga-Truppe auf. Da erfolglose Trainer beim TSV 1860 kein langes Haltbarkeitsdatum haben, ging das Spielchen lustig weiter. Auch Markus von Ahlen wurde von der Vereinsführung wegen Erfolglosigkeit abgesägt und seit dem 17. Februar dieses Jahres ist Fröhling der große Zampano an der Außenlinie.

Seine Familie lebt weiterhin in Hamburg in einer Genossenschaftswohnung am Osterbekkanal. Das bleibt auch so, selbst wenn er länger Chefcoach bei den Münchnern bleiben sollte. Fröhling macht die große Distanz zwischen Hamburg und München nicht allzu viel aus: „Seefahrer sind noch mehr unterwegs.“

Torsten Fröhling: Von St. Pauli nach München

Die fußballerische Laufbahn von „Todde“, wie ihn seine Freunde nennen, ist recht überschaubar. Fröhling, der in Bützow im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern geboren wurde, hatte seine erfolgreichste Zeit beim FC St. Pauli. Dort erwarb er sich in sechs Jahren (von 1991 bis 1996) als eisenharter Verteidiger immerhin den Beinamen „Kiez-Grätsche“. Ehe er seine Karriere beendete, hatte er noch ein kurzes Gastspiel beim VfB Lübeck.

Wenn heute in der Allianz-Arena über 50 000 Zuschauer gegen Holstein Kiel erwartet werden, hat Fröhling vielleicht einen leichten Vorteil. Die Mannschaft aus dem Norden kennt er nicht nur vom 0:0 im Hinspiel. Als in Kiel 2009 der damalige Cheftrainer Falko Götz entlassen wurde, sprang er auch dort schon einmal als Interimstrainer ein. Wolfgang Langner

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