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04.06.2009

6+5-Regel bleibt Politikum: Blatter-Projekt stockt

6+5-Regel bleibt Politikum: Blatter-Projekt stockt
Bild: DPA

Hamburg (dpa) - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sein Gespür für große Gesten vor großem Publikum schon oft bewiesen. Ausgerechnet beim Kongress des Weltverbandes auf den Bahamas konnte der mächtige Fußball-Funktionär bei zwei seiner Lieblingsthemen aber keinen Fortschritt vermelden.

Die Einführung der "6+5-Regel" zum Schutz heimischer Talente bleibt ein mit europäischem Recht schwer zu vereinbarendes Politikum. Und auch die Neuregelung des olympischen Fußballturniers mit der angestrebten Senkung der Altersgrenze von 23 auf 21 Jahre bedarf noch einer gründlichen Überarbeitung durch eine nun gebildete "Task Force". Mehr als eine leidenschaftliche Ansprache konnte Blatter in Nassau deshalb nicht bieten.

"Die 6+5-Regel wird kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit", betonte Blatter vor den Delegierten aus 205 FIFA-Mitgliedsländern. Statt den ersehnten Durchbruch bei den laufenden Gesprächen mit den EU-Institutionen zu vermelden, muss der Schweizer weiter auf diplomatische Verhandlungen setzen. Frühestens nach der Ratifizierung der Lissabon-Verträge könne die Einführung einer nationalen Spieler- Quotierung umgesetzt werden. "Es geht nicht nur um Europa, es geht um die Welt", wählte Blatter pathetische Worte.

Immerhin gaben die Kongress-Teilnehmer trotz der eher bremsenden Haltung von UEFA-Chef Michel Platini - der seine Kontinentalvertreter bei diesem Thema zu einer Stimmenenthaltung aufgefordert hatte - dem FIFA-Exekutivkomitee mit 188:3 Stimmen klar den Auftrag, die 6+5-Regel weiter voranzutreiben - und demonstrierten damit erneut ihre treue Gefolgschaft zu Blatter.

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Ohne Erfolgsmeldungen musste Blatter seinen Kongress aber nicht abhalten. 98 Prozent der Delegierten stimmten einer Deklaration zu, in der zur Einhaltung der ethischen Grundprinzipien eines "sauberen Sports" und insbesondere der Schutz von Spielern unter 18 Jahren propagiert wird. Und: Besonders finanziell prosperiert der Weltverband. Trotz der globalen Wirtschaftskrise wurden dreistellige Millionengewinne gemacht. Im Jahr 2008 wurden 184 Millionen US-Dollar Profit erwirtschaftet. Einnahmen von 957 Millionen stünden Ausgaben in Höhe von 773 Millionen Dollar gegenüber.

Beim Gewinn sei man zwar um 13 Prozent unter dem Budgetansatz geblieben, habe aber keinerlei Geld im Anlagengeschäft verloren. Das Anlagevermögen wurde von der FIFA mit 1,6 Milliarden Dollar beziffert. Der Kongress stimmte mit überwältigender Mehrheit dem Etat für das WM-Jahr 2010 zu. Darin sind Ausgaben von 1,1 Milliarden Dollar veranschlagt - mehr als die Hälfte laut Fußball-Weltverband als operative Kosten für die Weltmeisterschaften vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 in Südafrika.

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