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Lothar Matthäus

25.01.2020

"Ein Bayern-Spieler muss sofort funktionieren, das ist bei Leipzig anders"

Ein Comeback als Fußball-Trainer kann Lothar Matthäus sich nicht mehr vorstellen. "Das kommt für mich nicht mehr infrage", sagt er im Interview.
Bild: Andreas Gora, dpa

Exklusiv Wenige stehen so sehr für den Fußball wie Lothar Matthäus. Im Interview spricht er über seine schönste Meisterschaft, den Trainerwechsel beim FC Bayern und ein mögliches Comeback als Coach.

Herr Matthäus, Sie sind ab jetzt auch auf einem Podcast ihres TV-Senders Sky zu hören.

Lothar Matthäus: Man passt sich der Zeit an, würde ich sagen. Ein Podcast hat eine persönlichere Wirkung als eine Kolumne, die ich auch schon schreibe. Da kann ich umfangreicher über Themen sprechen.

Sie sind auch auf sozialen Medien sehr aktiv, haben Profile auf Twitter, Instagram und Facebook. Stammen die Inhalte da alle von Ihnen?

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Matthäus: Nein, das macht mein zukünftiger Schwiegersohn. Der kennt sich aus und fragt mich, ob ich ihm Bilder schicken kann von meinen Reisen. Da mische ich mich nicht ein.

Sie kommentieren seit 2012 das Geschehen in der Bundesliga für Sky. Haben Sie sich in den letzten Jahren etwas gelangweilt, wenn Bayern sieben Mal in Folge Meister geworden ist?

Matthäus: Ach, wir haben doch eine gute und spannende Bundesliga. Natürlich war das ein oder andere Jahr was die Meisterschaft anging, nicht so spannend weil gefühlt bereits zu Weihnachten feststand, dass die Bayern es schaffen. Aber es gab auch spannende Begegnungen dahinter um die Champions League oder den Klassenerhalt. Seitdem ich dabei bin, haben wir eigentlich immer das ein oder andere Endspiel am letzten Spieltag gehabt. Aber ich freue mich natürlich, wenn es so spannend ist wie im vergangenen Jahr. Ich habe selbst einige Meisterschaften gewonnen und weiß, dass es auch für die Spieler emotionaler ist, wenn der Titel am letzten Spieltag gewonnen wird.

Was war Ihre schönste Meisterschaft?

Matthäus: Ganz klar die mit Bayern 1986. Wir mussten gegen Gladbach zu Hause gewinnen und darauf hoffen, dass Stuttgart Bremen schlägt, obwohl es für den VfB um nichts mehr ging. Wir waren an 33 Spieltagen nie oben, nur zum Schluss. Das ist sehr emotional – wir haben ja selbst gar nicht mehr daran geglaubt.

Sie haben sich in der aktuellen Meisterfrage kürzlich klar festgelegt: Bayern fängt Leipzig noch ab.

Matthäus: Aber es wird bis zum Schluss eine knappe Sache bleiben, ein Dreikampf zwischen Bayern, Leipzig und Dortmund. Leipzig und Dortmund haben zuletzt auch Rückstände gedreht, so dass der Titel nur über einen dieser drei Klubs führen wird. Es würde mich zwar auch sehr für Gladbach freuen – das ist ein Verein, von dem ich als Kind die Poster in meinem Zimmer hängen hatte. Aber ich glaube, der Kader ist noch nicht ganz so weit. Sie haben in der Hinrunde nie über längere Zeit stabil gespielt.

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Ist die jetzige Spannung einmalig oder verschieben sich gerade die Machtverhältnisse zugunsten von Leipzig?

Matthäus: Möglicherweise. Leipzig hat einen riesen Job gemacht. Ich kenne das Konzept Red Bull aus meiner Zeit in Salzburg. Das ist einfach sensationell, wie die das machen. Sie kaufen ja keine fertigen Spieler, sondern junge Talentierte und verkaufen diese mit Gewinn wieder. Keita war so ein Beispiel und Upamecano wird wahrscheinlich der nächste sein: Sein Vertrag läuft in einem Jahr aus und er hat Angebote aus England. Am Anfang musste Red Bull die Vorkasse leisten, aber jetzt lebt der Verein von den aktuellen Erfolgen und ist unabhängiger.

Der FC Bayern scheint sich hingegen bei den Verpflichtungen etwas schwerer zu tun...

Matthäus: Aber Bayern hat eben diese Zeit nicht wie sie Leipzig hat. Ein Bayern-Spieler muss sofort funktionieren, das ist bei Leipzig anders.

Hasan Salihamidzic ist bei den Bayern für die Kaderplanung zuständig. Muss er zulegen?

Matthäus: Hasan ist fleißig...

...aber reicht fleißig sein denn?

Matthäus: Er hat es auch nicht einfach. Mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge waren zwei Alpha-Tiere da, die sich bemerkbar gemacht haben. Max Eberl hat es zum Beispiel in Mönchengladbach einfacher, weil ihm keiner reinredet. Und dann greift Hasan eben in die ganz obere Schublade rein – dort, wo andere Vereine mit noch mehr Geld auch Interesse haben. Aber ich glaube, dass Hasan absolut zulegen muss. Manche Dinge werden zurecht in der Öffentlichkeit kritisiert.

Hat der Trainerwechsel bei Bayern eine Wirkung gezeigt?

Matthäus: Ich glaube, dass es atmosphärisch wieder stimmt bei den Bayern. Ich will Niko Kovac nicht zu nahe treten, weil ich ihn respektiere. Aber irgendetwas hat nicht gestimmt. Man hat Dinge gehört, bei denen sich der Verdacht aufdrängte, dass die Mannschaft nicht mitzieht. Hansi Flick hat das Jupp-Heynckes-Gefühl wieder zurück gebracht und die Mannschaft vereint. Er ist ein Menschenfänger und hat gute Ansprachen. Bayern spielt jetzt wieder viel dominanter, auch wenn sie zwei Bundesligaspiele knapp verloren haben. Deswegen glaube ich, dass Hansi Flick ein Trainer für die Bayern ist – auch über die Saison hinaus.

Hätten Sie Kovac auch entlassen?

Matthäus: Er hat einige Aussagen getätigt, die bei der Mannschaft nicht gut angekommen sind – über Müller, der ein Ersatzspieler sein soll oder dass Frankfurt die besten Fans hat. Er hat die Mannschaft nicht mehr hinter sich gehabt. Die Bosse hören sich dann sicher auch bei den Spielern um und ich glaube, dass der ein oder andere dann nicht positiv über Niko gesprochen hat. In der letzten Rückrunde hat das ja noch gestimmt, die Mannschaft hat das Double geholt. Danach muss etwas vorgefallen sein.

Was trauen Sie den Bayern in der Champions League zu?

Matthäus: Hinter Liverpool traue ich fünf bis sechs Mannschaften auch den Titel zu – da ist der FC Bayern eine davon. Der FC Liverpool ist das Nonplusultra, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Mannschaft dieses Niveau bis zum Schluss durchhält. Wenn der FC Bayern diesen Elan behält, den sie jetzt haben, kann man an den Champions-League-Titel denken. Wichtig ist, dass Spieler wie Lewandowski, die den Unterschied machen, zur heißen Phase topfit sind.

Was erwarten Sie sich vom neuen starken Mann beim FCB, Oliver Kahn?

Matthäus: Ich finde es schön, dass er wieder da ist. Aber er soll erst mal lernen, reinschnuppern. Oliver hat sich weiterentwickelt und hat nach wie vor ein großes Standing im Verein und bei den Fans. Er hat klare Vorstellungen und ich hoffe, er bringt diese Vorstellungen ein und dass es die richtigen sind.

Uli Hoeneß hat sich im vergangenen Jahr als Präsident der Bayern verabschiedet. Seitdem ist es wirklich ruhig um ihn geworden. Glauben Sie, dass er dieses Schweigen durchhalten kann?

Matthäus: Nein. Uli braucht die Öffentlichkeit und wird auch seinen Verein immer beschützen. Er wird ganz sicher mal wieder Schlagzeilen liefern, spätestens zur spannenden Phase im Titelkampf. Er ist ja auch nach wie vor beim FC Bayern, nur jetzt in einer anderen Position.

Einer ihrer alten Weggefährten ist Stefan Reuter, der beim FC Augsburg Geschäftsführer Sport ist. Welches Zeugnis stellen Sie ihm aus?

Matthäus: Der FCA ist ein fester Bestandteil der Bundesliga und Stefan macht in Augsburg einen super Job – von daher gibt es auf alle Fälle die Schulnote 2. Die Augsburger haben immer wieder Schwierigkeiten mit Spielern, die dann wegwollen. Deswegen muss der FCA sich wieder neue Spieler holen und das ist nicht so einfach mit diesem knappen Budget.

Beim FCA wird Philipp Max immer wieder mit der Nationalelf in Verbindung gebracht. Wie sehen Sie das?

Matthäus: Max spielt auf einer Position, auf der die Nationalelf nicht gerade blendend besetzt ist: Schulz ist bei Dortmund kein Stammspieler mehr, Hector hat ein Jahr in der zweiten Liga gespielt und spielt jetzt in Köln im Mittelfeld. Meiner Meinung nach hätte Max eine Nominierung verdient. Er hat sich stabilisiert, liefert Tore und Vorlagen. Deswegen sollte er die Chance bekommen, die die anderen auch erhalten haben. Andererseits gibt es bis zur Europameisterschaft nur noch eine Länderspielpause Ende März – da will man als Trainer auch nicht mehr allzu viel ausprobieren. Es wird schwierig für ihn, noch auf den EM-Zug aufzuspringen.

Wie schätzen Sie die Erwartungshaltung bei der EM ein? Glauben Sie, dass man Deutschland noch zu den Favoriten zählen wird?

Matthäus: Im Ausland genießt der deutsche Fußball immer noch einen hohen Stellenwert. Die Nationalelf hat gegen die Niederlande gezeigt, dass sie gegen eine starke Mannschaft gewinnen kann. Deutschland ist nicht der Top-Favorit, aber gefährlich für alle Mannschaften, die Europameister werden wollen.

Vor einem Jahr unterlief Ihnen auf Sendung mit „Wäre, wäre Fahrradkette“ ein Lapsus, der es fast in den aktiven Sprachgebrauch geschafft hat. Ärgert Sie so etwas oder können Sie über sich lachen?

Matthäus: Da kann ich definitiv drüber lachen. Ich wusste ja eine Sekunde später, was passiert ist. Es ist nichts Verwerfliches, sondern, wie Sie gesagt haben, fast schon aktiver Sprachgebrauch. Das passiert halt in einer Live-Sendung.

Gucken Sie sich noch Interviews mit Ihnen von früher an?

Matthäus: Nein. Weder Spiele noch Interviews. Gar nichts.

Sprechen Sie manchmal noch von sich selbst in der dritten Person?

Matthäus: Das fällt mir nicht wirklich auf, weil ich weniger über mich, sondern mittlerweile mehr über andere rede. Aber es kann natürlich immer mal wieder vorkommen.

Ihr alter Weggefährte Jürgen Klinsmann ist neuerdings Trainer bei Hertha BSC Berlin. Hat Sie seine Bundesliga-Rückkehr überrascht?

Matthäus: Nein. Aufgrund der Position, die er in Berlin hatte und der aufkommenden Trainersuche habe ich damals schon gesagt: Wenn Jürgen gefragt wird, dann wird er es machen. Er ist fußballverrückt, voll in der Materie drin. Er wollte ja eigentlich Nationaltrainer von Ecuador werden, war sich mit dem Verband einig. Für die Bundesliga ist er eine absolute Bereicherung.

Ihr Verhältnis war früher nicht immer das Beste. Ist das besser geworden?

Matthäus: Ach, wir haben schon häufig miteinander gesprochen. Ich habe ihn in Kalifornien besucht, wir haben uns bei Länderspielen und bei Bundesligaspielen gesehen. Wir waren auf dem Platz nicht die besten Freunde, aber wir haben gemeinsam viele Erfolge gehabt.

Sie haben Ihre Trainer-Karriere zwar beendet - aber könnten Sie diesen Entschluss nicht rückgängig machen, wenn das richtige Angebot käme?

Matthäus: Nein, absolut nicht. Das kommt für mich nicht mehr infrage. Ich bin Experte bei Sky und DFL-Botschafter. Ich habe aber auch mein Privatleben. Ich fühle mich wohl und ich kann zum größten Teil entscheiden, wie und was ich mache. Ich habe Zeit für Freunde, Zeit für meine Familie. Ich habe nicht den Stress, kann beruhigt schlafen. Ein Trainer denkt von morgens bis abends an Fußball und träumt auch von Fußball, weil er sich hinterfragen muss. Fußball ist auch von der Seite, von der ich ihn betrachte, sehr interessant. Ich bin nah dran, das ist mir wichtig. Aber näher dran muss ich nicht sein.

Aber Sie denken nicht mehr Tag und Nacht an Fußball? Es gibt wenige Menschen, die so sehr wie Sie für diesen Sport stehen.

Matthäus: Ich denke über den Fußball jetzt anders. Natürlich wird der Sport mein Lebensmittelpunkt bleiben. Ich mache eigentlich nur Dinge, die mit Fußball zu tun haben. Aber ich wache nicht nachts auf und denke über meine Mannschaftsaufstellung nach. Ich habe deutlich weniger Stress, weniger Druck und mehr Spaß.

Ist Ihr Leben jetzt besser?

Matthäus: Angenehmer und komfortabler. Aber ich nehme meine Aufgaben ernst. Früher habe ich trainiert, heute informiere ich mich über das Topspiel Bayern gegen Schalke.

Das hört sich so an, als ob Sie diese Freiheit genießen.

Matthäus: Ja, sehr. Wenn mir das nicht bewusst gewesen wäre, dann wäre ich auch nicht vor einigen Jahren nochmal Vater geworden. Da will man ja auch das Kind miterleben – das habe ich bei meinen ersten drei Kindern nicht geschafft, weil ich nur unterwegs war. Ich bin jetzt zwar auch viel unterwegs, kann es aber selbst stark beeinflussen. Mein Sohn ist jetzt fünf Jahre, übernächste Woche gehen wir zum ersten Mal nach München ins Stadion – das sind Momente, die du als Vater gerne erlebst. Das war mir zu meiner aktiven Zeit nicht gegönnt.

Holen Sie jetzt etwas nach?

Matthäus: Absolut. Ich hatte einen Traumjob, habe meine Liebe zum Job gemacht. Andererseits musste ich auf viele Dinge verzichten. Ich hatte Verpflichtungen gegenüber meinem Verein und der Nationalmannschaft. Jetzt mache ich etwas, was ich früher nicht tun konnte.

Leverkusens Spieler Kevin Volland hat kürzlich bemängelt, dass im Fußball jeder Ängste in sich hineinfrisst. Wie sind Sie als Spieler mit Ängsten und Zweifeln umgegangen?

Matthäus: Ich habe nie Druck verspürt, sondern immer Freude und Spaß gehabt. Jedes Training war für mich Freude. Natürlich wurde ich auch kritisiert, beschimpft und niedergeschrieben, aber ich habe das nicht an mich rangelassen. Wenn man das nicht kann, kann ich mir schon vorstellen dass das zur Belastung wird. Aber wer hat denn den Druck? Das ist doch eigentlich nicht der Spieler, sondern der Trainer. Der wird als erstes kritisiert. Wenn ein Spieler aus drei Meter das Tor nicht trifft, fällt das doch trotzdem auf den Trainer zurück – obwohl das Unfug ist. Ich habe schon immer gesagt: Auch wenn wegen des Trainers keiner ins Stadion geht, müsste der eigentlich am meisten verdienen. Der trägt auch die Verantwortung, muss sich mit Manager und Präsident abstimmen und im Hinterkopf die Trainingspläne haben. Als ich in Israel war, mussten fünf Spieler eines Morgens zum Militär – da hatte ich auf einmal nicht mehr 20, sondern nur noch 15 Spieler.

Das klingt, als ob Ihnen diese Leichtigkeit, die Sie als Spieler hatten, als Trainer verloren gegangen ist.

Matthäus: Ich hatte eben eine andere Verantwortung. Als Trainer bist du ganz anders unter Druck. Aber ich hatte keine Ängste. Ich war immer gesund, das ist mein größtes Gut.

Sie leben seit 16 Jahren in Ungarn. Was schätzen Sie an diesem Land?

Matthäus: In Ungarn kann ich mich fallen lassen, da lassen mich die Leute zufrieden. Der Bekanntheitsgrad ist da, weil ich mal Nationaltrainer war, aber die Leute interessieren sich nicht so stark für mein Privatleben, sondern nehmen mich im Restaurant wahr wie jeden anderen Gast.

Seit 2014 ist Lothar Matthäus mit seiner Frau Anastasia Klimko verheiratet. Gemeinsam haben sie einen Sohn.
Bild:  Patrick Seeger, dpa (Archiv)

In Ruhe ins Restaurant gehen ist in Deutschland nicht drin, oder?

Matthäus: Du fühlst dich vor allem immer beobachtet. In Ungarn merke ich nicht mal, dass mich einer anschaut. Da schaut keiner, ob ich jetzt zwei oder drei Bier trinke. Das ist für mich Leichtigkeit: In Ungarn kann ich ein Leben führen, wie es 99,9 Prozent der Leute in Deutschland machen. Außerdem ist Budapest eine super Stadt. Unser Sohn geht in einen deutschen Kindergarten, es ist alles da. Meine Frau beschwert sich nur immer, dass man da nicht so toll shoppen kann, aber das ist mir ja nicht so wichtig.

Ungarisch soll aber eine echt schwere Sprache sein.

Matthäus: Ich bin jetzt 16 Jahre da und eigentlich müsste ich mich schämen, weil ich keine 20 Wörter spreche. Mein Sohn spricht besser als ich (lacht).

Eines der größten Streitthemen zwischen Fans und Klubs ist die Pyrotechnik. Der HSV prüft nun, ob ein kontrolliertes Abbrennen möglich ist. Ist das der richtige Weg?

Matthäus: Das habe ich vor drei Jahren schon gesagt. Wenn das den Leuten, die so etwas wollen reicht, ist das doch gut. Ich war beim Berliner Derby und habe gesehen, wie einige Idioten die Raketen in Familienblöcke abschießen. Alleine schon die Hitze, die von einer brennenden Fackel ausgeht – damit gefährdet man doch alle im direkten Umfeld. Das geht gar nicht. Wenn man nicht so etwas versucht wie kontrollierte Pyrotechnik, wird es weiterhin so etwas wie in Berlin geben und das will ich nicht sehen. Die Frage ist nur, ob Pyrotechnik dann für die Zielgruppe noch interessant ist – ein Regelverstoß ist es dann nicht mehr.

DFL-Chef Seifert hat neulich gesagt, dass der Deutsche Fußball sich erneuern muss, damit er den Anschluss nicht verliert. Damit meinte er vor allem die Nationalmannschaft.

Matthäus: Ach, wir sind doch konkurrenzfähig. Ich bin viel im Ausland unterwegs und jeder schwärmt von der Bundesliga, unseren Spielern, den vielen Toren, den ausverkauften Stadien. Natürlich hat uns Frankreich überholt. Aber ich mache mir keine Sorgen. Wir müssen die Jungs wieder fördern. Sie müssen das tun, was Spaß macht: dribbeln, schießen, tricksen. Dann haben wir wieder die Spieler, die wir gerade nicht haben.

Seit sieben Jahren analysieren Sie als Sky-Experte die Bundesliga. Kann es sein, dass Sie mal keine Lust mehr auf Fußball haben?

Matthäus: Es macht mir jetzt noch Spaß. Natürlich werde ich irgendwann mal weniger machen. Da habe ich mir aber keinen Zeitpunkt gesetzt. Aber ich habe gerade große Freude an meiner Arbeit. Diese Top-Spiele wie Bayern gegen Schalke – das ist auch nach all dieser Zeit noch etwas ganz Besonderes.

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