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DFB-Pokal

11.09.2020

Erneuert ohne viele Neue: Werder hoffnungsvoll vor dem Start

Florian Kohfeldt freut sich auf den Auftakt der Bremer.
Bild: Carmen Jaspersen/dpa

Was war das für eine Saison für Werder Bremen. Erst in letzter Sekunde bekamen die Grün-Weißen noch die Kurve. In dieser Spielzeit soll alles besser werden. Und die ersten Eindrücke des neuen Teams sind verheißungsvoll.

Die gute Laune ist zurück bei Werder Bremen. Nach einer Katastrophen-Saison mit dem ersten Fast-Abstieg seit 40 Jahren wird an der Weser wieder gelacht.

"Wir haben keine Englischen Wochen, weil wir Europa in der vergangenen Saison souverän umschifft haben", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt schmunzelnd vor dem Saisonauftakt im Pokal beim Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena am Samstagabend (20.45 Uhr/Sky). Was eine sehr wohlwollende Umschreibung für eine Spielzeit ist, die Werder an den Rand des Abgrunds brachte und in der die Norddeutschen erst in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim das Recht erwarben, ein weiteres Jahr in der 1. Fußball-Bundesliga spielen zu dürfen.

Wochenlang herrschte in Bremen Alarmstufe rot, die Stimmung war angespannt, die Zukunft des Traditionsclubs stand auf dem Spiel. Ein paar Wochen später hat sich die Atmosphäre am Osterdeich komplett gedreht. Und das, obwohl die Grün-Weißen aus finanziellen Gründen nicht den großen Umbruch vollziehen und unzählige neue Spieler holen konnten.

Felix Agu, Patrick Erras, Tahith Chong - das sind die Namen der drei bislang verpflichteten Spieler. Hinzu kommen einige Profis, die zuletzt ausgeliehen waren, wie Romano Schmid oder Jean Manuel Mbom - das war es schon, was Kohfeldt Stand jetzt an neuem Personal begrüßen konnte. Und doch hat der 37-Jährige, dem die Verantwortlichen trotz des Fast-Abstiegs stets das Vertrauen aussprachen, so viel Spaß mit seiner Mannschaft wie schon lange nicht mehr. "Man spürt, dass frischer Wind drin ist, dass sich neue Hierarchien bilden", sagte der Bremer Trainer.

Und was die Bremer in der Vorbereitung bislang zeigten, macht Mut, dass es nicht wieder eine Zittersaison geben wird. In sämtlichen Testspielen blieb Werder ungeschlagen, wurde anders als vor einem Jahr auch nicht von einer riesigen Verletzungsseuche geplagt. Was auch daran liegt, dass Kohfeldt seine Lehren aus dem für ihn bislang schwersten Jahr seiner noch jungen Trainer-Karriere gezogen hat.

Im Anschluss an die tagelange Saison-Analyse nach dem erlösenden Spiel in Heidenheim räumte Kohfeldt ein, dass ihm vor einem Jahr in der Trainingssteuerung Fehler unterlaufen waren. Der Werder-Coach passte das Programm in diesem Sommer daher an, was sich bislang ausgezahlt hat. Für das Spiel in Jena kann Kohfeldt nicht einmal alle Spieler in den Kader nehmen. Nur Rashica und Mbom müssen am Samstag aus gesundheitlichen Gründen passen.

Dass Rashica überhaupt noch da ist, ist eines der wenigen Probleme, die sie bei Werder derzeit haben. Denn auch wenn der Angreifer aus dem Kosovo dem Team sportlich helfen würde, soll er noch abgegeben werden. Schließlich hat die Corona-Krise den Club voll getroffen, auf rund 30 Millionen Euro beziffern die Verantwortlichen den Verlust an Einnahmen durch die Folgen der Pandemie. "Es ist so, dass wir Erlöse erzielen müssen", sagte Geschäftsführer Frank Baumann, zumal für Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt millionenschwere Kaufverpflichtungen fällig wurden.

Ein Wechsel von Rashica zu RB Leipzig ist bislang nicht zustande gekommen, nun scheint es Interesse von ausländischen Clubs zu geben. "Es kommt wieder etwas Bewegung rein", sagte Baumann, der den besten Stürmer aber auch nicht unter Wert verkaufen will. Immerhin einigten sich die Bosse mit den Profis kurz vor dem ersten Pflichtspiel auf einen erneuten Gehaltsverzicht. Auch dieser Nebenkriegsschauplatz ist also ausgeräumt. "Ich freue mich riesig, dass es Samstag wieder losgeht", sagte Kohfeldt. In der vergangenen Saison hielt sich die Freude auf den nächsten Samstag stets in Grenzen.

© dpa-infocom, dpa:200911-99-522517/3 (dpa)

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