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Fußball
22.06.2014

Daumenlutscher-Jubel - Fans und Presse huldigen Messi

Lionel Messi erzielte in der Nachspielzeit das erlösende Tor für Argentinien und machte seine Landsleute stolz. Foto: Peter Powell

Den freien Abend mit Söhnchen Thiago und Freundin Antonella hatte sich Lionel Messi redlich verdient. 90 Minuten lang quälte sich Argentinien zum Verdruss von Fußball-Legende Diego Maradona gegen die No-Name-Truppe aus dem Iran.

Dann erlöste der Weltstar den Titelanwärter mit seinem Geniestreich in der Nachspielzeit. "Wir sind nun qualifiziert für die nächste Runde. Genau das hatten wir uns für heute vorgenommen", sagte Messi, der seinen Treffer zum späten und glücklichen 1:0 mit einem Daumenlutscher-Jubel feierte.

"Nicht einmal zwei Torhüter hätten Lionels Tor verhindern können", lobte Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella nach dem vorzeitigen Einzug ins WM-Achtelfinale. Messis genialer Moment, in dem er das Spielgerät mit seinem begnadeten linken Fuß aus 26 Metern vorbei an vier hilflosen gegnerischen Spielern und dem bis dahin überragenden Keeper Alireza Haghighi ins lange Eck zwirbelte, bewahrte den Favoriten vor einer Blamage. "Wenn du Messi hast, ist alles möglich", meinte Sabella.

Die Fans, die dem viermaligen Weltfußballer ohnehin zu Füßen liegen, huldigten ihrem Liebling mit langgezogenen "Meeeeessi, Meeeeessi"-Rufen, die wie ein Donnerhall durch das Estádo Minerao von Belo Horizonte schallten. "Ich habe das genossen", sagte der Kapitän. Die Schlagzeilen in der Heimat waren dementsprechend. "Messi leuchtete zum Schluss auf und für Argentinien kam die Sonne heraus", schrieb "Diario Popular", das Blatt "La Nación" kommentierte: "Messi rettet Argentinien in einer der schlimmsten Partien der Geschichte."

Auf jeden Fall findet der Superstar langsam seinen WM-Torrhythmus. Musste er nach der Premiere 2006 beim 6:0 gegen Serbien noch 623 Minuten auf den nächsten Treffer bei einer Endrunde warten, lagen zwischen dem zweiten Treffer gegen Bosnien-Herzegowina und dem dritten Erfolgserlebnis nur noch 116 Minuten. Eines vermochte aber auch Messi nicht: Den schwachen Eindruck überdecken, den der zweimalige Weltmeister gegen den Außenseiter hinterließ. Von Titelreife oder Finalform war diese argentinische Mannschaft noch weit entfernt. "Es gab einige Dinge, die uns Sorgen bereitet haben", räumte Sabella ein.

Gegen die mit unbändiger Leidenschaft agierenden Iraner ließen die Argentinier spielerischen Glanz vermissen. "Sie haben ja nicht nur mich gedeckt. Auch die anderen", beklagte Messi zu wenig Freiräume. Der dramatische Abfall nach der Pause trieb dann sogar Tribünengast Maradona vor Grauen vorzeitig in die Flucht. "Wir wissen, dass wir noch nicht so spielen wie wir wollen", räumte Messi selbstkritisch ein. Am Mittwoch gegen Nigeria geht es um den Gruppensieg. "Wir erreichen noch unser Potenzial", prophezeite er. 24 Stunden vor dem letzten Gruppenspiel feiert Messi seinen 27. Geburtstag.

Den tapferen Iranern fehlten für eine Sensation nur Sekunden und Zentimeter - und nach Meinung von Trainer Carlos Queiroz vor allem ein Pfiff. "Wir haben 90 Minuten mit Argentinien mitgehalten, nur der Schiedsrichter war nicht auf dem gleichen Niveau", kritisierte der Portugiese. Referee Milorad Mazic aus Serbien hatte beim Stand von 0:0 in der zweiten Halbzeit ein klares Strafraum-Foul von Argentiniens Pablo Zabaleta am ehemaligen Bundesligaprofi Ashkan Dejagah nicht geahndet. "Er steht fünf Meter dahinter, das kann doch nicht sein", ereiferte sich Queiroz.

Auch Dejagah, einst für Hertha BSC und den VfL Wolfsburg in Deutschland tätig, wollte sich nicht beruhigen: "Ich habe es versucht, dem Schiedsrichter klarzumachen, aber er hat mich ignoriert. Er hat mich getroffen und es war ein Elfmeter, da bin ich zu Hundert Prozent sicher." Immerhin gab es aus der Heimat Trost von höchster Stelle. "Ich bedanke mich bei der Mannschaft und dem Trainerteam. Ihr habt trotz der unglücklichen Niederlage das Volk glücklich und stolz gemacht", schrieb Präsident Hassan Ruhani bei Twitter. (dpa)

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