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Fußball-EM 2016
20.06.2016

Unser Mann bei EM: Deutsche Mannschaft lässt Kritik nicht an sich heran

Joachim Löw stellt sich regelmäßig den Fragen der Journalisten, die die Mannschaft bei der EM in Frankreich begleiten.
Foto: Arne Dedert, dpa

Tilmann Mehl begleitet für die Augsburger Allgemeine die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-EM. Im Interview berichtet er von seinen Eindrücken und wagt einen EM-Tipp.

Du begleitest die deutsche Nationalmannschaft bei der EM. Wie groß ist die Fußball-Euphorie in Frankreich?

Mehl: Wir sind ja die meiste Zeit in Evian, wo die deutsche Mannschaf ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat. Das ist ein schönes Städtchen, hat aber nur 8000 Einwohner und lebt vom Tourismus. Von EM-Euphorie ist hier wenig zu spüren. Die ersten beiden Spiele fanden in Lille und Paris statt. In Lille ging es auch eher ruhig zu. In Paris war dann schon zu sehen, dass hier eine Europameisterschaft stattfinden. Allerdings sehen wir leider nicht allzu viel von Frankreich. Am heutigen Montag zum Beispiel reisen wir mit dem Zug nach Paris, wo am Dienstag das Spiel gegen Nordirland stattfindet. Wir kommen mittags in der Stadt an, dort findet dann eine Pressekonferenz statt, dann das Abschlusstraining. Dann werden die Artikel für die Redaktionen in Deutschland geschrieben und am Abend gibt es vielleicht ein Bierchen mit den Kollegen. Am Spieltag selbst sind wir Journalisten eigentlich den ganzen Tag bis abends im Stadion und am Mittwoch fahren wir in der Früh zurück nach Evian.

Die Sicherheit ist ein großes Thema bei dieser EM. Wie nimmst Du die Situation wahr?

Mehl: In Lille waren die Kontrollen nicht besonders streng. Wir wurden einmal am Eingang vom Stadion überprüft. In Paris war das anders. Dort wurden wir schon direkt an der U-Bahn-Station das erste Mal gecheckt und mussten auch unsere Akkreditierungen vorzeigen. Am Stadion selbst waren die Sicherheitskontrollen dann wie am Flughafen, alle mussten unter anderem durch einen Metalldetektor und die Taschen wurden sehr gründlich durchsucht. Insgesamt ist das aber kein großes Ding und man hat auch kein ungutes Gefühl. Das hatten wir nur einmal, als wir in Paris die U-Bahn eingestiegen sind und der Wagen voller polnischer Fans war. Die haben nicht unbedingt einen friedlichen Eindruck gemacht und wir haben es vermieden, deutsch zu sprechen. Aber wenn man als Schalke-Fan zum Auswärtsspiel nach Dortmund fährt, hängt man sich in der Straßenbahn ja auch nicht unbedingt einen Schalke-Schal um...

Sportlich war die Darbietung der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen eher durchschnittlich. Wie ist die Stimmung in der deutschen Mannschaft vor dem Spiel gegen Nordirland?

Mehl: Die ist tatsächlich sehr entspannt und optimistisch. Die Mannschaft lässt die Kritik aus Deutschland gar nicht an sich heran. Sie ist auch unter den Journalisten hier vor Ort kein großes Thema. Die meiste Kritik kommt ja von ehemaligen Spielern und Experten, die aus Deutschland die Situation bewerten.

Wie lautet Dein Tipp für das Nordirland-Spiel?

Mehl: Das wird ein klarer Sieg, ich tippe auf 3:0.

Und wie weit kommt die deutsche Mannschaft im Turnier?

Mehl: Das ist noch ein bisschen schwierig zu sagen, denn der Gegner im Achtelfinale steht ja noch nicht fest. Aber ich glaube, dass diesmal im Halbfinale Schluss ist. Europameister wird Spanien. ako

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