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Fußball
30.05.2016

Löws Gestrichene: Von Marin über Draxler bis Schmelzer

Marko Marin wurde vor der EM 2008 gestrichen.
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Marko Marin wurde vor der EM 2008 gestrichen.
Foto: Jochen Lübke (dpa)

Für Joachim Löw ist das Streichen von Spielern aus seinem endgültigen Aufgebot für eine EM oder WM nichts Ungewohntes. Seit seiner Beförderung zum Bundestrainer 2006 hat er vor jedem Turnier einen Kader mit mehr als 23 Fußballern nominiert.

Und immer galt der Satz, den der 56-Jährige auch über die abschließende Auslese für die Europameisterschaft in Frankreich am Dienstag sagte: "Verdient hat es niemand, dass er nach Hause fahren muss."

Vier Akteure muss der Weltmeistercoach für die anstehende EM streichen. Die schlechte Botschaft wird er "persönlich" überbringen. Meist traf es - wie vermutlich auch diesmal - die ins Trainingscamp mitgenommenen Talente. Echte A-Promis sortierte er noch nicht aus. Sie schieden höchstens durch Verletzungen aus, wie Kapitän Michael Ballack vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Die Deutsche Presse-Agentur erinnert an die von Löw Gestrichenen.

2008 (EM in Österreich/Schweiz): Für die Vorbereitung auf sein erstes Turnier als Cheftrainer nominiert Löw 26 Spieler. Nach dem 2:2 im Testspiel gegen Weißrussland streicht er auf Mallorca den Schalker Jermaine Jones, den Kölner Patrick Helmes und den Gladbacher "Zauberlehrling" Marko Marin. "Es war nur ein Sandkorn, das die Waage auf diese Seite ausschlagen ließ", erklärt Löw. Das Casting habe sich aber bewährt. "Wir würden es wieder tun, 26 Spieler mitzunehmen."

2010 (WM in Südafrika):Vor seiner ersten WM beruft der Bundestrainer sogar 27 Akteure. Im Trainingscamp in Südtirol muss er am Ende aber nur den Hoffenheimer Außenverteidiger Andreas Beck streichen. Grund ist großes Verletzungspech: Kapitän Ballack, Christian Träsch und Heiko Westermann fallen für das Turnier in Südafrika aus. "Er ist tief enttäuscht", berichtet Löw von Beck, den einzigen echten Verlierer.

2012 (EM in Polen und Ukraine): Wieder beruft Löw 27 Akteure für die Turniervorbereitung. Das Streichquartett bilden in Südfrankreich Routinier Cacau sowie die Talente Marc-André ter Stegen, Julian Draxler und Sven Bender. Der damals 20-jährige Torwart ter Stegen spricht von "einer interessanten Erfahrung". Er hat immerhin zuvor sein Länderspieldebüt erlebt - beim 3:5 im Test gegen die Schweiz.

2014 (WM in Brasilien): 30 Spieler nominiert Löw anfangs. Nach dem 0:0 im Test gegen Polen dürfen 27 mit ins Trainingslager: Die Schalker Max Meyer und Leon Goretzka sowie der lange verletzte Hamburger Marcell Jansen fallen raus, zudem ersetzt der Gladbacher Christoph Kramer den Augsburger André Hahn. Der Leverkusener Lars Bender verletzt sich beim Training in Südtirol. Die ehemalige Dortmunder Stammkraft Marcel Schmelzer sowie die Neulinge Kevin Volland und Shkodran Mustafi streicht Löw. "Sie haben uns die Entscheidung wahnsinnig schwer gemacht", sagt er. Mustafi wird trotzdem noch Weltmeister, ihn nominiert Löw nach dem Ausfall des verletzten Marco Reus einen Tag vor der Abreise nach Brasilien nach. (dpa)

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