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Unentschieden gegen Hertha

13.12.2020

Gladbachs zahlt Tribut für Erfolg in Europa

Die Gladbacher um Patrick Herrmann (r) kamen gegen Hertha BSC nur zu einem 1:1.
Bild: Marius Becker/dpa

Der historische Champions-League-Erfolg sorgt für Euphorie bei Borussia Mönchengladbach. Die überstrahlt den Ärger über schon acht daheim verschenkte Punkte in der Liga deutlich. Die erneute Champions-League-Qualifikation droht zum Kraftakt zu werden.

Der Stolz bei Borussia Mönchengladbach über die bisherige Champions-League-Saison ist so groß, dass Kritik an der Bundesliga-Ausbeute gar nicht erst aufkam.

Dabei war das 1:1 (0:0) gegen Hertha BSC bereits das vierte 1:1 in dieser Saison daheim, bei dem mögliche Punkte liegen blieben. "Wir hätten natürlich gerne gewonnen, das wäre auch wichtig gewesen. Das Ergebnis passt uns nicht so in den Kram", gestand der ehrgeizige Fußballtrainer Marco Rose, dessen Saisonziel mindestens die Bestätigung von Platz vier aus der Vorsaison ist.

Damit könnte es nach einem Drittel der Spielzeit eng werden. "Diese vier Unentschieden zu Hause, die lassen uns ein wenig auf der Stelle treten", sagte Sportchef Max Eberl am Abend nach der nächsten Ergebnisenttäuschung im ZDF-"Sportstudio": "Mit drei, vier Punkten mehr stünden wir besser da." Die Realität nach elf Spieltagen sieht anders aus: Platz acht mit 17 Punkten und vier Zählern Rückstand auf Rang vier.

"Wir sind immer noch in Schlagdistanz. Wir sind immer noch dabei", sagte Eberl fast trotzig. Nur: Vor einem Jahr war die Borussia zum selben Zeitpunkt mit acht Punkten mehr - exakt der Zähleranzahl, die sie in den Heimspielen gegen Union Berlin, Wolfsburg, Augsburg und nun gegen Hertha unnötig verschenkte - Liga-Spitzenreiter.

"Wir haben schon eine Saison, die schwieriger ist. Wir werden anders wahrgenommen", sagte Eberl. Natürlich ist ihm wie auch Rose bewusst, dass die acht daheim verschenkten Punkte auch ein Tribut für teils begeisternde Europaabende sind. "Wir spielen in der Champions League eine herausragende Runde. Jetzt sind wir bei vielen Gegnern der haushohe Favorit. Das ist eine neue Herausforderung", sagte Eberl.

In der vergangenen Saison war es anders. Da schied die Borussia in der Europa League bereits in der Vorrunde aus, begeisterte aber in der Liga. In der Königsklasse qualifizierten sich die Gladbacher nun trotz des 0:2 bei Real Madrid am vergangenen Mittwoch erstmals seit 43 Jahren wieder für die Runde der besten 16 Teams in Europa. "Ich hatte Tränen in den Augen", sagte Gladbachs Vizepräsident Rainer Bonhof, der damals noch als Spieler auf dem Platz gestanden hatte, zum Meilenstein in der jüngeren Vereinshistorie.

Auch Eberl war nach dem 1:1 gegen die Hertha der Stolz über den Achtelfinaleinzug seines Teams noch anzumerken. Wohl auch wegen der deshalb derzeit grundpositiven Stimmung im Verein gab es von Rose und Eberl kein kritisches Wort zum nicht erreichten Sieg. "Ich bin heute extrem stolz auf die Mannschaft. Was sie nach den letzten Wochen investiert hat", sagte Eberl.

Die Kehrseite des Erfolgs in Europa ist die extreme Belastung der vergangenen Wochen, die Rose zu sechs Wechseln in der Startelf gegen Berlin zwangen. Zwar dominierte sein Team vor allem nach der Pause, aber die Müdigkeit ist unübersehbar. Schon in der Champions League ging die Kurve nach begeisternden Auftritten in den ersten vier Gruppenspielen zuletzt beim 2:3 gegen Inter Mailand und in Madrid nach unten. Leistungsträger wie etwa Nico Elvedi, der auch gegen Hertha in einigen Situationen unbekannte Aussetzer zeigte, wirken überspielt. Ausfälle und Verletzungen von wichtigen Spielern wie Ramy Bensebaini und Jonas Hofmann tun ihr übriges dazu.

"Diese Wochen sind sehr, sehr hart und gehen in die Knochen", sagte Allrounder Valentino Lazaro, der forderte, nun "noch einmal alles rauszuhauen" in den noch drei Pflichtspielen bis Weihnachten. "Wir hoffen natürlich, dass wir endlich in einen Flow kommen und anfangen, die Punkte zu sammeln", sagte Lazaro. Sonst droht im neuen Jahr ein Kraftakt, um per Aufholjagd wieder die Champions-League-Qualifikation zu schaffen. "Wichtig wär's", sagte Eberl mit einem Grinsen. Momente wie die Auslosung am Montag, die mit dem FC Liverpool, FC Chelsea, Manchester City, Juventus Turin und Paris Saint-Germain nur große Namen bereithält, soll es auch in der kommenden Saison geben.

© dpa-infocom, dpa:201213-99-674476/2 (dpa)

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