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17.03.2009

"Hoeneß-Euro": Bayern-Manager sauer auf Politiker

«Hoeneß-Euro»: Bayern-Manager sauer auf Politiker
Bild: DPA

München (dpa) - Die aufgeregte Debatte um den Hoeneß-Euro schlägt weiter hohe Wellen - und die Absage aus Berlin hat den Manager von Bayern München tief getroffen.

"Ich habe mich wahnsinnig über viele Politiker geärgert, die ohne den leisesten Schimmer von einer Ahnung, um was es geht, erstmal dagegen sind", empörte sich Uli Hoeneß im Bayerischen Fernsehen. Sein Vorschlag, den deutschen Profifußball mit einem Soli-Zuschlag von zwei Euro auf die TV-Gebühr zu finanzieren, war in der Hauptstadt auf strikte Ablehnung gestoßen. Doch Hoeneß verteidigt seine Idee von einer "freiwilligen Abgabe: Wenn die Schwellenangst erstmal überwunden ist, ist das eine Sache, um die uns die ganze Welt beneidet."

Die Polemik, die er in einigen Medien ausgemacht hatte, stieß bei Hoeneß ebenso auf Unmut wie die Aussagen von Peter Danckert (SPD). Der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag hatte den Hoeneß-Vorschlag einer Erhöhung der Fernseh-Gebühr als "irrwitzig" bezeichnet. "Das ist ja leicht in unserer Gesellschaft. Erstmal dagegen sein und alles besser wissen und nichts besser machen. Das ist unser Problem", schimpfte der 57-Jährige in der Sendung "Blickpunkt Sport" und stellte klar: "Ich habe nicht zwei Euro gefordert. Es ist mein Traum, mein Wunsch, dass jedermann für einen Betrag, den er sich leisten kann, Live-Fußball von Freitag- bis Montagabend sehen kann."

Unterstützung bekam Hoeneß aus seinem Verein. "Ich finde den Ansatz grundsätzlich attraktiv. Bei dieser Lösung wäre ja gewährleistet, dass der Fußball exklusiv im Free-TV landet", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in der Münchner Zeitung "tz". Die Fußball-Fans laufen dagegen Sturm: Bei einem Internet-Voting der "Bild" stimmten zwei Drittel von 60 000 Teilnehmern gegen die "Bundesliga-GEZ".

"Hoeneß-Euro": Bayern-Manager sauer auf Politiker

Aber Hoeneß verteidigt seinen Vorstoß. "Wenn Pay-TV nicht funktioniert, dann müssen wir etwas tun, damit der kleine Mann sich Live-Fußball leisten kann. Und dann kommen die Öffentlich-Rechtlichen ins Spiel", sagte der Manager, "wenn von 37 Millionen Haushalten 20 oder 25 Millionen zwei oder drei Euro im Monat zahlen, würde das ausreichen, um das Pay-TV zu ersetzen." Den Einwürfen, andere Sportarten könnten ähnliche Forderungen erheben, entgegnete Hoeneß: "Es gibt außer Fußball keine Sportart, die flächendeckend so viele Menschen anzieht."

Ob mit oder ohne Bundesliga-Soli - angesichts der Wirtschaftskrise muss die Bundesliga den Gürtel enger schnallen. "Jeder Fußballer muss auf den Prüfstand gestellt werden. Jeder Spieler, dessen Vertrag ausläuft, muss wissen, das wir jetzt andere Zeiten haben", mahnte Hoeneß. Langzeitverträge und Luxus-Gehälter gehören der Vergangenheit an. "Wahrscheinlich werden die Gehälter in den nächsten Jahren runter gehen, sonst können wir die Sache nicht mehr finanzieren".

Mit dem Ruf nach wirtschaftlicher Vernunft verbindet Hoeneß die Hoffnung, "dass die Schere zwischen denen, die immer die verrücktesten Sachen machen, und denen, die immer vernünftig kalkuliert haben, etwas anders wird." Das würde dem deutschen Fußball im Wettstreit mit den Großclubs in England oder Spanien große Vorteile bringen. "Deutschland ist relativ solide finanziert, da kriegt der Spieler spätestens am 31. sein Geld", berichtete Hoeneß: "Das wird sich in der Welt rum sprechen und deswegen wird es in Zukunft wahrscheinlich einfacher sein, ganz gute Spieler zu bekommen."

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