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BVB-Doku

14.08.2019

"Inside Borussia Dortmund" auf Amazon Prime: Wenig "Wow"

In der Doku "Inside Borussia Dortmund" gewährt der BVB exklusive Einblicke.
Bild: Amazon Prime

Am Freitag startet die Doku "Inside Borussia Dortmund" auf der Streaming Plattform Amazon Prime. Wir haben die erste Episode schon gesehen - und verraten, ob sie sich lohnt.

Kult-Klub Borussia Dortmund öffnet seine Tore, gewährt in der neuen vierteiligen Amazon-Doku "Inside Borussia Dortmund" als erster deutscher Fußball-Verein exklusive Einblicke in sein Innerstes. Das verspricht zumindest die Ankündigung.

Knapp sechs Monate begleitete der preisgekrönte Filmemacher und Fußball-Dokumentarist Aljoscha Pause ("Being Mario Götze" ,"Tom Meets Zizou: Kein Sommermärchen", "Trainer!") mit seinem Team den BVB. Startschuss ist im Wintertrainingslager der Dortmunder in Marbella. Zu diesem Zeitpunkt liegt das Team um Trainer Lucien Favre auf Platz eins der Bundesliga-Tabelle, hat sechs Punkte Vorsprung auf Platz zwei.

Fünf Millionen Euro soll US-Riese Amazon an den BVB überwiesen haben, um exklusive Einblicke zu bekommen. Das behauptet zumindest die Sport Bild. Ob sich das gelohnt hat? Schwierig zu sagen. Wer vergleichbare Formate wie "All or nothing" mit Manchester City (Amazon Prime) oder die Football-Doku "Last Chance U" (Netflix) gesehen hat, dem wird die BVB-Doku sicher etwas tröge vorkommen - zumindest in der ersten Episode.

Ein Blick ins "Heiligtum": Die Dortmunder Kabine.
Bild: Amazon Prime

Amazon-Doku "Inside Borussia Dortmund": Wow-Effekte fehlen

Es gibt wenig bis kaum Wow-Effekte. Die versprochenen "tiefen Einblicke" sind eher "Einblickchen". Hauptbestandteil der ersten Folge sind sachliche Interviews mit Spielern, Trainer und weiteren handelnden Akteuren der Dortmunder, die man so auch in jeder anderen Sportsendung erwarten würde. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblicke auf die Vorrunde, ein paar Kamera-Schwenke in den Bus, Kraftraum oder die Kabine. Hinterlegt mit dramatischer Musik wirkt das zwar durchaus aufregend, "umgehauen" wird man davon aber nicht.

Sehenswert: Marcel Schmelzer, früher Kapitän des BVB, spricht über seine Rolle als Dauer-Bankdrücker - und lobt seinen Nachfolger Achraf Hakimi (20) in höchsten Tönen. "Ich habe zehn Jahre auf diesem Niveau gespielt. Und das alle drei Tage. Dass ich älter werde, mein Körper älter wird, das ist ganz normnal. Und dass dann junge Spieler kommen, so wie ich damals gekommen bin, das gehört zum Fußball dazu. Achraf hat eine faszinierende Dynamik, eine Spritzigkeit... das zu sehen, und auch mit welcher Lockerheit er gewisse Situationen löst, das ist für mich immer noch unbegreiflich. Es bringt mir und dem Verein nichts, wenn wir uns nicht weiterentwickeln."

BVB-Shootingstar Jadon Sancho bei der Massage.
Bild: Amazon Prime

Emotional (zumindest ein bisschen): BVB-Torwart Roman Bürki und Busfahrer Christian Schulz sprechen über ihre Erinnerung das Attentat auf den BVB-Bus am 11. April 2017. Bürki erzählt - ziemlich nüchtern -, dass er auch zwei Jahre nach dem Anschlag noch sensibel auf Knall-Geräusche reagiert, sauer wird, wenn jemand einen Gegenstand mit viel Krach zu Boden fallen lässt.

Unterhaltsam: Marco Reus verrät in einem Interview mit der New York Times in mittelprächtigem Englisch, dass er eigentlich Dennis heißen sollte, Marco van Basten die Pläne seiner Eltern aber durchkreuzte. Reus' Vater war von van Bastens Traumtor im EM-Finale 1988 so begeistert, dass er seinen Sohn kurzerhand nach der holländischen Stürmer-Legende benannte.

Ganz nett: Erstmals sieht man die berühmte die "Expertenrunde" der Dortmunder an einem Tisch versammelt. Im Büro von Sportdirektor Michael Zorc sitzen BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Lizenzspiel-Leiter Sebastian Kehl und Matthias Sammer, der als externer Berater fungiert, an einem Tisch. Mehr als lockeres Geplaudere und eine kurze Analyse der zurückliegenden BVB-Partie ist aber nicht zu hören.

Die berühmte Dortmunder "Expertenrunde" (v.l.) mit Sebastian Kehl, Joachim Watzke, Matthias Sammer und Michael Zorc.
Bild: Amazon Prime

FC Augsburg hat Gastauftritt in Amazon-Doku "Inside Borussia Dortmund"

Der FC Augsburg spielt übrigens in den ersten zehn Minuten der Episode eine tragende Nebenrolle. Tor für Tor wird der Last-Minute-Sieg in der Hinrunde des BVB seziert, die unglaubliche Gefühlsexplosion von 25.000 feiernden Fans auf der Südtribüne beim 4:3-Siegtreffer von Paco Alcácer inklusive.

Die ersten drei Episoden erscheinen wöchentlich jeden Freitag. Die erste am 16. August. Die finale Folge ist ab dem 13. September bei Prime Video verfügbar. Ein Abo beim Streaming-Dienst Amazon Prime kostet 7,99 Euro im Monat.

Lust auf noch mehr Fußball? Dann hören Sie sich hier unseren Podcast mit FCA-Kapitän Daniel Baier an:

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