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Kommentar
14.06.2016

Russland droht der EM-Ausschluss: Diese Strafe würde die Falschen treffen

Russische und englische Fans prügelten sich im Stade Velodrome in Marseille.
Foto: Peter Powell, dpa

Im russischen Sport geht es drunter und drüber. Nun ist die Gefahr groß, dass Dinge miteinander vermischt werden, die nicht vermischt werden sollten.

Die Gefahr ist groß, dass nun Dinge miteinander vermischt werden, die nicht vermischt werden sollten. Dass es im russischen Sport ein massives Problem gibt, ist bekannt. Nach heutigem Kenntnisstand wurde und wird Doping dort von allerhöchster Stelle gedeckt. Dem Ziel, Russland als erfolgreiche Sportnation zu präsentieren, wird alles untergeordnet. Bei den Winterspielen in Sotschi soll sogar der Geheimdienst dabei geholfen haben, positive Dopingproben russischer Sportler auszutauschen. Fakt ist, dass sich Russland im Medaillenspiegel von Sotschi auf Platz 1 katapultierte.

Die Recherchen des Journalisten Hajo Seppelt ergaben zudem, dass auch in der russischen Leichtathletik massiv betrogen wurde und wird. Die Konsequenz: Russlands Leichtathleten sind momentan von allen internationalen Veranstaltungen ausgeschlossen. Am Freitag entscheidet sich, ob dieser Bann auch bei den Olympischen Sommerspielen im August in Rio bestehen bleibt. Vieles deutet darauf hin, dass dem so sein wird.

Diese russischen "Fans" nutzen die Bühne Fußball

Und jetzt auch noch die Ausschreitungen russischer "Fans" bei der Fußball-EM in Frankreich. Die Uefa droht der russischen Mannschaft mit dem Ausschluss vom Turnier, sollte so etwas noch einmal vorkommen. Das allerdings wäre zu viel der Strafe. Denn damit wären die Sportler Leidtragende einer Entwicklung, auf die sie vermutlich den geringsten Einfluss haben. Die Rede ist von 150 russischen Schlägern, die sich höchst professionell verhalten haben und nach ihren Attacken in Marseille schnell wieder von der Bildfläche verschwanden. Es dürfte wirklich jedem klar sein, dass dieses Idioten wenig im Kopf haben, am wenigsten Fußball. Hätte Hallenhalma eine vergleichbar große Bühen in der Öffentlichkeit wie sie der Fußball hat, würden sie eben diese für ihre Aktionen nutzen.

Das Problem lässt sich nicht mit dem Ausschluss der russischen Mannschaft lösen. Oder glaubt die Uefa, dass die russischen Hooligans dann einfach nach Hause fahren würden? Gegen diese "Fans" hilft nur eine entsprechend ausgerüstete und organisierte Polizei. "Fans" dieser Art müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Das gilt übrigens nicht nur für russische Hooligans, sondern auch für deren Kollegen aus anderen Ländern. Sie sind eine Minderheit, die im Sport nichts zu suchen haben. Denn sie verstellen den Blick auf die tausenden friedlichen Fans, die einfach nur ein großes Fußballfest feiern wollen. ako

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