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09.06.2009

Sogar Indios liegen Dunga in Brasilien zu Füßen

Sogar Indios liegen Dunga in Brasilien zu Füßen
Bild: DPA

Rio de Janeiro (dpa) - Die alten Fußball-Stars hat Carlos Dunga ausgemustert. Nun ist er der Star. Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2010 hatte der Coach der brasilianischen Nationalelf mit seinem Erneuerungskurs Erfolg.

Ganz Brasilien liegt dem einst heftig umstrittenen Mann zu Füßen. Vor dem Duell in der WM-Qualifikation mit Paraguay warnt der frühere Stuttgarter allerdings: "Das wird das schwerste Spiel auf dem Weg nach Südafrika". Die beiden Spitzenreiter (je 24 Punkte aus 13 Spielen) treffen im Nordosten Brasiliens in Recife aufeinander.

Der früher stets mürrisch dreinblickende und wortkarge Dunga hat sich in den vergangenen Wochen und vor allem nach dem 4:0 in Uruguay völlig verwandelt. In Recife setzte er sich beim Frühstück im Hotel spontan und lachend mit Fans zusammen. Bei den weiblichen Fans "verliert" er nur gegen Kaká. Und sogar Indios bejubeln ihn. Ein Häuptling schenkte dem 45-Jährigen eine "Triumph-Axt". "Das Dunga-System funktioniert", räumte die früher kritische Zeitung "Folha de Sao Paulo" in Anspielung auf die Defensiv- und Konterstrategie des Rekordweltmeisters. Das Blatt hob hervor, dass Dunga genau so erfolgreich sei wie Weltmeistercoach Luiz Felipe Scolari, "ohne dessen Show abzuziehen". Die Statistik spricht Bände: in 39 Spielen unter Dunga gab es 25 Siege, zehn Unentschieden und nur vier Niederlagen.

Gegen Paraguay, das im Hinspiel daheim 2:0 gewann, muss Dunga auf den wegen einer Gelb-Roten Karte gegen Uruguay gesperrten Stürmer Luis Fabiano verzichten, der wahrscheinlich von Jungstar Alexandre Pato ersetzt wird. Ansonsten setzt der Trainer wieder auf die Team-Achse um den zuletzt überragenden Torhüter Julio Cesar, Bayern-Profi Lucio und Kaká. Nach Ronaldo, Ronaldinho oder Adriano ruft kaum noch jemand. "Ich hatte vom Verband den Auftrag, Spieler auf der ganzen Welt zu beobachten, und das habe ich gemacht", sagte Dunga zufrieden. Müde ist er aber dennoch. "Die nächste Quali ist Problem eines anderen Trainers", deutet er einen baldigen Abgang an.

Sogar Indios liegen Dunga in Brasilien zu Füßen

Wie wichtig Brasilien ist, weiß auch Maradona. Obwohl seine argentinische Nationalelf nur auf dem vierten Tabellenplatz steht (22 Punkte) und bei einer Niederlage in Ecuador (17) in Bedrängnis geraten können, will "Dieguito" unter anderem Superstar Lionel Messi von der Aufgabe in Quito freistellen. "Er soll für das Duell gegen Brasilien im September geschont werden", schrieben Medien in Buenos Aires. Maradona schwieg. Und Verbandspräsident Julio Grondona klagte: "Messi wird in Südamerika zusammen getreten und die Schiris tun nichts". Gegner Cristian Noboa stichelte: "Messi hat Angst vor der Höhe" in Quito (2800 Meter). Gegen Ecuador will Maradona auch Mascherano, Aguero und weitere Stammspieler schonen.

Aber in Südamerika blickt der Fußball-Fan nicht nur Richtung Brasilien oder Argentinien. Chile ist die "Mannschaft der Stunde", die mit 23 Punkten auf Platz drei rangiert. Unter dem argentinischen Trainer Martin Bielsa wollen die Andenkicker erstmals seit 1998 wieder bei einer WM-Endrunde dabei sein. Und dafür wird spektakulärer Angriffsfußball praktiziert. Nach dem 2:0 in Paraguay wollen die Chilenen daheim in Santiago auch die auswärts sehr schwachen Bolivianer (12) in die Knie zwingen. "Noch haben wir nichts gewonnen", warnt Bielsa. "El Loco", der "Verrückte", weiß, wovon er spricht. Mit den im Vorfeld vielbejubelten Argentiniern scheiterte er 2002 in Japan in der WM-Vorrunde kläglich.

Am 14. von insgesamt 18 Spieltagen stehen außerdem die Paarungen Venezuela (16 Punkte) gegen Uruguay (17) sowie Kolumbien (14) gegen Peru (7) auf dem Programm. Bei diesen Begegnungen geht es vor allem um den wichtigen Platz fünf, der am Ende zu einem Relegationsspiel gegen den Vierten der Nord- und Mittelamerikagruppe berechtigt.

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