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TSV 1860 München
25.11.2016

Turbulenter 1860-Neustart: Ismaiks Rundumschlag, Bierofkas Mission

Daniel Bierofka springt beim TSV 1860 München für den entlassenen Trainer Kosta Runjaic ein - Unruhen im Verein erschweren seine Rettungsmission.
Foto: Andreas Gebert, dpa (Archivfoto)

Wieder ist Daniel Bierofka als Interimstrainer bei 1860 München für eine Rettungsmission zuständig. Der polternde Investor Ismaik könnte den ohnehin steinigen Weg erschweren.

Mit Daniel Bierofka soll 1860 München wieder erfolgreich sein. Der Fußball steht bei den "Löwen" aktuell aber etwas im Schatten, angesichts des Auftretens von Investor Hasan Ismaik. Der sorgte mit einem wüsten Facebook-Eintrag mal wieder für Aufsehen.

Dabei hätte Interimstrainer Bierofka für den Beginn seines zweiten Rettungseinsatzes bei 1860 München gern auf den Trubel rund um Ismaik verzichtet. Der einmal mehr skurrile Auftritt des Investors im Internet samt Schimpftiraden in mehrere Richtungen soll die Profis des kriselnden Fußball-Zweitligisten aber sportlich nicht ablenken. Das zumindest hofft Bierofka, der nach dem Absturz der "Löwen" bis kurz vor die Abstiegszone und der Beurlaubung von Chefcoach Kosta Runjaic mal wieder für die Wende sorgen soll.

"Mich persönlich tangiert das überhaupt nicht, ich will mich nur auf das Tagesgeschäft konzentrieren", sagte Bierofka am Freitag zum Wirbel an der Grünwalder Straße. "Ich habe der Mannschaft auch gesagt, sie soll sich nicht zur sehr mit dem Umfeld beschäftigen." Zumal das Auswärtsspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Tabellenführer Eintracht Braunschweig kompliziert genug wird für die Sechziger, die von zuletzt neun Zweitligaspielen nur eines gewinnen konnten.

1860: Investor Ismaik will "Machenschaften" aufdecken

Das Geschehen auf dem Platz ist seit Wochenbeginn, der Trennung von Runjaic und einer sonderbaren Pressekonferenz mit Ismaik aber nicht das Gesprächsthema Nummer eins bei den "Löwen". Auch nicht bei Ismaik selbst, der am Donnerstagabend einen wütenden Facebook-Beitrag veröffentlichte. Darin wetterte er gegen "Leute im Verein, die Korruption und Plünderung unterstützen". Der Geldgeber kündigte an: "Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug für den TSV 1860 kämpfen, um alle Machenschaften in diesem großartigen Verein aufzudecken."

Investor Hasan Ismaik hat Millionen in den TSV 1860 München gesteckt - und poltert in sozialen Medien. Das macht die Arbeit von Trainer Bierofka nicht gerade leichter.
Foto: Andreas Gebert, dpa

Auch die Medien bleiben nicht verschont, denen der Jordanier eine "Lügenkampagne" sowie die Manipulation der Fans unterstellt. "Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden", behauptete Ismaik. Danach appellierte der Bayerische Journalistenverband (BJV) via Twitter an den Geschäftsmann und die anderen Verantwortlichen bei 1860, "ihre Medienkritik doch bitte sachlich zu äußern."

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Und in all dem Chaos soll Bierofka aus seinen Spielern wieder Sieger machen. Er glaubt an den Aufschwung, sogar schon bei der Eintracht. "Wir haben auch unsere Waffen und können Braunschweig vor Probleme stellen", meinte er. Im Frühjahr hatte der Ex-Profi dem TSV mit drei Siegen in drei Spielen den vorzeitigen Klassenverbleib gesichert.

Jetzt steht Bierofka deutlich früher im Fokus und soll bis Winter verantwortlich bleiben. "Man kann im Leben entweder davonlaufen oder die Situation annehmen, und ich tue das mit dem nötigen Enthusiasmus und der Leidenschaft", sagte er. "Ich hoffe, dass sich das auf die Mannschaft überträgt und wir das am Sonntag auf dem Platz sehen." dpa/lby

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