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TV-Experte
12.06.2014

Oliver Kahn: Der abgeklärte Titan

Oliver Kahn moderiert während der Weltmeisterschaft in Brasilien für das ZDF.
Foto: Andreas Gebert (dpa)

Oliver Kahn war als Spieler ein Temperamentsbündel. Als TV-Experte für das ZDF gibt er sich ruhiger. Und bringt damit andere zur Weißglut.

Oliver Kahn muss man eigentlich nicht vorstellen. Ihn, den Titan. So nannten ihn die Fans, als er noch im Tor stand, damals, für den FC Bayern München. Kahn, der Titan. Der unmögliche Bälle hielt und das in Serie. Der drei Mal Welttorhüter wurde. Der unmögliche Interviews gab und das in Serie. „Eier“, antwortete er mal auf die Frage, was seiner Mannschaft fehle. „Wir brauchen Eier.“ Wer kennt das Zitat nicht?

Als Spieler war der 44-Jährige ehrgeizig wie sonst kaum jemand, was sich manchmal in unberechenbaren Aktionen niederschlug. Kahn biss Dortmund-Stürmer Heiko Herrlich beinahe in den Hals. Er brüllte Gegner zusammen oder die eigenen Mannschaftskameraden. Er sprang mit gestrecktem Bein durch die Luft, nur haarscharf an Gegenspielern vorbei. Er polarisierte.

Als Experte ist Kahn erstaunlich abgeklärt

Heute, als TV-Experte, ist Kahn ruhiger, überlegter. Er gibt den abgeklärten Ex-Profi, der eine bewegte Karriere hinter sich und vieles erlebt hat: Champions League-Sieg, acht deutsche Meisterschaften, ein verlorenes WM-Endspiel, in dem er sich einen fatalen Bock gegen Weltfußballer Ronaldo leistete. Manchen wirkt er in seiner neuen Rolle fast schon zu abgeklärt.

Diese Spiele übertragen ARD und ZDF

Als Kahn bei einem Spiel der Dortmunder eine Gelbe Karte gegen Robert Lewandowski nicht für so ungerechtfertigt hielt wie Jürgen Klopp das tat, blaffte ihn der Dortmund-Coach im Studio an: „Da hätte ich Oli Kahn gerne mal als Spieler erlebt.“ Die beiden lieferten sich ein kleines Scharmützel und Kahn erwiderte verständnisvoll, er finde es immer problematisch, wenn es auf eine persönliche Ebene gehe. Klopp sah aus, als wäre er gern woanders.

Kahn ohne Müller-Hohenstein

Auch Kahns Auftritt während der letzten EM 2012 kam nicht überall gut an. Zusammen mit der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein führte er aus der protzigen ZDF-Arena auf Usedom durch das Turnier. Die beiden mussten sich danach harsche Kritik anhören. „Seit Sonntag ist Usedom der Ort, an dem der Verstand Urlaub hat“, schrieb damals die Münchner Boulevardzeitung tz. Müller-Hohenstein und Kahn widersprachen der Kritik vehement, aber das ZDF entschied sich dazu, das Duo zu sprengen. Bei der WM wird Kahn zusammen mit Oliver Welke von einer Dachterrasse in Rio de Janeiro von dem Turnier berichten. Ganz neu ist auch diese Konstellation nicht. Kahn und Welke moderieren bereits gemeinsam Champions League-Partien.

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