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23.06.2009

U 21-EM: Halbfinale erreicht, aber kein Jubel

U 21-EM: Halbfinale erreicht, aber kein Jubel
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U 21-EM: Halbfinale erreicht, aber kein Jubel
Bild: DPA

Halmstad (dpa) - Getrübte Stimmung und Ratlosigkeit prägten das Bild nach dem historischen Erfolg, aber Trainer Horst Hrubesch übte sich in Zweckoptimismus.

"Wir haben das erste Etappenziel erreicht. Jetzt müssen wir in die Spur finden und dann den letzten Schritt machen, der ins Finale führt", forderte der DFB-Trainer nach dem Halbfinaleinzug der U 21-Junioren bei der Europameisterschaft in Schweden. Das 1:1 gegen England, mit dem erstmals seit 27 Jahren die Vorschlussrunde erreicht wurde, war kein Ruhmesblatt. "Es gibt keine zwei Meinungen: In der Mannschaft ist mehr Qualität als sie gestern gezeigt hat", befand DFB-Präsident Theo Zwanziger, der die Partie in Halmstad verfolgte. Sportdirektor Matthias Sammer wollte die Leistung gar überhaupt nicht kommentieren.

"Im Vergleich zum Spanien-Spiel war das ein Rückschritt. Aber es macht jetzt keinen Sinn, den Stab über die Mannschaft zu brechen", sagte Hrubesch, der von seinen Führungsspielern mehr Verantwortung auf dem Platz fordert. "Wir haben nicht den, der von hinten führt. Benedikt Höwedes versucht es, aber er braucht auch Hilfe. Das ist das große Problem", befand Hrubesch. Mit dieser Leistung wird es für die deutsche Mannschaft schwer, das Halbfinale in Helsingborg schadlos zu überstehen.

Nach dem Abpfiff im altehrwürigen Örjans Vall jubelte keiner der deutschen Spieler. Zu schwach war die Vorstellung des selbst ernannten Titelkandidaten gegen eine englische B-Elf, in der zehn neue Spieler standen und in der nach der Pause sogar der dritte Torwart eingewechselt wurde. "Das waren gemischte Gefühle. Wir sind natürlich trotzdem erleichtert, so etwas kann ja auch nach hinten losgehen", bekannte Rechtsverteidiger Andreas Beck, der für den Leistungsabfall im deutschen Team auch keine Erklärung hatte.

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Dabei wurde der DFB-Elf mit dem frühen Führungstreffer durch Gonzalo Castro (5.) eigentlich "in die Karten gespielt", wie Hrubesch befand. "Doch dann haben wir das Ergebnis verwaltet und wurden bestraft", sagte Torhüter Manuel Neuer, der in der Schlussphase gegen Richard Stearman und Adam Johnson sogar noch zweimal den möglichen Siegtreffer der Engländer verhindern konnte. Den Ausgleich erzielte zuvor Jack Rodwell (29.).

Dem deutschen Team war im dritten Gruppenspiel deutlich anzumerken, dass ein Unentschieden schon zum Weiterkommen reicht. "Wir haben es dann ein wenig schleifen lassen", meinte Torschütze Castro. Hrubesch war überrascht, dass "uns nichts mehr eingefallen ist". Man habe den Gruppensieg leichtfertig hergeschenkt.

In dieser Verfassung ist die DFB-Elf sicherlich kein Titelkandidat und muss sich im Halbfinale erheblich steigern. Der Mannschaft ohne echten Stürmer fehlt die Durchschlagskraft im Angriff, das starre System raubt vor allem den kreativen Spielern wie Marko Marin, der an der Außenlinie festklebt, und Mesut Özil, der immer wieder in die Spitze vorstoßen soll, den Esprit. Einige Profis spielen auf anderen Positionen als im Verein, doch Hrubesch plant keine Umstellungen.

"Einen Systemwechsel wird es nicht geben. Wir haben ja nachgewiesen, dass es geht. Jetzt alles umzustellen macht keinen Sinn", sagte der Coach vor dem Halbfinale. So rechnet auch der einzige Stoßstürmer im Kader, Sandro Wagner vom MSV Duisburg, nicht mit einem Einsatz. "Ich glaube nicht, dass meine Chancen gestiegen sind", meinte der Mittelstürmer nach dem Vormittagstraining.

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