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07.06.2009

"Uru-Fluch" besiegt: Brasilien in Südamerika Top

«Uru-Fluch» besiegt: Brasilien in Südamerika Top
Bild: DPA

Montevideo (dpa) - Nach 33 Jahren hat Brasilien seinen "Uru-Fluch" endlich abgelegt. Durch das 4:0 (2:0) beim Erzrivalen Uruguay - den ersten Erfolg in Montevideo seit 1976 - sind Kaká & Co. auf den ersten Platz WM-Qualifikations-Turniers in Südamerika geklettert.

Schützenhilfe leistete dabei der Tabellendritte Chile, der den bisherigen Spitzenreiter Paraguay auswärts mit 2:0 (1:0) besiegte. Coach Diego Maradona und Superstar Lionel Messi mussten unterdessen in Argentinien lange zittern, bis der hart erkämpfte 1:0 (0:0)-Sieg gegen Kolumbien fest stand.

Rekordweltmeister Brasilien feierte dagegen seinen Sturm an die Tabellenspitze mit bemerkenswerter Effektivität. Vor 55 000 Zuschauern trafen Daniel Alves (11.), Juan (36.), Luis Fabiano (52.) und der sonst kaum in Erscheinung getretene Kaká (75. per Foulfelfmeter) für die "Selecao". "Mann des Tages" war im Centenario- Stadion in Montevideo aber Julio César. Der Tormann von Inter Mailand machte mehrere Chancen der oft besseren Gastgeber zunichte. "Man hat den Eindruck, dass er im Spiel größer wird, oder dass er das Tor kleiner macht. Ist nicht möglich, er hält alles", lobte TV- Starkommentator Galvao Bueno. Ohne die vorerst ausgemusterten "Veteranen" Ronaldo, Ronaldinho und Adriano war Bayern-Verteidiger Lucio einer der Besten. "Das Tabu ist gebrochen", jubelte die Zeitung "Folha de S. Paulo" groß auf Seite Eins.

In Buenos Aires musste Getafe-Verteidiger Daniel Diaz (56.) den Star-Stürmern Lionel Messi, Sergio Aguero und Carlos Tevez zeigen, wie es geht: vor 65 000 Zuschauern schoss er nach einem Eckball das goldene Tor. "Kolumbien war teilweise auf dem ganzen Feld überlegen", räumte Maradona ein, und der sehr blass gebliebene Messi sprach von einem "unschönen Spiel". Der Held von Champions-League-Sieger FC Barcelona, der zu Beginn der 2. Hälfte per Freistoß die Latte traf, sagte aber: "Was zählt ist die Qualifikation". Die Zeitung "Clarin" sah es anders: "Das Team ist viel schuldig geblieben", hieß es.

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Die große Sensation fand in Asunción statt: Die daheim nahezu als unschlagbar geltende Auswahl von Paraguay erlitt gegen Chile die erste Heimschlappe. Ohne die zwei Haupt-Torjäger, den verletzten Roque Santa Cruz und den gesperrten Salvador Cabanas, hatten die "Guaranis" kaum eine Chance. Für den ersten Triumph gegen Paraguay nach 28 Jahren sorgten Matias Fernandez (13.) und Humberto Suazo (52.). "Wir haben die Geschichte zerstört", tönte Suazo, während die Fans daheim in Santiago jubelnd auf die Straßen gingen.

Chiles Coach Marcelo Bielsa, Ex-Nationaltrainer von Argentinien, blieb jedoch bescheiden: "Wir haben ordentlich gespielt". Für "El Loco", den "Verrückten" wäre die WM in Südafrika eine Möglichkeit der persönlichen Revanche, nachdem er 2002 mit Argentinien in Japan in Runde Eins mit Schimpf und Schande ausgeschieden war.

Nach dem 13. von insgesamt 18 Spieltagen kristallisieren sich die Teams heraus, die wohl die vier WM-Direkt-Tickets einstecken werden. Brasilien und Paraguay (jeweils 24 Punkte), Chile (23) und Argentinien (22) haben einen beruhigenden Vorsprung auf den Fünften Uruguay (17), der in die Playoffs gegen den Vierten der Mittelamerika-Gruppe muss. Neue Hoffnung schöpft Venezuela, das nach dem 1:0 in Bolivien sein Punktekonto auf 16 erhöhte. Der 14. Spieltag geht am Mittwoch unter anderem mit dem Spitzenspiel Brasilien- Paraguay in Recife über die Bühne.

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