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1860 München

17.11.2017

Verkauft er oder nicht? Verwirrung um 1860-Investor Ismaik

Bis zuletzt hatte Hasan Ismaik beteuert, seine Anteile an dem in die vierte Liga abgestürzten TSV 1860 München nicht verkaufen zu wollen.
Bild:  Andreas Gebert (dpa)

Ein Unternehmer behauptet, dass Hasan Ismaik seine Anteile an 1860 München verkaufen würde. Ein Dementi folgt prompt. Stattdessen kündigt Ismaik vage eine andere Kooperation an.

Dieser Traum vieler Fans des TSV 1860 München von einem Ende der Erfolglos-Liaison mit Investor Hasan Ismaik dauerte nur wenige Stunden. Nachdem der Münchner Unternehmer Gerhard Mey in einem Interview überraschend berichtet hatte, dass Ismaik seine Anteile am abgestürzten Fußball-Traditionsverein "ohne Wenn und Aber" verkaufen wolle, folgte ein Dementi des Jordaniers noch in der Nacht auf Freitag.

"Falsch ist, dass ich auch nur ansatzweise daran denke, mich beim TSV 1860 zurückzuziehen", schrieb Ismaik bei Facebook. Vielmehr kündigte der Geschäftsmann eine Kooperation mit einer "herausragenden Münchner Persönlichkeit" an, blieb Details aber zunächst schuldig.

Im Interview der Süddeutschen Zeitung hatte Mey für Aufsehen gesorgt, als er von einem Gespräch mit Ismaik berichtete. Dieses fand in Alicante statt. Dabei habe Ismaik einerseits gesagt, seine Anteile an 1860 veräußern zu wollen, andererseits aber einen "astronomischen" Kaufpreis von mehr als 70 Millionen Euro aufgerufen.

Ismaik und der TSV 1860 München: Kommt die Trennung?

Offenbar will der unberechenbare Geschäftsmann aus Abu Dhabi den gezahlten Kaufpreis für die "Löwen" und auch alle seitdem gewährten Darlehen erstattet bekommen. Ismaik war 2011 beim TSV mit großen Zielen eingestiegen, hatte aber statt Erfolge nur Schlappen erlebt und im Frühjahr den Absturz von der 2. in die 4. Liga provoziert.

An ein Ende seines Schaffens an der Grünwalder Straße aber denkt der Investor angeblich nicht. "Zum letzten Mal: 1860 ist unverkäuflich", schrieb Ismaik. "Für mich ist 1860 eine Ehrensache. Unser Verein lebt und wird über den Umweg Regionalliga wieder an Kraft zulegen."

Mai 2017: Polizisten formierten sich vor dem 1860-Fanblock. Beim Relegationsspiel gegen Regensburg kommt es zu Ausschreitungen, Zuschauer werfen Eisenstangen und Sitzschalen aufs Spielfeld. Die Partie wird für rund 15 Minuten unterbrochen, ein Abbruch droht. Am 30. Mai 2017 um 20.01 Uhr steht fest: Die Löwen steigen in die 3. Liga ab.
14 Bilder
Der Niedergang des TSV 1860 München in Bildern
Bild: Peter Kneffel/dpa

Etliche Präsidien und Manager sind in den vergangenen Jahren an dem exzentrischen Mehrheitseigner gescheitert - und auch Interessenten für eine Übernahme der Anteile blitzten bei Ismaik ab. Mey schien gute Chancen zu haben, den bei Teilen der Fans ungeliebten Investor loszuwerden. Zwei Treffen in einem luxuriösen Kur-Hotel in Spanien, bei denen Ismaik unter anderem seinen Butler mit dem Präsidenten von 1860 verglichen und über seine angebliche deutsche Großmutter gesprochen haben soll, aber brachten offenbar keinen Durchbruch.

Ismaik meinte nun: "Mit seiner Medienoffensive versucht Mey jetzt Druck auf mich auszuüben." Außerdem behauptete er, dass ihm von Mey dessen Anteile am Automobilzulieferer Webasto angeboten worden seien. Mey will einen Deal nicht um jeden Preis. "Die gestellten Forderungen werden wir nicht erfüllen. Das ist illusorisch und weit weg von der Realität", sagte er. "Es gibt verschiedene Verfahren, ein Wirtschaftsunternehmen zu bewerten, und bei Sechzig kommen wir niemals auch nur in die Nähe des aufgerufenen Werts". AZ, dpa

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