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WM 2014
24.06.2014

Suárez wird rückfällig - Beißattacke gegen Chiellini

Luis Suárez (r) biss Giorgio Chiellini in die Schulter.
Foto: Emilio Lavandeira Jr (dpa)

Luis Suárez ist wieder rückfällig geworden. Mit einer Beißattacke gegen Giorgio Chiellini hat Uruguays "Bad Boy" beim 1:0 gegen Italien für den negativen Höhepunkt gesorgt.

Die Szene ereignete sich kurz vor dem Siegtor der Südamerikaner, als Suárez nach einem Zweikampf mit Chiellini dem Italiener offenbar in die Schulter biss. Schiedsrichter Marco Rodriguez hatte die Szene nicht gesehen. Chiellini hatte anschließend wild protestiert und seine Schulter präsentiert, auf der offensichtlich ein Bissabdruck zu sehen war.

Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art von Suàrez. Bereits zweimal war der Torjäger vom FC Liverpool wegen einer Beißattacke negativ aufgefallen. Erst zu Saisonbeginn hatte er noch sechs Spiele aussetzen müssen, nachdem er in der vergangenen Saison Branislav Ivanovic vom FC Chelsea in den Arm gebissen hatte. Und in seiner Zeit bei Ajax Amsterdam hatte er im Spiel gegen den PSV Eindhoven Gegenspieler Otman Bakkal ebenfalls in die Schulter gebissen.

Seit dem Vorfall in der vergangenen Saison war es eigentlich ruhig um ihn geworden. Mit 31 Toren wurde er Torschützenkönig in der Premier League und hätte Liverpool beinahe zur Meisterschaft geführt. Nun folgte der Rückfall bei der Fußball-WM, der ihm nachträglich eine lange Sperre einbringen könnte.

Denn das Sündenregister von Suárez ist voll. Neben seinen Beißattacken hat er sich auch sonst einige Male daneben benommen. So hatte der Torjäger in der Saison 2011/12 den dunkelhäutigen Franzosen Patrice Evra von Manchester United rassistisch beleidigt. Acht Spiele Sperre und eine Geldstrafe von 40 000 Pfund waren die Folge. Der nächste Eklat folgte wenige Monate später, als der 27-Jährige beim nächsten Aufeinandertreffen zwischen Liverpool und United Evra demonstrativ den Handschlag verweigerte.

Und auch auf der großen WM-Bühne hatte "El Pistolero" schon für Schlagzeilen negativer Art gesorgt. Im WM-Viertelfinale 2010 gegen Ghana wehrte Suárez in der 120. Minute einen Schuss mit der Hand auf der Torlinie ab. Asamoah Gyan vergab den anschließenden Elfmeter. Am Ende durfte Uruguay nach einem Sieg im Elfmeterschießen den Einzug ins Halbfinale feiern. Und Suárez feierte sich selbst: "Das war die Parade der WM. Jetzt habe ich die Hand Gottes." Die Reaktion sorgte vor allem in Afrika für großen Wirbel.

Sollte die FIFA die neuerliche Attacke nachträglich ahnden, könnte die WM für den Torjäger schon beendet sein. Dabei war er erst im zweiten Spiel gegen England ins Team zurückgekehrt und hatte beide Tore zum 2:1-Erfolg erzielt. Eine Meniskus-Operation vier Wochen vor der Endrunde hatte die Teilnahme des Stürmers, an dem Champions-League-Sieger Real Madrid interessiert sein soll, infrage gestellt. "Ich mag ihn mehr als jeden anderen Spieler spielen sehen, aber hat sich nicht unter Kontrolle", twitterte Englands früherer Stürmerstar Michael Owen.

Am Dienstag war sich Suárez keiner Schuld bewusst: "Die Mannschaft hat erneut Geschichte geschrieben in Brasilien. Wir haben in jedem Moment Selbstvertrauen gezeigt und diesen Sieg verdient. Uruguay ist weiter. Wir werden diesen schönen Moment feiern." Das Lachen wird ihm vielleicht bald schon vergehen. (dpa)

Kurzbiografie Suàrez auf FIFA-Homepage

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