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17.06.2009

Zukunft spielt in Schweden: Bundesliga "spioniert"

Zukunft spielt in Schweden: Bundesliga «spioniert»
Bild: DPA

Hamburg (dpa) - Die Stars kicken in Südafrika, doch die Zukunft spielt in Schweden: Für die "Spione" aus der Fußball-Bundesliga ist die U 21-Europameisterschaft derzeit als Zielgebiet heißer als der Confederations Cup in der Kap-Republik.

Alle 18 Erstliga-Clubs haben Scouts nach Skandinavien geschickt oder lassen das Turnier der Talente durch Partner observieren. "Die U 21-EM ist für uns perspektivisch wichtiger als der Confed Cup", erklärte Jürgen Marbach, Geschäftsführer des deutschen Meisters VfL Wolfsburg, in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die "Wölfe" haben Chef-Scout Uli Mohr und weitere Mitarbeiter nach Schweden geschickt.

Über 60 europäische Fußballclubs haben ihre Scouts in die EM-Spielorte Malmö, Halmstad, Helsingborg und Göteborg entsandt. Nach Schweden ist auch die 24-köpfige Gruppe des gesamten DFB-Trainer-Lehrgangs mit VfB-Chefcoach Markus Babbel gereist - zu einer Exkursion mit praktischem Mehrwert. "Das gehört sicherlich zur Pflicht der Vereine, dieses Turnier zu beobachten und zu verfolgen", meinte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. Dabei gehe es aber nicht nur um schnelle Kauf-Entscheidungen. "Es ist auch wichtig, die Entwicklung des Spielers zu sehen. Wenn man ihn jetzt bei der U 21 sieht und will ihn vielleicht in vier Jahren verpflichten, dann hilft das", sagte der Europameister von 1996.

Für den FC Bayern München beobachten Chef-Scout Wolfgang Dremmler und Björn Andersson vom Junior Team in Schweden, der 1. FC Köln ist sogar mit drei Beobachtern, Schalke 04 mit "vier Augen" vor Ort, der Hamburger SV hat eine kleine Delegation geschickt: Der neue Trainer Bruno Labbadia wird von den beiden Chefscouts Bernd Legien und Michael Schröder begleitet.

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Laut "Hamburger Abendblatt" soll der Nordclub Interesse am Kapitän der finnischen U-21-Auswahl, Tim Sparv, haben. Labbadia soll den 22-Jährigen im Teamhotel kontaktiert haben. "In erster Linie ist Bruno Labbadia in Schweden live dabei, um sich unsere Spieler anzuschauen und sie besser kennen zu lernen", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. "Zusätzlich hat er eine Liste mit interessanten Spielern dabei, die er sich anschauen wird." Für viele Vereine geht es nicht in erster Linie um ein "Schnäppchen" für die kommende Transferperiode, sondern um ganz praktische Dinge: Man will Informationen für spätere Entscheidungen sammeln und die Spieler- Datenbanken auffüllen.

Auch die WM-Generalprobe in Südafrika wird von vielen Vereinen beobachtet, aber nur ganz wenige schicken "Spione" zum Kap. "Die Kosten-Nutzen-Rechnung würde für uns nicht aufgehen", erklärte Jörg Schmadtke, der neue Manager von Hannover 96. Zudem sind selbst die Jungstars der Fußball-Großmächte wie Brasilien oder Italien längst bekannt, zu teuer - oder unverkäuflich. Bundestrainer Joachim Löw will neue Trends aber nicht verpassen. Chef-Scout Urs Siegenthaler wird nach Südafrika reisen, und vom Halbfinale an ist Löw selbst am Ort des Geschehens. "Das ist schon ein interessantes Turnier, und die Mannschaften, die da spielen, sind interessante Teams. Ich erwarte mir da viele Erkenntnisse, die wir verwerten können", sagte Löw.

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