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08.03.2009

Begeisternde Borussia entzaubert den HSV

Begeisternde Borussia entzaubert den HSV
Bild: DPA

Mönchengladbach (dpa) - Der höchste Bundesliga-Sieg seit dreieinhalb Jahren versetzte die Fans im Borussia-Park in Feststimmung - selbst Trainer Hans Meyer und Marko Marin lagen sich nach dem überraschenden 4:1 (2:1) gegen den Titelkandidaten Hamburger SV in den Armen.

Der von seinem Coach häufig kritisierte Dribbelkünstler führte Borussia Mönchengladbach mit einer Klasseleistung zum Erfolg gegen den HSV. Damit verließen die Gladbacher erstmals seit drei Monaten den letzten Tabellenplatz. "Das ist eine wunderschöne Sache und tut gut, besonders weil auch unsere Konkurrenten gepatzt haben. Wir werden sicher in eine Situation kommen, in der wir wieder richtig hoffen können", sagte Meyer nach dem zweiten Heimsieg in Serie.

Der in dieser Höhe nicht erwartete Erfolg löste beim fünfmaligen deutschen Meister große Zuversicht aus. "Heute war es perfekt und die Atmosphäre sensationell. Wenn wir jetzt auch noch in Köln gewinnen...", meinte Marin, der mit seinem verwandelten Foulelfmeter den Schlusspunkt setzte und an insgesamt drei Treffern beteiligt war.

Zuvor hatten sich die über 50 000 Zuschauer, die eine der besten Leistungen der Borussia seit langer Zeit sahen, über Treffer von Rob Friend (24.), Tobias Levels (42.) und Roel Brouwers (54.) freuen dürfen. Gladbachs Verteidiger Levels war nach seinem ersten Bundesliga-Treffer völlig aus dem Häuschen. "Das war eine Hormonausschüttung, wie ich sie zuletzt mit fünf Jahren im Phantasialand hatte", gestand der 22 Jahre alte Profi.

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Auch Kapitän Filip Daems, um den es wegen einer vor vier Monaten angeblich nicht ordnungsgemäß durchgeführten Dopingprobe vor der Partie Wirbel gab, war von der Leistung angetan: "Endlich haben wir wieder unsere Heimstärke aufgebaut. Wir glauben alle daran, in der Bundesliga zu bleiben." Die Vorwürfe, der Belgier sei zu spät zu einer Kontrolle nach dem Training erschienen, wiesen Spieler und Verein von sich. "Ich habe alles richtig gemacht", so Daems.

Davon waren die Hamburger an diesem Nachmittag weit entfernt. Im 35. Pflichtspiel der Saison, in dem sieben verletzte oder gesperrte Spieler fehlten, mussten die Hanseaten nach dem Ausgleich durch Mladen Petric (29.) der Belastung mit dem Tanz auf drei Hochzeiten Tribut zollen. "Heute hat nichts gepasst. Wir sind nur hinterhergerannt. Aber es war klar, dass das auch mal passiert", meinte HSV-Profi Marcell Jansen, der erstmals bei seinem Heimatclub antreten musste und eine schwache Leistung bot.

Auch Hamburgs Sportlicher Leiter Dietmar Beiersdorfer fand drei Tage nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale, wo die Mannschaft im Nordderby auf Werder Bremen trifft, deutliche Worte: "Wir sind bei der ersten Böe umgefallen. Wenn wir so weiterspielen, werden wir bestimmt nicht deutscher Meister", befand Beiersdorfer. "Wir müssen aufhören, immer nur vom Titel zu sprechen und auch auf die Mannschaften hinter uns achten. Am Ende stehen wir mit leeren Händen da", meinte Torschütze Petric vor der nächsten schweren Partie im UEFA-Cup am Donnerstag gegen Galatasaray Istanbul.

Trainer Martin Jol nahm den Sturz von Rang zwei auf fünf und die sechste Auswärtsniederlage relativ gelassen. "Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir sind immer noch dabei. Wir haben keine Meisterschafts-Euphorie, wir sind sachlich", sagte der Niederländer. "Das ist halt der HSV in diesem Jahr".

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