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Fußball

22.05.2015

Berger und die Titanic: Frankfurts Wunder-Rettung 1999

Trainer Jörg Berger vermied mit Eintracht Frankfurt 1999 noch den Abstieg.
Bild: Franz-Peter Tschauner (dpa)

Im Überschwang der Emotionen stellt Jan-Age Fjørtoft eine gewagte Behauptung auf. "Jörg Berger hätte auch die Titanic gerettet!", verkündet der norwegische Angreifer nach der bis heute dramatischsten Entscheidung im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga.

Fjørtoft ist einer der Hauptdarsteller an jenem 29. Mai 1999, an dem sich die von Jörg Berger trainierte Frankfurter Eintracht mit dem 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern in buchstäblich letzter Sekunde vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit rettet. Leidtragender des Umsturzes am Tabellenende ist der 1. FC Nürnberg, der am 34. Spieltag von Rang 12 noch auf Abstiegsplatz 16 durchgereicht wird.

DIE AUSGANGSLAGE: Borussia Mönchengladbach und der VfL Bochum stehen längst als Absteiger fest, Eintracht Frankfurt geht als Tabellen-16. in die letzte Runde, vor der insgesamt noch fünf Clubs bangen müssen. Bereits in Sicherheit wiegt sich der Nürnberger "Club" als Zwölfter bei drei Punkten und fünf Toren Vorsprung auf die Eintracht. Vor dem abschließenden Heimspiel gegen den SC Freiburg bedankt sich Vereinschef Michael A. Roth mit einem Blumenstrauß bei Trainer Friedel Rausch für seine Arbeit.  

DIE ERSTE HALBZEIT: Noch kein Grund zur Sorge im Nürnberger Frankenstadion, obwohl der FCN gegen den Sportclub 0:2 zurückliegt. Denn in Frankfurt ist im Spiel gegen Kaiserslautern noch kein Tor gefallen. Neben den Freiburgern liegen auch die anderen noch gefährdeten Teams zur Pause in Führung. Der VfB Stuttgart mit 1:0 gegen Werder Bremen, Hansa Rostock mit 1:0 in Bochum.

DIE ZWEITE HALBZEIT: In der 68. Minute gelingt Michael Schjønberg für Kaiserslautern der 1:1-Ausgleich in Frankfurt. Weil es in Nürnberg zur gleichen Zeit immer noch 0:2 steht, würde die Eintracht in der verbleibenden Zeit noch drei Tore zur Rettung benötigen. Unmöglich? Nicht an diesem verrückten Fußball-Tag! Denn mit dem 2:1 gegen Lautern leitet der Frankfurter Thomas Sobotzik in der 70. Minute eine Schlussphase ein, wie sie die Liga bis dahin nicht erlebt hat.

DIE SCHLUSSPHASE: Nach einem Doppelschlag in Bochum durch Stefan Kuntz und Peter Peschel liegt Rostock plötzlich mit 1:2 zurück und damit auf einem Abstiegsplatz. Mit Rostocks 2:2 durch Victor Agali (77.) ist die Eintracht wenig später wieder 16. Dann überschlagen sich am Main die Ereignisse: 3:1 durch Marco Gebhardt (80.), 4:1 durch Bernd Schneider (82.). Jetzt wird es eng für den "Club". Mit den Worten "Hallo, hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund", schaltet sich Reporter Günther Koch in die Radio-Konferenz ein.

Da gelingt Marek Nikl in der 85. Minute für die Franken der erlösende 1:2-Anschluss gegen Freiburg. Damit würde Frankfurt selbst das 4:1 gegen Kaiserslautern nicht mehr reichen. Doch die Eintracht spielt nun wie im Rausch. Eine Minute vor dem Ende macht Fjørtoft mit dem fünften Tor das Fußball-Märchen perfekt. Als 220 Kilometer entfernt Frank Baumann in der Nachspielzeit die Riesenchance zum 2:2 vergibt, ist der fünfte Bundesliga-Abstieg des 1. FC Nürnberg besiegelt. (dpa)

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