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Fußball
08.04.2014

Bundesligisten setzen weiter auf U 23

Max Meyer stammt aus der Schalker Nachwuchsschmiede.
Foto: Friso Gentsch (dpa)

Von der U 19 direkt zu den Profis. Bei kaum einem anderen Fußball-Bundesligisten funktioniert das derzeit so gut wie beim FC Schalke 04.

Spieler wie Julian Draxler, Max Meyer oder Kaan Ayhan stehen für den Bubi-Boom in Gelsenkirchen. Vor ein paar Jahren legten Manuel Neuer und Mesut Özil in der Schalker Knappenschmiede die Basis für ihre Weltkarriere. Aus dem U 23-Team, dem eigentlichen Unterbau zur Profiabteilung, kommen kaum noch Nachwuchskräfte in die Bundesliga-Mannschaft des Revier-Clubs. Weil dies eine allgemeine Entwicklung in Deutschlands Eliteliga ist, beschloss die Deutsche Fußball Liga (DFL) am 24. März, dass die 36 Proficlubs nicht mehr zwingend eine U-23-Mannschaft unterhalten müssen.

Eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab allerdings, dass fast alle Erstligisten an ihren Reserve-Teams festhalten möchten. Nur Eintracht Frankfurt meldet zur neuen Saison diese Mannschaft definitiv ab. Die Entscheidung sei nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller Interessen einstimmig durch die Vereinsgremien getroffen worden, teilten die Hessen mit. Bei Bayer Leverkusen wird noch über die Zukunft der Regionalligamannschaft diskutiert. Nach Angaben von Sprecher Dirk Mesch sei es eine Option, auf das U 23-Team zu verzichten: "Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen." Bis zum 15. April müssen die Rheinländer dies dem Deutschen Fußball-Bund verbindlich mitteilen.

Die Leverkusener hatten bei der DFL den Antrag eingereicht, künftig die Teilnahme der U 23 nicht mehr an das Lizenzierungsverfahren zu knüpfen. Die Rheinländer begründeten den Antrag mit dem deutlich gestiegenen Ausbildungsniveau in den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten und dem schnellen Aufstieg der A-Jugendlichen zum Profi.

Natürlich geht es auch ums Geld: Mit einem Verzicht auf die U 23 lassen sich Kosten einsparen. Eintracht Frankfurt muss pro Saison 120 000 Euro an den FSV Frankfurt zahlen, um im Stadion des Nachbarn spielen zu dürfen. Für das eigene Sportgelände am Riederwald liegt keine Genehmigung für die Regionalliga vor.

Mögliche Mehrkosten wollen die anderen Bundesligisten weiter tragen. "Bei uns wird sich nichts verändern. Die U 23 hat für uns ganz klar einen Mehrwert", sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic. Die Stufe zwischen U 19 und der Bundesliga sei "unermesslich wichtig", betonte der frühere VfB-Stürmer. Zudem könnten verletzte Spieler dort Spielpraxis sammeln.

Bei den Schwaben rückten jüngst drei Spieler von der zweiten in die erste Mannschaft: Antonio Rüdiger, Rani Khedira und der mittlerweile in Augsburg spielende Raphael Holzhauser. Auch Borussia Dortmund hat mit seiner Zweitvertretung gute Erfahrungen gemacht. "Sie ist eine sehr gute Plattform für die Nachwuchsspieler. In Erik Durm und Jonas Hofmann standen zuletzt zwei Spieler in unserer Startelf", erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Auch Marvin Duksch schaffte die Beförderung vom BVB II aus der 3. Liga zu den Profis.

"Nicht jeder aus der U 19 geht den direkten Weg zu den Profis. Manche machen einen Umweg und der heißt U 23", befand der Mainzer Manager Christian Heidel und nannte als Beispiel Benedikt Saller, der sich aus der Regionalliga für einen Profivertrag empfahl. Auch bei Werder Bremen wird der Reserve ein hoher Stellenwert beigemessen. "Sie ist die Elite-Mannschaft in unserer Talentförderung. Sie ist ein ganz wichtiger Bestandteil, um unsere Talente an die Bundesliga heranzuführen", sagte Werders Geschäftsführer Thomas Eichin.

Anders verhält es sich bei Schalke, dessen U-19-Talente für Furore sorgen. Der DFB zeichnete in der Vorwoche dessen Coach Norbert Elgert zum Trainer des Jahres aus. Dennoch hält auch der Ruhrpott-Verein an seiner U 23 fest. "Wir haben auch eine soziale Verantwortung für die Spieler und Trainer in diesem Bereich", erklärte Manager Horst Heldt. (dpa)

DFL-Mitteilung

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