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22.03.2009

Hoeneß kontert Pfiffe: So wird man Meister

Hoeneß kontert Pfiffe: So wird man Meister
Bild: DPA

München (dpa) - Selbst das Pfeifkonzert der Fans nach dem eigenen 1:0 konnte die diebische Freude von Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann über den Hertha-Patzer nicht trüben.

Fußball-Sternstunden gibt es vom FC Bayern weiter nur in der Champions League, aber rechtzeitig zum Titel-Countdown erfüllen die Münchner auch ihre lästige Liga-Pflicht. "Wenn man Meister werden will, muss man diese Spiele gewinnen. Gerade die, die nicht besonders schön sind. Hertha BSC hat die letzten zehn Spiele alle so gewonnen", meinte Manager Hoeneß nach dem mageren Heimerfolg gegen Schlusslicht Karlsruher SC.

Bis auf einen Punkt ist der deutsche Meister an Spitzenreiter Berlin herangerückt, gleichauf mit dem VfL Wolfsburg. "Wir werden den Druck erhöhen, egal auf wen. Wir sind da und lassen nicht mehr locker", kündigte Trainer Klinsmann an. "Jetzt geht das Nervenspiel los." Die Bayern sind in ihrem Element.

Der Coach war noch vor dem Start in die zweiwöchige Länderspiel- Pause mit den Gedanken beim "nächsten Endspiel" gegen Felix Magaths Wolfsburger. In den Köpfen seiner Spieler geisterte schon während des Pflichtsiegs über den KSC allerhand umher. "Die Champions League- Auslosung mit Barcelona schwirrt natürlich überall herum, viele gehen jetzt weg zu den Nationalmannschaften zur WM-Qualifikation", erläuterte Klinsmann. "Das war vielleicht alles ein bisschen viel, deswegen haben wir vielleicht unseren Spielfluss etwas verloren." In Wolfsburg oder vier Tage später in Barcelona gibt es mit einer Leistung wie gewiss nichts zu holen. "Die zweite Halbzeit war annähernd katastrophal", sagte Torwart Michael Rensing.

Hoeneß kontert Pfiffe: So wird man Meister

Nach gutem Beginn erlahmte ohne die verletzten Miroslav Klose und Luca Toni nach und nach das Angriffsspiel. Die riskante Personalpolitik in der Offensive fordert ihren Tribut. "Wenn Luca Toni und Miro Klose fehlen, haben wir vorne zu wenig Anspielstationen", analysierte Hoeneß, "und dann muss man in Ruhe versuchen, das 1:0 über die Runden zu bringen. Die Tabelle schenkt dir nichts für ein spektakuläres Spiel mit einem schönen 1:1."

Im, so Hoeneß, "vorentscheidenden Spiel" beim punkt- und torgleichen VfL Wolfsburg soll Toni wieder dabei sein; er möchte die Münchner dann an die Liga-Spitze und sich in Form für Barcelona schießen. Diesmal traf Premieren-Torschütze Jose Ernesto Sosa (34.) zum glücklichen Sieg, denn in der Nachspielzeit retteten Zé Roberto auf der Linie und die Latte. Die anschließenden Pfiffe vermochten die Fußballer den Fans, die bei den Zwischenständen aus Stuttgart noch "deutscher Meister wird nur der FCB" skandiert hatten, nicht verdenken. "Solche Spiele muss man gewinnen, aber die Art und Weise tut mir leid für das Publikum", erklärte Kapitän Mark van Bommel.

Glücklich konnte sich Franck Ribéry schätzen, dass er nicht vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Der immer wieder attackierte Franzose ließ sich zum Revanche-Handschlag gegen Andreas Görlitz im Anschluss an ein Foul hinreißen. "Ich hätte Rot gegeben, aber ich bin nicht der Schiedsrichter", sagte der von Bayern an den KSC ausgeliehene Görlitz. Es gab nur Gelb - und ohne Sperre darf sich "Wetten dass"-Gast Ribéry auf die nächsten Endspiele freuen: "In der Meisterschaft ist wieder alles drin. Nun warten auf uns zwei Hammerspiele in Wolfsburg und Barcelona, danach wissen wir mehr."

Im Kampf um den Klassenverbleib ist für den KSC noch alles drin - aber nur wenn die Unfähigkeit vor dem gegnerischen Tor abgestellt wird. "Das A und O ist die Abschlussquote, der letzte Kick vor dem Tor fehlt", beklagte Coach Edmund Becker. "Irgendwann gleicht sich das Quäntchen aus, das gerade fehlt. Wir haben noch neun Spiele und nach wie vor die Möglichkeit, aufzuschließen." Wahrscheinlicher aber ist nach 540 Minuten ohne Treffer der sechste Abstieg.

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