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25.03.2020

Neue Bescheidenheit unter Allofs: "Philosophie-Wandel"

Unter Manager Klaus Allofs herrscht Ruhe beim VfL Wolfsburg.
Bild: Frank Rumpenhorst (dpa)

Mühsam hat Wolfsburgs neuer Manager Klaus Allofs den unter seinen Vorgängern aufgeblähten Kader verkleinert. Noch immer sollen Spieler verkauft werden. Gemessen an der Vergangenheit hält sich der VfL bei den Zugängen dagegen zurück. Allofs verfolgt einen Plan.

Im Umfeld des VfL Wolfsburg ist es in diesem Sommer verdächtig ruhig. Bei der Abreise des Fußball-Bundesligisten ins Trainingslager in die Schweiz waren ausnahmsweise mal keine wilden Transfergerüchte Gesprächsstoff Nummer eins bei den Fans.

Unter den Sportdirektoren Felix Magath und Dieter Hoeneß waren die vergangenen Transferperioden nach mal wieder verpassten sportlichen Zielen stets die Zeit der Spielerberater. Eifrig lancierten sie das angebliche Interesse der Niedersachsen an ihren Klienten, weil sie wussten: Der reiche VW-Club will und kann Geld ausgeben. In diesem Jahr gilt zumindest ersteres nur noch bedingt.

Seit Klaus Allofs als Manager und Dieter Hecking als Trainer die sportliche Verantwortung in Wolfsburg tragen, übt sich der VfL auf dem Transfermarkt in Zurückhaltung. "Wir wollen signalisieren, dass wir einen Plan haben", beschreibt Allofs die neue Bescheidenheit, die ihn von Magath und Hoeneß unterscheidet. "Wir sind der Meinung, dass wir den Kader nur in einzelnen Punkten ergänzen müssen", ist eine weitere, in Wolfsburg bislang völlig unbekannte Weisheit.

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Neun Millionen Euro gab Allofs bislang für vier Profis aus: Timm Klose aus Nürnberg, Daniel Caligiuri aus Freiburg, Max Grün aus Fürth und Stefan Kutschke aus Leipzig. Zum Vergleich: Magath holte vor einem Jahr sieben Neue und bezahlte dafür rund 20,5 Millionen Euro. Überhaupt kamen in drei Transferperioden unter Magath Spieler für rund 71 Millionen Euro. Damit soll endgültig Schluss sein, damit muss Schluss sein. Durch die Transferexzesse der Vergangenheit war der Kader so aufgebläht, dass er beim Training nur durch zahlreiche Ausleihgeschäfte nach halb Europa halbwegs übersichtlich blieb.

Vom Power-Shopper ist der VfL unter Allofs zur Reste-Rampe geworden. Das Verkaufen der hoch bezahlten, aber sportlich nur wenig überzeugenden Profis steht nun im Mittelpunkt. Allein elf Profis verließen den VfL bislang. "Wir sind unserem Ziel, den Kader übersichtlicher zu gestalten, sehr, sehr nahe gekommen", lobte sich Allofs selbst. Die Sünden der Vergangenheit sind aber nach wie vor eine Last: "Dass der Wandel der Philosophie Zeit braucht, ist klar."

Trotz aller Abgänge umfasst der aktuelle VfL-Kader immer noch 32 Profis. Denn im Sommer kamen in Patrick Ochs (Hoffenheim), Felipe (Stuttgart), Tolga Cigerci (Gladbach), Ja-Cheol Koo (Augsburg), Ibrahim Sissoko (Panathinaikos), Giovanni Sio (Sochaux), Kevin Scheidthauer (VfL Bochum) und Rasmus Jönsson (FSV Frankfurt) gleich acht Spieler zurück zum VfL, die dort schon längst als ausgemustert galten, oder woanders Spielpraxis sammeln sollten.

Viele Spieler, die in Wolfsburg nicht zum Zug kamen und verkauft werden sollten, verdienten am VW-Standort so gut, dass nur eine Ausleihe realisiert wurde. Inzwischen sind aber nur noch zwei Leihspieler - Srdjan Lakic (Frankfurt/bis 2015) und Nassim Ben Khalifa (Grashoppers Zürich/bis 2015) - bei anderen Clubs geparkt.

Der Philosophie-Wandel in Wolfsburg ist für die Rückkehrer nun auch eine Chance. "Sie kommen unter neuen Voraussetzungen zurück", hatte Hecking schon vor dem Trainingsbeginn vergangene Woche klar gestellt. Von den Rückkehrern soll nur Sissoko, der nur zweimal für den VfL in der Bundesliga spielte, noch wechseln. Zudem könnten aus dem bisherigen Aufgebot noch die Abwehrspieler Simon Kjaer und Fagner abgegeben werden. Und im Kader wäre wieder Platz für Zukäufe. Die sollen aber gezielt und nicht um jeden Preis getätigt werden. (dpa)

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