Unnützes Wissen

20.02.2012

Sie nannten ihn Torhagel

Otto Rehhagel ist neuer Trainer der Berliner Hertha. Seine größten Erfolge feierte er als Coach in Bremen und Lautern - und natürlich: unvergessen in der Rolle des Rehhakles.
Bild: dpa

Otto ist König. Rehhakles ist legendär. Ramzy eine Randnotiz und Helene seine erste Liebe. Unnützes Wissen von und mit Otto Rehhagel.

- "König Otto" wie er seit seiner erfolgreichen Zeit bei Werder Bremen genannt wird hat ungefähr 692.000 Google-Treffer und damit etwa 30.000 mehr als der kommende Bundespräsident Joachim Gauck.

- Sein erster Verein als Spieler war die TuS Helene 28. Derzeit steht die TuS auf dem letzten Platz in der Bezirksliga Niederrhein.

- Eine irreparable Knorpelabsprengung am Knie beendete Rehhagels Spielerkarriere nach 201 Bundesligaspielen im September 1971

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- Der kompromisslose Verteidiger erzielte 23 Bundesligatore

- Seine erste Trainerstation war der westpfälzische Bezirksligist FV Rockenhausen, den er als Spieler des 1.FC Kaiserslautern nebenbei trainierte

- Der SV Alsenborn sorgte mit einem 3:0 Sieg über Otto Rehhagels FC Saarbrücken für dessen erste und zugleich schnellste Entlassung nach nur etwas mehr als sechs Monaten

- Rehhagel trainierte danach in der Bundesliga bisher acht verschiedene Vereine, den SV Werder Bremen sogar zweimal und machte sich anfangs unter dem Spitzname „Otto Notnagel“ als Feuerwehrmann und Retter einen Namen

- Seinen größten Triumph auf Vereinsebene feierte Rehhagel mit dem 1. FC Kaiserslautern, als er diesen aus der zweiten in die erste Liga und gleich im ersten Jahr zur Meisterschaft führte

- Bei den „roten Teufel“ aber erlebte Rehhagel auch die wohl peinlichste Situation seiner Trainerkarriere:

In der Bundesligapartie der Pfälzer gegen den VfL Bochum unterlief ihm ein folgenschwerer Wechselfehler. Rehhagel brachte für den verletzten Michael Schjönberg mit Pascal Ojigwe den vierten Nicht-Europäer neben Hany Ramzy, Samir Ibrahim und Ratinho. Kaiserslautern. Bochum gewann das Spiel mit 3:2 und verzichtete auf einen Protest. Besonders kurios: Bereits wenige Minuten nach der Einwechslung bemerkte Rehhagel seinen Fehler und holte Hany Ramzy zu sich an die Seitenlinie. Nachdem er Ramzy das Problem geschildert hatte humpelte dieser über den Platz und lies sich kurz darauf auswechseln. Noch auf der Ersatzbank krümmte sich Ramzy vor Lachen und zog sich das Trikot über den Kopf um das Lachen vor den Kameras zu verbergen

 

- Rehhagel war außerdem als Trainer von Borussia Dortmund bei dem bis heute höchsten Ergebnis im Fußball-Oberhaus dabei. Seine Borussia unterlag Mönchengladbach 1978 mit 0:12. Rehhagel erhielt danach von den Medien den Spitznamen „Otto Torhagel“

- Seinen zweifelsohne größten Erfolg neben den beiden deutschen Meisterschaften mit Werder Bremen und dem 1. FCK feierte Rehagel 2004 mit der Nationalmannschaft Griechenlands. Rehhagel führte die Helenen mit einem 1:0 Finalsieg über den Gastgeber Portugal zum Europameistertitel. Die griechische Mannschaft hatte zwar nicht durch technisch herausragenden Fußball geglänzt, aber durch konsequente Manndeckung und eine rigorose Defensivtaktik mit einer gefühlten Acht-Mann-Abwehrreihe selbst spielerisch überlegene Teams erst gar nicht zu Chancen kommen lassen. Vorwürfen, dass der unattraktive Stil und die antiquierte Taktik seiner Mannschaft nicht den Vorgaben des modernen Fußballs entspräche, kommentierte Rehhagel lapidar: „Modern spielt, wer gewinnt.“ Dieser Sieg brachte ihm den Spitznamen „Rehakles“ ein

– Als nach dieser Europameisterschaft Spekulationen um ein Engagement Rehhagels als Trainer der deutschen Nationalmannschaft aufkamem drohte ihm die griechische Kulturministerin Fani Palli-Petralia: „Notfalls werden wir Sie am Dach des Olympiastadions festbinden, damit Sie nicht weggehen“

- Otto Rehhagel ist Ehrenbürger der Stadt Athen

- Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

- Und Gewinner des Laureus World Sports Award als „Mannschaft des Jahres“ 2005 mit Griechenland

- 2004 wurde Rehhagel als erster Ausländer zum „Griechen des Jahres“ gewählt

- Unvergessen: Ottos beste Sprüche: „Leichte Bälle zu halten ist einfach. Schwierige Bälle zu halten, ist immer schwierig.“

„Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.“

„Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“

„Bei Werder habe ich sechs Jahre um ein eigenes Klo gekämpft. Bei Real würden sie mich fragen: Welche von den zehn Toiletten möchten Sie benutzen?“

"Die sollen sich nicht so anstellen, bei mir zählen nur glatte Brüche als Verletzungen."

„Wir spielen am besten, wenn der Gegner nicht da ist.“

„Wer Erster ist, hat immer recht. Ich habe also recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.“

„Geld schießt keine Tore.“

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