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10.06.2009

Skibbe will Eintracht aus Mittelmaß führen

Skibbe will Eintracht aus Mittelmaß führen
Bild: DPA

Frankfurt/Main (dpa) - Beim angestrebten Marsch aus dem grauen Bundesliga-Mittelmaß setzt Eintracht Frankfurts Trainer Michael Skibbe auf die Spielkunst des Brasilianers Caio und das Wissen seines Vorgängers.

"Ich möchte sehr gerne mit Friedhelm Funkel sprechen, aber erst kurz vor Saisonstart, denn ich will mir erst einmal ein eigenes Bild machen. Am Ende der Vorbereitung möchte ich mit Friedhelm mehr als ein Telefonat führen, möchte mich mit ihm zusammensetzen, um zu besprechen, wie waren deine letzten zwei Jahre und wie siehst du die Spieler", sagte Skibbe in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Nach der Verpflichtung bei den Hessen hat Skibbe unheimlich viel Zuspruch erfahren. "Von Kollegen habe ich sehr viele Nachrichten bekommen, dass sie sich freuen, dass ich wieder in der Bundesliga bin", berichtete der 43-Jährige. Anders als viele Trainer hat der neue Eintracht-Coach in seinem Zweijahresvertrag keine Ausstiegsklausel sowie weder für die Meisterschaft noch den Nicht- Abstieg eine Extra-Prämie ausgehandelt. "Ich denke, das ist auch nicht wirklich wichtig. Man sollte sich keine Gedanken über Dinge machen, die honoriert werden, wenn es dazu kommt."

Die ersten Tage seiner Amtszeit hat er zum intensiven Austausch mit Chef-Scout Bernd Hölzenbein über mögliche Verstärkungen für das Mittelfeld und den Sturm genutzt. "In den nächsten Tagen wollen wir eine Liste erarbeiten und uns dann auf ein oder zwei Kandidaten einigen", kündigte Skibbe an. Die Eintracht-Späher werden sich daher sowohl beim Confederations Cup in Südafrika als auch bei der U-21-Europameisterschaft in Schweden umschauen. Die Eintracht müsse zwar sparen, habe aber den nötigen Spielraum für Transfers.

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Gesucht werden spielstarke Profis, denn Skibbe will der als langweilig geltenden Eintracht ein neues Image verpassen. "Die Fans wollen samstags ins Stadion kommen und eine Mannschaft sehen, die ein richtig volles Programm abliefert. Die mutig spielt, die aggressiv spielt, die möglichst offensiv spielt und die einen Gegner schlagen möchte, egal wie der Gegner heißt. Das wollen wir leisten, darauf werden sich die Fans der Eintracht freuen können. Wir wollen eine gute Show bieten", erklärte der im vergangenen Februar bei Galatasaray Istanbul entlassene Coach.

Ein Angebot auf Vertragsverlängerung durch Eintracht Frankfurt abgelehnt hat Michael Fink, der zum türkischen Meister Besiktas Istanbul wechselt, wo er einen Dreijahresvertrag erhält. Fink spielte die vergangenen drei Jahre in Frankfurt und kam in der abgelaufenen Saison auf 32 Einsätze, in denen er fünf Treffer erzielte.

Auf seiner dritten Bundesliga-Station baut der frühere Nationalmannschafts-Assistent von Rudi Völler auf seine als Vereinstrainer bei Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sowie in Istanbul gemachten Erfahrungen. Vor allem die Arbeit mit dem Frankfurter Problemkind Caio liegt Skibbe am Herzen. Der im Vorjahr für die Frankfurter Rekordsumme von 3,8 Millionen Euro verpflichtete Brasilianer war unter Funkel zum teuersten Bankdrücker der Vereinsgeschichte avanciert.

"Caio ist als junger Spieler aus über 10 000 Kilometer Entfernung hierhergekommen, ohne seine Eltern oder familiäre Bindung. Dazu kommt eine unglaubliche Sprachbarriere. Er tritt hier in ein ganz anderes Leben. Da werden Spieler manchmal auch mit Erwartungen überschüttet, die sie von ihrem Persönlichkeitsbild noch gar nicht erfüllen können", warb der Frankfurter Trainer um Verständnis für den 23- Jährigen.

Skibbe will sich nun intensiv um das Talent bemühen und dabei auch neue Wege beschreiten. Ich werde Caio die Telefonnummer von Lincoln und Dede geben, mit denen ich zusammengearbeitet habe, und ihn bitten, mit beiden in Kontakt zu treten, damit sie ihm sagen können, auf was für einen Trainer er hier bei der Eintracht trifft", sagte Skibbe.

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