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Fußball

29.04.2015

Stuttgarts Stevens vor Wiedersehen mit Schalke

Huub Stevens will Stuttgart vor dem Abstieg bewahren.
Bild: Marijan Murat (dpa)

Gefühlsduselig wird Huub Stevens auch vor dem hochemotionalen Wiedersehen mit seinem Herzensverein FC Schalke 04 nicht. Der Trainer des VfB Stuttgart will schließlich das Tabellenschlusslicht vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren.

Rettungsmissionen vertragen sich nicht mit Rührseligkeit. Auch nicht vor dem Duell bei den Königsblauen am Samstag. "Ich glaube nicht, dass Huub Stevens vor dem Spiel noch mal die erfolgreichen Jahre durchgeht, die er dort verlebt hat", meinte VfB-Sportvorstand Robin Dutt.

Vier Spieltage vor Schluss hat sich die Situation für den VfB zugespitzt. Zwar beträgt der Abstand zum rettenden 15. Platz nur zwei Zähler, doch Konkurrenten wie der Hamburger SV punkten auch wieder. Königsblau wird ein Maßstab. "Schalke ist nach wie vor eine Top-Mannschaft, eine Herausforderung", betonte Dutt.

Der frühere Champions-League-Anwärter hat von den vergangenen zehn Bundesliga-Partien nur eine gewonnen und in den vergangenen fünf Spielen nur ein Tor erzielt. Die Truppe von Trainer Roberto Di Matteo bangt sogar um einen Europa-League-Platz. Als Soforthilfe-Maßnahme schickte der Coach seine Truppe bis Donnerstag ins Trainingslager. Schalke ist angeschlagen - und deshalb gefährlich.

Stevens wird das kalt lassen. Der Niederländer hat schon genug in seiner Trainer-Laufbahn erlebt. Hohen Stellenwert nimmt natürlich seine Schalker Ära ein, die ihm auch den inoffiziellen Titel als "Jahrhunderttrainer" des Vereins einbrachte.

Während seiner zwei Amtszeiten bei dem Ruhrpott-Club verewigte sich Stevens mit dem Erfolg im UEFA-Pokal 1997 und den DFB-Pokalsiegen 2001 und 2002. Diese Triumphe sind aber lange her. Ein halbes Jahr liegt auch schon das aus Stuttgarter Sicht schmerzhafte Hinspiel gegen Schalke zurück. Stevens' Team konnte beim 0:4 nur die Gala von Dreifach-Torschütze Eric Maxim Choupo-Moting und Dreifach-Vorbereiter Tranquillo Barnetta bestaunen.

In der Defensive dürfen sich die Stuttgarter nicht mehr so naiv präsentieren. Sonst könnte ihnen die nächste öffentliche Schelte von Stevens drohen. Nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg hatte der Limburger seiner Mannschaft Beratungsresistenz vorgeworfen, nachdem sie eine 2:0-Halbzeitführung fahrlässig verspielt hatte.

In der Offensive bietet sich Stevens dank Daniel Didavi auch wieder eine wichtige Option. Gegen Freiburg feierte der lange verletzte Spielmacher nach vier Monaten sein Bundesliga-Comeback. Auf Schalke dürfte der 25-Jährige mehr als nur 13 Minuten zum Einsatz kommen. "Ich bin froh, dass ich wieder schmerzfrei spielen kann", erklärte Didavi auf der Vereinshomepage.

Das eigene Befinden ist für ihn natürlich sehr wichtig. Doch der drohende zweite Abstieg des VfB nach 1975 beschäftigt ihn noch viel mehr. "Unsere Lage ist kritisch. Wir haben noch vier Spiele, in denen es um alles geht", sagte Didavi. "Die Anspannung ist vorhanden." (dpa)

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