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02.06.2009

Trainerlehrgang in Köln: Babbels schwerer Spagat

Trainerlehrgang in Köln: Babbels schwerer Spagat
Bild: DPA

Stuttgart (dpa) - Das Klassenziel hat Markus Babbel längst erreicht, doch in den nächsten zehn Monaten muss der Teamchef des VfB Stuttgart wieder die Schulbank drücken.

Seit dem 2. Juni büffelt der 36-Jährige mit 23 weiteren Trainer-Lehrlingen in Köln für den Fußballlehrer-Schein. "Ich sehe dem Ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen, weil ich nicht genau weiß, was auf mich zukommen wird", bekannte Babbel, an dessen Fähigkeiten als Chefcoach es nach der Qualifikation für die Champions League kaum noch Zweifel geben dürfte. Doch bewältigt der Novize auch den Spagat zwischen Ausbildung am Rhein und Trainerjob am Neckar? "Klar ist, dass die Belastung sehr hoch werden wird. Ich hoffe, dass es mir gut gelingt, alles unter einen Hut zu bekommen", sagte Babbel.

Holger Stanislawski, zuletzt Lehrgangsbester an der Hennes-Weisweiler-Akademie, weiß, welche Tortur auf seinen Kollegen zukommt. "Das ist ein Stahlbad", befand der Trainer des Zweitligisten FC St. Pauli. Nur eine Woche Urlaub blieb Babbel nach dem Saisonfinale, um den furiosen Höhenflug in seinen ersten Monaten als Chef auf der VfB- Bank zu verarbeiten. Bald könnte auf seinem Stundenplan stehen: Theorie in Köln, Praxis in Barcelona oder Manchester.

Der Münchner stellt sich der Herausforderung. "Ich habe immer gesagt, dass ich den Trainerlehrgang absolvieren möchte und ich bin sicher, dass ich dabei einiges Neues für mich und die Mannschaft mitnehmen kann", erklärte er. DFB-Chefausbilder Frank Wormuth bezeichnete Babbel als "extremen Fall". "Es ist nicht normal, dass ein Champions-League-Trainer bei uns seine Ausbildung macht", sagte Wormuth.

Trainerlehrgang in Köln: Babbels schwerer Spagat

Abgehakt ist das monatelange Tauziehen um die von den Stuttgartern erhoffte Ausnahmeregelung für den Europameister von 1996. Immerhin kürzte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Lehrgang um einen Monat, am Donnerstag ist künftig kein Unterricht mehr. Zudem wies VfB-Sportdirektor Horst Heldt darauf hin, "dass nur 80 Prozent Teilnahme die Voraussetzung" für den Abschluss an der Trainerakademie sei. Wormuth versprach, bei Fehlzeiten "nicht päpstlicher als der Papst" zu sein. Die Schwaben hoffen daher, dass Babbel genug Freiräume für seine Arbeit bei den Schwaben bleiben.

Doch es gibt warnende Beispiele: Christian Wück (Rot Weiss Ahlen), Christian Hock (SV Wehen Wiesbaden) und Henning Bürger (FC Carl Zeiss Jena) wurde die Doppelbelastung in der Vorsaison zum Verhängnis. Alle drei wurden im Verlauf ihres Trainer-Lehrgangs wegen sportlichen Misserfolgs von ihren Vereinen entlassen.

Babbel aber baut fest auf seinen Trainerstab, der während seiner Abwesenheit die Linie des Teamchefs umsetzen soll. Als Verstärkung für Assistent Rainer Widmayer holten die Stuttgarter Wunschkandidat Alexander Zorniger vom Oberligisten Normannia Gmünd. "Ich bin sicher, dass er uns weiterhelfen wird", sagte Babbel, der neben Christian Ziege prominentester Lehrgangs-Teilnehmer in Köln ist.

Von seinen Schützlingen erwartet der "Dauerpendler" einen professionellen Umgang mit der Situation. "Ich bin davon überzeugt, dass die Spieler unserer Mannschaft eine so hohe Eigenmotivation haben, dass es keine Rolle spielt, wenn ich einen oder zwei Tage in der Woche nicht beim Training bin", sagte Babbel. Vom 27. Juni an wird seine These auf die Probe gestellt. Dann ist Trainingsauftakt beim VfB.

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