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01.03.2009

Völler-Ohrfeige für Nationaltorwart Adler

Völler-Ohrfeige für Nationaltorwart Adler
Bild: DPA

Hannover (dpa) - Nach der Niederlage im Duell der Nationaltorhüter hat Rene Adler von Rudi Völler eine verbale Ohrfeige kassiert. "Bälle festhalten ist das oberste Gebot für jeden Torhüter. Rene tut gut daran, mal an einer Kamera und an einem Mikrofon vorbei zu gehen", schimpfte Leverkusens Sportchef.

Der hatte aus Frust über die 0:1 (0:1)-Pleite bei Hannover 96 und seinem Nationalmannschaftsrivalen Robert Enke seine Mitspieler kritisiert und vor dem DFB-Pokalspiel gegen Bayern München eine Krisensitzung gefordert. "Bei uns hat sich ein gewisses Phlegma breitgemacht. Das Phänomen gibt es schon länger. Wir müssen jetzt in der Mannschaft die Karten auf den Tisch legen, damit wir nicht durchgereicht werden", sagte Adler.

Diese Pauschalkritik ging Völler zu weit. "Wir können es besser, aber es hat nichts mit der Einstellung zu tun. Als Rene mal nicht jeden Ball festhielt, hat keiner der Mitspieler gemeckert. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Das werde ich ihm auch sagen", sagte der frühere DFB-Teamchef und ergänzte seine Kritik. Dabei lag Adler mit seiner Analyse gar nicht so falsch. In dem "Winter-Kampfspiel" auf schwer bespielbaren Rasen war das abstiegsbedrohte 96-Team engagierter und setzte auch spielerische Akzente. "Der Sieg war dick verdient, wie man in Holland sagt", freute sich der niederländische Torschütze Arnold Bruggink (33. Minute) über sein erstes Saisontor.

Nach der dritten Niederlage im fünften Rückrundenspiel sieht auch Trainer Bruno Labbadia die Leverkusener Saisonziele in Gefahr. "Das Spiel hat uns um eine komfortable Situation im Kampf um die internationalen Plätze gebracht. Wir haben unser spielerisches Potenzial nicht abrufen können, weil Hannover mit viel Leidenschaft gekämpft hat", sagte der enttäuschte Labbadia. Der Bayer-Coach registrierte "technische Unsauberkeiten" in seinem Team, freute sich aber ebenso wie die Streithähne Adler und Völler auf das Mittwoch- Spiel gegen Bayern München. "Wir sind gut genug, um in das Pokal- Halbfinale einzuziehen", erklärte Völler zuversichtlich.

Völler-Ohrfeige für Nationaltorwart Adler

Obwohl Adler beim Gegentor machtlos war, konnte sich 96-Keeper Enke als Sieger im Duell der beiden Nationaltorhüter fühlen. Enke, seine Mitspieler und der zuletzt viel kritisierte Trainer Dieter Hecking genossen nach dem Abpfiff das Bad in der Menge. Der größte Teil der 32 337 Zuschauer unterstützte die Niedersachsen mit bedingungsloser Leidenschaft. "Ich hoffe, dass die 18 000, die nicht da waren, dies bereuen werden", sagte Clubchef Martin Kind. Er hatte vor dem Anpfiff Hecking eine Job-Garantie gegeben und fühlte sich bestätigt: "Ich habe volles Vertrauen zu der Mannschaft und Hecking. Er stand nie zur Disposition. Ich habe immer ruhig geschlafen."

Hecking lobte das disziplinierte Abwehrverhalten seiner Mannschaft. "Kompliment an mein defensives Quadrat im Zentrum. Die beiden Innenverteidiger und die beiden Sechser waren der Schlüssel zum Sieg. Sie haben immer wieder gut die Räume zugemacht", sagte der 44 Jahre alte Coach. Er sitzt nun wieder fester im Sattel, auch wenn angesichts der Auswärtsschwäche bei Bayern München die nächste Niederlage droht. "Die drei Punkte sind sehr wichtig. Für uns geht es um nichts anderes als den Klassenerhalt. Wenn wir so weitermachen, dann wird uns das auch gelingen", sagte Jan Schlaudraff.

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